Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Die jüdische Rasse
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 306 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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306 Constantin Brunner: Die jüdische Rasse mehr vorhandenen rasselosen Urmenschheit, so dürften in der Tat die Juden dieser rasselosen Urmenschheit am nächsten kommen, unter allen Menschen am meisten Neutrum anthropologicum sein. Sie wären dann anzusehen als die verhältnismäßig indifferenziert gebliebene und am wenigsten modifikable Menschheitsmitte, die von Modifikationen vielleicht keine aufweist als die durch ihre geschichtliche Vergangenheit, die glücklichen und gar sehr auch die unglücklichen Modifikationen daher (denn das Schicksal ist keine Sonnenuhr, die allein die heitern Stunden verzeichnet), und ferner die Modifikationen infolge des Sozial- Psychischen, welches auf dem ursprünglich Formalen, als dem gebliebenen Unterbau, seine Charaktere gezogen und in dem wechselnd Mimischen und Gestikulativen zum Ausdruck gelangt. Tatsächlich wird, die Juden eine Rasse zu nennen gleich andern Rassen, schon infolge des Isomorphismus unmöglich; denn was bleibt von dem Typischen einer Rasse, wenn dasselbe auch außerhalb der Rasse und unabhängig von ihr in andern Rassen hervorgebracht wird? Dieses Typische hört damit auf, rassentypisch zu sein; und wegen seines gelegentlichen Auftretens in sämtlichen Rassen und unter Erwägung alles hier Erwogenen bei derjenigen Menschenvarietät, deren Aussehen vorwiegend dadurch bestimmt wird, — was bleibt uns übrig, als dieses Typische typisch zu finden für die Rassenlosigkeit, den Rassendurchschnitt oder den zentralen Typus, der alle die Momente und Grade im Inbegriff enthält, welche bei den übrigen Menschen, zur Offenbarung des menschlichen Wesens nach seinem ganzen Reichtum, in das Sonderdasein verschiedener Rassen auseinandergegangen erscheinen? So bleiben wir denn auf unserer Leier: Die Juden sind nicht anzusehen wie andere Rassen und ihnen weder nebennoch unterzuordnen (können auch keineswegs nach dem heutigen Stande der anthropologischen Forschung als Semiten gelten, worüber oben bereits bemerkt worden, daß sie unter diese nur infolge der linguistischen Klassifikation geworfen seien — obwohl sie natürlich auch vom Semitischen an sich haben), sondern sind die rassenlose Menschheitsmitte oder die zentrale Rasse. Was auch den Erklärungsgrund hergibt dafür, daß, trotz so beträchtlicher Mischung des jüdischen Blutes mit nichtjüdischem Blute von aller Art, dennoch das spezifisch Jüdische unversehrt erhalten geblieben: weil dieses spezifisch Jüdische nichts anderes ist wie das Mittelmenschliche, das alle Typen in der Ungeschiedenheit enthaltende Urtypische, welches eben deswegen, bei Hinzumischung der Besonderungen von aller Art, immer wieder zum Ausgleich gelangt — wie alle Spektralfarben, miteinander gemischt, wieder weißes Licht geben. So erklärt sich dieses Gebliebensein des jüdischen Typs, ohne daß man eine in der Wirklichkeit keineswegs nachweisbare „besondere Kraft des jüdischen Blutes" anzunehmen braucht. (Der Irrtum ist widerlegt, daß bei Verbindungen von Juden mit Nichtjuden das jüdische Aussehen in den Nachkommen noch unverhältnismäßig oft und lang wiederkehre — die Vererbung geht nach den jeweiligen Kräften des Subjektivismus der Erzeuger.) Die hier entwickelte Bestimmung des jüdischen Rassenschlages nach seiner spezifischen Verschiedenheit innerhalb der genetisch einheitlichen Menschheit besteht allen wesentlichen Tatsachen gegenüber. Sie bewahrheitet sich, wie nun hier betrachtet worden, an den bisher unerklärt gebliebenen, ja kaum beachteten enormen Tatsachen, daß die jüdische Rasse im Kern ihrer Musterexemplare und