Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der Marschalik besingt den Bräutigam
- Date
- 1922-01-01
- Page
- 569 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/3101111-3101126-3101133-3102623--1969-3102712- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Marschalik besingt den Bräutigam Wos Oissjes M'suseh macht: „mi seh w'ej seh hu?" Sog ich aich: nain! Hert mich zu gute un schaine Diburim, Wos sennen mir ongekumen mit fil Mih un J'ssurim. Dowid hamelach, olow hascholem, hot oich gisogt a Possek, wos is gor m'chaje: „L'chu bonim, schimu Ii". Hert mich zu oif dos naje, Azund lomir sain Werter m'ssajim, Di Matones, wos ich hob gibracht, sol sain TChossen w'Kale l'chajim. Ich ken nit sogen, as oissjes M'suseh macht: ,,mi seh w'ej seh hu", Ich muß doch sogen, as oissjes M'suseh macht, wi es passt derzu. „Marschelik seh wet sogen hajoim" Dem Chossen a Broche und men sol maskim sain min haschomajim. Schrait a Badchen: „Chossen doime l'melech". Winscht a Badchen dem Chossen: „tazliach dark'cho ascher atoh telech." Solst dir iber farnehmen dem dosigen Fall, Asoi wi a Zadik, nit wi a Kai, Asoi wies hot gisogt Dowid hamelach: „Ssomachti b'ojmrim Ii bes adoihoj neileich". Harzediker Chossen! Dermon dich dem Possek: „orum jozossi mibeten imi w'orum oschuw". Asoi taanen sich wider oissjes Kittel: 569 Daß die Buchstaben von „M'susoh" lauten: „mi seh w'ej seh hu?"*) Sage ich euch, nein! Hört nur recht zu meinen klugen Reden, Die mich gekostet viel Mühe und Leiden: König David (Friede mit ihm!) hat einen Vers gemacht, der euch erfreue, „Kommt, ihr Kinder, hört mir zu". Hört mir zu aufs neue: So wollen wir denn die Wörter aufs genaueste zerlegen, Die Geschenke, die ich gebracht, sie bringen dem Paare Leben und Segen. Ich kann nicht sagen, daß die Buchstaben „M'susoh" bedeuten „Mi seh w'ej seh hu", Vielmehr muß ich sagen, daß die Buchstaben „M'susoh" bedeuten, wie es paßt hierzu: „Marschelik selbiger wird sagen heute" Dem Bräutigam ein Segens wort, dem stimmt der Himmel zu. Schreit ein Badchen: der Bräutigam ist ein Fürst! Wünscht ein Badchen dem Bräutigam: glücklich möge dein Weg sein, den du gehen wirst. Überdenke nur deine Lage klar, Wie ein Weiser und Gerechter und nicht wie ein Narr, Wie David, der König, gesagt so schön: „Ich freue mich, wenn man zu mir spricht, ins Gotteshaus laßt uns gehn." Herzigster Bräutigam! Besinne dich auf den Vers: „Nackt bin ich aus dem Mutterleibe gekommen, Und nackt werd ich von dannen gehn." So wollen wir wieder untersuchen die Buchstaben „Kittel". *) „Wer ist er und wo ist er?" Heft 8.