Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Die jüdische Rasse
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 304 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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304 Constantin Brunner: sonders hervorgehoben zu werden, aber es gibt tatsächlich überhaupt nicht ein einziges Merkmal, welches hier .standhielte. Fishberg („Die Rassenmerkmale der Juden") sagt zusammenfassend: „Sorgfältige Erforschung der anthropologischen Charakteristika der Juden hat uns gezeigt, daß es keinen jüdischen Teint gibt, keinen jüdischen Schädeltypus, keine jüdische Statur, keine jüdische Nase, ja nicht einmal ein jüdisches Gesicht. Tatsächlich trifft man viele, angeblich den Juden eigentümliche Charakteristika in verschiedenen Proportionen unter den Völkern verschiedenen ethnischen Menschenschlags; weiter zeigte sich, daß gewisse andern Rassen charakteristische Merkmale häufig auch bei Juden anzutreffen sind. Blondheit z. B., ein Charakteristikum der „Indogermanen", ist auch 30 °/0 der deutchen Juden zu eigen; zu 2o°/0 den englischen Juden und in geringerer Proportion den Juden anderer Teile Europas. Selbst der ideale „indogermanische" Typus, der sich durch die Kombination von Blondheit, hoher Statur und Langköpfigkeit im selben Individuum charakterisiert, ist bei Juden häufig zu sehen. Andererseits trifft man den physischen Typus, den man in Europa als charakteristisch jüdisch zu betrachten beliebt, und der in Wahrheit der unterscheidende Typus der „alpinen" und der „mittelländischen" Divisionen der weißen Menschheit ist, unter den „Ariern" in derselben oder gar höheren Proportion, besonders unter den südlichen und osteuropäischen Rassen, wie den Spaniern, Italienern, Griechen, Armeniern usw." In bezug auf die jüdische Nase schreibt Fishberg: „Wie unzuverlässig die Volksphantasie als Führerin ist, wenn man den Typus einer Rasse oder eines Volkes zu bestimmen versucht, zeigt sich am besten bei Betrachtung der sogenannten „jüdischen Nase", die von den meisten Leuten für etwas Charakteristisches gehalten wird ... Es mag daher manchen überraschen, daß umfangreiche Forschungen die Nichtigkeit der Annahme ergeben haben, die gebogene oder krumme, die Habichtsnase, sei etwas spezifisch „Jüdisches". Eher dürfte das Gegenteil wahr sein. Wenn der vorwiegendste Typ eines Organs als typisch für eine Rasse oder ein Volk zu gelten hat, dann ist die jüdische Nase die gerade oder sogenannte griechische Varietät. Der Verfasser hat unter den Juden der Stadt New York wie der verschiedenen Länder Ost- und Westeuropas, Nordafrikas und unter jüdischen Amerikaeinwanderern aus verschiedenen Teilen Asiens den Gegenstand untersucht. Der Befund unterstützte keineswegs die volkstümliche Ansicht, daß die krumme Nase die „jüdische** sei, da eine kleine Minorität von Juden nur den Vorzug des Besitzes dieser Nase genießt. Unter 2836 Juden und 1284 Jüdinnen (lauter Erwachsene) in der Stadt New York betrug der Prozentsatz der verschiedenen Nasen: gerade oder „griechische" Nase: Juden 57,26 Proz., Jüdinnen 59,42 Proz.; Stumpfnase: 22,07 bzw. 13,86 Proz.; krumme, Habichtsnase oder Adlernase: 14,25 bzw. 12,70 Proz.; Platt- und Breitnase: 6,42 bezw. 14,02 Proz. . . . Wir wissen nun, daß nur ein Jude unter sieben eine Adler- oder Habichtsnase hat und andererseits, daß bei vielen Rassen in den verschiedenen Teilen der Welt diese Nasenart ebenso oft und noch öfter vorkommt; da darf man denn schwerlich von einer „jüdischen" oder „semitischen" Nase reden. In der Tat hat v. Luschan bereits hervorgehoben, daß die semitische Dialekte sprechenden modernen nicht jüdischen Rassen (insbesondere diejenigen, die vermutlich sich unvermischt erhalten haben, wie die Beduinen-Araber) jenes Nasencharakteristikum überhaupt nicht besitzen. Der unter ihnen vorherrschende Nasentypus ist die kurze, gerade und sehr oft die Stülp- oder konkave Varietät."