Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Die jüdische Rasse
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 307 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Alfred Lemm: Von der Aufgabe der Juden in Europa 307 gleichsam in ihrer platonischen Idee den Durchschnittstypus der Rassen darstellt und an den Rändern Übergangsexemplare von aller Art bildet, womit sie in die sämtlichen Rassen hineinverläuft, sowie an der entsprechenden Tatsache, daß keine Rasse zu finden, die nicht mit Judentypen Hinweis und Rückkehr zu diesem Typus der Rassenlosigkeit oder der zentralen Rasse vor Argen brächte. Sie bewahrheitet sich aber auch an dem Verwickeltsein der Juden in die Menschheit, an ihrem Überallsein*) und an ihrem Immersein durch die ganze Dauer der Geschichte; sie erklärt auch die kulturgeschichtliche Rolle der Juden, ihr Wirken in die Menschheit, wie wir später betrachten wollen, und ihr Schicksal in der Menschheit. Und so dürfte denn diese Bestimmung die Wahrheit sein, auf die wirklichen Ursachen hinführend des merkwürdigen Einflusses und der Bedeutung einer Rasse, welche bisher als ein Geschichtswunder oder doch als das rätselhafteste Hilfsmittel der Geschichte galt, — unsre Bestimmung könnte also die Wahrheit sein über die jüdische Rasse und zugleich der erste erfolgreich eingeschlagene Nagel zur Sache der Rassengruppierung. Potsdam Constantin Brunner VON DER AUFGABE DER JUDEN IN EUROPA**) Es heben sich iiAier kultivierten Menschheit zwei Seelenarten ab, die sich voneinander unterscheiden durch die Gerichtetheit ihrer Kräfte. Diese sind in der einen Art auf das eigne Innen zugekehrt; das Selbst, beständig durchströmt, wird ungeheuer vertieft. Der Stoffwechsel der Seele kann um so eindringlicher erfolgen, als sie sich um die Außenwelt nicht kümmert. Diese subjektiv gerichtete Geistesbeschaffenheit tritt am einseitigsten in Asien auf, so daß man sie die ,,orientalische" nennen kann. In der anderen kommt zu den Ichkräften eine beträchtliche Aufmerksamkeit auf die Umwelt. Hier ist der gesamte Mensch auf das Außen hin orientiert. Das Moment der Realität fehlt keinen Augenblick in der Ichbedachtheit und hält die Wucht der Ichvertiefung an, indem dieser die Energien zugunsten der Weltbeachtung fortgenommen werden. Diese objektiv gerichtete Geistesart ist die speziell „europäische". Die Berücksichtigung der dinglichen Welt machte Europa zu dem Erdteil des Tuns. In seiner ungestörten Ichvertieftheit ist der Orient das Land des Seins. Dort wurde das Können, hier das Wesen in die Höhe geführt. Der Okzident steht unter der Patentmarke der Zweckmäßigkeit, der Orient im Sternbild der Ekstase. *) Andree: „In der Tat vermag sich der Jude auf beiden Erdhälften, in heißen und gemäßigten Landstrichen, mit gleicher Leichtigkeit zu akklimatisieren und ohne Beihilfe der eingeborenen Rassen zu existieren. Er dauert von Generation zu Generation in Surinam aus wie in Malabar, in tropischen Klimaten, wo die Europäer im Laufe der Zeit zugrunde gingen, wenn ihr Schlag nicht durch Einwanderung aus dem Mutterlande aufgefrischt wird." **) Dieser Aufsatz wird in dem Jahrbuch für tätigen Geist „Das Ziel", dessen IL Band im Verlage Georg Müller, München-Berlin demnächst erscheint, enthalten sein. 21*