Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1916-1917)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1917)
- Article
- Armenwesen und soziale Fürsorge im Ostjudentum
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 741 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Armenwesen und soziale Fürsorge im Ostjudentum 741 Den Höchstpunkt erreicht die Zahl der mit Heizmaterial unterstützten Familien in den 4 südwestlichen Gouvernements Rußlands: Kiew (6254 Farn.), Wolhynien (4501), Podolien (7898), Bessarabien (4266). In gleicher Weise in den Gouv. Mohilew (5965) und in Warschau (6602). Entsprechend der allgemeinen Bevölkerungszahl in folgende drei Kategorien eingeteilt, gruppiert sich die Gesamtzahl der Hilfsbedürftigen wie folgt: An größeren Orten (mit einer Bevölkerung über 50000 Seelen) . . . . 28138 Familien An mittleren Orten (mit einer Bevölkerung von 50000—10000 Seelen) 42739 Familien An kleineren Orten (mit einer Bevölkerung unter 10000 Seelen) . . . . 61978 Familien Insgesamt 132852 Familien Die Verhältniszahl der hilfsbedürftigen Familien steigt von den kleineren nach den größeren Orten: In kleineren Orten . . 18,2% In mittleren Orten . . 19,4% In größeren Orten . . 20,3 °/0 Von den großen Städten bildet Warschau hinsichtlich der Prozentzahl der hilfsbedürftigen Familien mit 10,8% einen Ausnahmefall. Es wird dies einerseits auf eine vergleichsweise befriedigendere wirtschaftliche Lage der jüdischen Bevölkerung, anderseits aber wohl auch auf den Umstand,,daß nicht sämtliche Hilfesuchenden von der zuständigen Stadtgemeinde berücksichtigt (und registriert) wurden, zurückgeführt. Die Zahl der mit Heizmaterial unterstützten Familien (4821) übersteigt hier die der Pessachunterstützungen (4586 Farn.). Höher ist die Zahl der Pessachunterstützungen in Lodz (9301 Farn.) und in Wilna (4380 Farn.). Über die überaus hohe Hilfsbedürftigkeit in den großen Städten berichten die folgenden Zahlen über die Pessachunterstützungen im Jahre 1898: Wilna........4830—37,7 jüd. Familien Kowno".......1465—25,8 jüd. Familien Dwinsk (Dünaburg) 1896=30,9 „ Jekaterinoslaw. . . 1830=25,4 „ Schitomir......1300 — 29,5 „ Cherson....... 865=22,8 Mikojalew.....920=28,7 „ Berditschew P . . . 1857=19,7 „ Poltawa.......500=27,8 „ Minsk........1799=17,2 „ Krementschug . . . 1600=26,7 Kischinew.....1494=14,9 „ Jelisawetgrad. . . . 1300=26,7 „ In diesen Städten wurde auch die größte Zahl der auf die öffentliche Heizmaterialverteilung angewiesenen Familien registriert. Allerdings ist diese Zahl nicht für sämtliche angeführten Orte vorhanden. Genaue Angaben bestehen für folgende Städte: Zahl der auf die öffentl. Heizmaterialverteilung angewiesenen Familien. Berditschew . . 1219 Jelisawetgrad . . 1100 Kischinew .... 1066 Wilna......925 Minsk......920 Cherson.....785 Jekaterinoslaw . 631 Im größten Teil der ermittelten größeren Städte bewegt sich mithin die Verhältniszahl der hilfsbedürftigen jüdischen Familien zwischen 25 und 37,7%r d, h. ein