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Der Jude · 1917-01-01 · Heft 1-2 · p. 61

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
2 (1917-1918)
Issue
Heft 1-2
Article
Systematische Palästinakolonisation
Date
1917-01-01
Page
61 (sequence 4)
Language
German
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Systematische Palästinakolonisation 61 Rentabilität i,9°/o* Diese vorläufige Unrentabilität des Ackerbaus in Palästina läßt den Autor selbst aussprechen, daß es erst nach Verbesserungen der Technik, durch welche die Erträge bedeutend gesteigert werden könnten — und, wie man nach den Ausführungen Nawratzkis hinzufügen muß, nach Reform des Oschers, der den Ackerbau besonders hart trifft — möglich sein würde, diesen Typus, der aus nationalen Gründen (und wie der Krieg gelehrt hat, auch zwecks eines gewissen Maßes von Selbstversorgung) nicht entbehrt werden könnte, einzuführen, 2. Betriebe auf 100 Dunam mit intensivem Futterbau und starker Milchwirtschaft, Gemüse- und Geflügelzucht. Kapitalerfordernis 22700 Frs., Rentabilität io°/0- 3. Betriebe mit unbewässerten Baumpflanzungen als Hauptkultur auf 60—75 Dunam Boden. Dieser Typus wird sich vor allem für die Unternehmungen der „Achusoth" eignen, wenn deren heutiges Programm zweckentsprechend reformiert werden würde. Kapitalerfordernis bis zu vollem Ertrag 28650 Frs., Rentabilität 9°/0. 4. Betriebe mit bewässerten Kulturen auf 40 Dunam mit vorwiegender Pflanzungsanlage, daneben Gemüse und Futterpflanzenbau, Milchwirtschaft. Kapitalbedarf 41300 Frs., Rentabilität u,4°/0. 5. Betriebe auf 20 Dunam bewässerbaren Bodens mit intensiver Gemüseproduktion, wo in der Nähe (Städte!) guter Absatz zu finden ist, o&ST auch für Export. Kapitalbedarf 13600 Frs., Rentabilität io,8°/0. 6. Arbeiterheimstätten, und zwar nicht nur Wohnhäuser allein, sondern zu diesen noch zirka 5 Dunam bewässerbaren oder 20 Dunam unbewässerbaren Bodens. Kapitalaufwand 5000 Frs., Rentabilität 9,5°/0. Die Ziffern Oettingers wurden hier angeführt, um zu veranschaulichen, welche ungefähren Summen für eine planmäßige Ansiedlungstätigkeit erforderlich wären und welch gute Rentabilität nach den bisherigen Erfahrungen, auf denen seine Berechnungen fußen, erzielt werden könnte — immer vorausgesetzt, daß der Jüdische Nationalfonds den Boden in billiger Erbpacht beistellen würde, wie es Oettinger vorschlägt. Seine Ziffern dürfen aber nicht als absolut zutreffende angesehen werden, denn es ist bekannt, wie schwer sich selbst bei europäischen Verhältnissen solche Vorausberechnungen für landwirtschaftliche Betriebe, bei denen es so viel unsichere Faktoren gibt, aufstellen lassen. Um wieviel mehr gilt dies für Palästina! Dazu kommt, daß durch den Krieg eine Wertumwälzung stattgefunden hat, wie nie zuvor. Die Preise der Produkte, der Produktionsmittel und der Arbeitskraft werden nach dem Kriege viel höhere sein, als früher; es ist aber, was für die Rentabilität sehr günstig wäre, vielleicht anzunehmen, daß die Preise für noch nicht modern bebauten Boden nicht in demselben Verhältnis steigen werden, wie die von ihnen zu erhoffende Rente. Denn in Palästina handelt es sich um Boden, die erst mit schwerer Mühe bei Aufwendung größerer „faux frais" in Ertrag zu bringen sind. Wie sehr auch eine vielleicht zu gewärtigende Reform des Oschers die Berechnungen beeinflussen müßte, wurde schon oben erwähnt. Aus all diesen Gründen möge man die Oettingerschen Ziffern mehr als illustrative ansehen, denn als absolut sichere Berechnungsgrundlagen. Nach Beschreibung der einzelnen Wirtschaftstypen entwirft Oettinger drei Schemen für die Gründung ganzer Kolonien, und zwar: 1. Kolonie mit 80 Wirt-

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