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Der Jude · 1921-01-01 · Heft 8 · p. 534

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 8
Article
Die wirtschaftliche Lage der Juden in Galizien
Date
1921-01-01
Page
534 (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/3101111-3101126-3101133-3102616--1923-3102677
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534 Abraham Korkis: für ein Zeichen günstiger wirtschaftlicher Lage anzusehen ist. Zu einem ähnlichen Schlüsse gelangt man, wenn man die soziale Schichtung der in den einzelnen Berufsklassen tätigen Personen betrachtet. Von je iooo Personen der in den vier Hauptberufsklassen (Landwirtschaft; Industrie und Gewerbe; Handel und Verkehr; Öffentlicher Dienst, freie Berufe und Berufslose) tätigen Bevölkerung sind auf Grund besonders durchgeführter Berechnung bei der Gesamtbevölkerung 345 Selbständige, 21 Angestellte, 125 Arbeiter, 50 Tagelöhner und 461 mithelfende Familienmitglieder, bei den Juden 501 Selbständige, 54 Angestellte, 180 Arbeiter, 31 Tagelöhner und 234 mithelfende Familienmitglieder. Eine solche Aufteilung der berufstätigen Personen unter die sozialen Stellungen innerhalb der einzelnen Erwerbszweige und Berufsklassen, wie sie bei den Juden vorkommt, mit einer verhältnismäßig hohen Zahl von Selbständigen, einer entsprechenden Zahl von Angestellten und Arbeitern und nicht übermäßigen Zahl von mithelfenden Familienmitgliedern, gilt im allgemeinen als günstige soziale Differenzierung. Doch erscheint die soziale Struktur verschieden, wenn man sie in den Berufsklassen getrennt ins Auge faßt. Die höchste Zahl der Selbständigen weisen die Juden in der Klasse Handel und Verkehr auf (518 von je 1000 im Handel tätigen), dann folgt die Berufsklasse Industrie und Gewerbe mit 432 pro mille und zuletzt die Landwirtschaft mit 332 pro mille. Beachtenswert ist die Verteilung der übrigen sozialen Gruppen innerhalb der einzelnen Berufsklassen unter den Juden: von je 1000 Berufstätigen waren Angestellte in der Landwirtschaft 45, in der Industrie 43 und im Handel 37, Arbeiter in der Landwirtschaft 71, in der Industrie 435 und im Handel 112, Tagelöhner in der Landwirtschaft 40, in der Industrie 9 und im Handel 47, schließlich mithelfende Familienmitglieder in der Landwirtschaft 512, in der Industrie 81 und im Handel 286. Für die vollständige Beurteilung der Wirtschaftslage der Juden sollten noch zum Vergleiche analoge Ziffern auf Grund der Ergebnisse der vorhergegangenen'Berufszählung herangezogen werden. Doch wollen wir die ohnehin schon überzahlreichen Ziffern nicht über das unbedingt notwendige Maß vermehren. Wir wollen daher nur auf die Verschiebung der sozialen Schichtung in den von den Juden besonders stark besetzten Klassen Industrie und Handel hinweisen, zumal da die soziale Schichtung der in der Landwirtschaft tätigen Juden einerseits im Vergleiche mit der übrigen Bevölkerung bis auf eine erheblich größere Zahl jüdischer Angestellter (landwirtschaftlicher Pächter und Beamter) keine besonders hervorstechenden Merkmale aufweist, andererseits aber im Laufe der Jahre abgesehen von einer kleinen Vermehrung dieser Kategorie und einer allerdings beträchtlichen Verminderung der Kategorie der Tagelöhner sich nicht derart geändert hat, um einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden auszuüben. Sowohl in der Klasse Industrie wie auch in der Klasse Handel ist die Zahl der Selbständigen erheblich zurückgegangen: in der Industrie von 516 auf 432 und in der Klasse Handel von 675 auf 518. Die Zahl der Angestellten und Arbeiter hat in der Industrie zugenommen, im Jahre 1900 entfielen auf je 1000 Berufstätige in der Industrie 25 Angestellte und 302 Arbeiter, im Handel ist die Zahl dieser Kategorie beinahe stationär geblieben. Die Zahl der Tagelöhner ist in der Industrie (von 9 auf 48 pro mille) und im Handel (von 13 auf 47 pro mille) gestiegen. Die Zahl der mithelfenden Familienmitglieder ist in der Industrie

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