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Der Jude · 1918-01-01 · Heft 5-6 · p. 305

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 5-6
Article
Die jüdische Rasse
Date
1918-01-01
Page
305 (sequence 7)
Language
German
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Die jüdische Rasse 305 Auch den Juden sollen Judennasen keineswegs ursprünglich eigen gewesen sein; die moderne Anthropologie schreibt sie dem arischen, armenoiden, in Syrien und Kleinasien seßhaft gewesenen Chettiterelement zu, welches in die jüdische Rasse auch die Brachykephalie hineingebracht haben soll. Die unschuldigen Juden und die bösen Arier: erst machen die Arier den Juden die Nasen nnd dann verhöhnen und verfolgen sie sie deswegen! Abgesehen von der wissenschaftlichen Konstatierung — möglich wäre solche Nasifikation durch die „Arier": sie weisen heute noch viele gebogene jüdische Nasen auf, selbst bei uns. Will einer Überzeugung, daß derartige Nase an sich selbst noch keineswegs als Leitfossil für Hebräertum gelten können, so lege er sich einmal aufs Nasenbesehen: es wird keinem an nichtjüdischen Bekannten fehlen, die gebogene jüdische Nasen tragen, ohne doch damit auch nur im geringsten jüdisch auszusehen. Wo dies der Fall, wo sie jüdisch oder judenähnlich erscheinen, liegt es an anderem als an dem Honestamentum faciei. Unter der altbayrischen Bevölkerung gibt es 31 Proz. gebogener Nasen und übrigens häufige Judenähnlichkeit (wozu wohl die vielen dunklen Augen beitragen, nach Virchow 49 Proz.), noch mehr unter den Tirolern, Die Tiroler sind deshalb von einigen Judenhaßgelehrten — gewiß von solchen ohne gebogene Nasen — für Juden erklärt worden*). Kein einzelnes Merkmal hält stand zum Rassenmerkmal für die Juden, weil jedes Merkmal auch bei Nichtjuden vorkommt; und keinerlei Zusammensetzung von Merkmalen hält stand gegenüber der Tatsache des Isomorphismus. Warum nicht? Warum gelingt es nicht, den jüdischen Typus zu kennzeichnen, der doch ein spezifischer Typus von so charakteristischer Ausprägung ist? Ganz einfach darum nicht, weil er die Mitte hält zwischen den Menschheitstypen, die Verschiedenheiten aller an sich tragend, und weil der jüdische Typus den Durchschnittstypus aus den sämtlichen Rassentypen zeigt. Dieses von allen Rassen An-sich-haben ist der Juden Rassesein, ihr anthropologisch-homogener Typus. In der Tat, der spezifisch jüdische Durchschnittstypus, das ist kein anderer als der Durchschnittstypus der Menschheitsrassen — man sehe daraufhin den Judentypus sich an nach Statur, Schädel, Gesicht, Händen, nach allem Äußeren und nach allen Äußerungen, nach der Physik, Physiognomik und Pathognomik. Darum also halten keine Merkmale stand zur Kennzeichnung ihrer Rasse, weil allein dies standhält: die Juden bilden die zentrale Rasse — oder soll ich sagen, sie sind rasselos? Wollte man annehmen, daß die jetzigen Rassen sich differenziert haben aus einer nicht *) Fishberg: „Eine kuriose Beobachtung hat man in Europa gemacht. Die meisten modernen Rassentheoretiker haben eine hervorstehende, gebogene, konvexe Habichts-, also »Judennase", und manche der wütendsten Judenhasser sind mit einer Physiognomie, "die als charakteristisch jüdisch gilt, begnadet; einigen von ihnen ist gelegentlich von pöbelhaften Kerlen im Straßengedränge ein Schimpfwort, das ihrem jüdischen Aussehen galt, zugerufen worden. Ob das wohl die Ursache ist, daß sie die jüdische Nase nicht als Rassenmerkmal der Beschnittenen ansehen? So sagt Houston Stewart Chamberlain: „Auf die Nase allein darf man sich bei der Diagnostik betreffs der Angehörigkeit zum jüdischen Stamm durchaus nicht verlassen." Woltmann geht noch weiter: „Man spricht von einer „bedeutenden" Nase und hält dieselbe für das Erkenntniszeichen eines großen Denkers. In der Tat zeigt das Studium der Porträts und Büsten der großen Männer, daß sie fast durchweg eine große, schmale, meist adlerschnabelartig gebogene (jüdische) Nase gehabt haben." Keiner dieser Forscher hat dunklen Teint, sie alle halten den blonden Typus für den edelsten; es mag daher wohl ihre eigene „jüdische Nase" sein, die sie abhält, letztere als „jüdischrassige" zu erklären." Hefts/6. 2I

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