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Der Jude · 1917-02-01 · Heft 11 (Februar 1917) · p. 740

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1916-1917)
Issue
Heft 11 (Februar 1917)
Article
Armenwesen und soziale Fürsorge im Ostjudentum
Date
1917-02-01
Page
740 (sequence 4)
Language
German
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740 Leo Rosenberg: sehen Bevölkerung als in Polen: die Prozentzahl der unterstützungsbedürftigen Familien zur Gesamtzahl der Familien erreicht im russischen Ansiedlungsgebiet 19,4, in Polen 16,9%. In den drei Hauptgebieten des Ansiedlungsrayons, im Nordwesten, Südwesten und Süden, schwankt diese Zahl zwischen 19,0, 20,0 und 19,4%. In folgende 6 Rayons eingeteilt, ergibt sich die Verhältniszahl der unterstützten jüdischen Familien der 25 Gouvernements des Ansiedlungsgebietes wie folgt: 1. für die Gouv. Kaiisch, Warschau, Siedice, Plozk, Lomza, Suwalki . i4°/0 2. Gouv. Taurien.................................16% 3. Gouv. Witebsk, Mohilew, Minsk, Wolhynien und Tschernigow ... . 17% 4. Gouv. Podolien, Kiew, Poltawa, Jekaterinoslaw, Cherson, Bessarabien 20% 5. Gouv. Lublin, Radom, Kielce, Petrikau..................22% 6. Gouv. Kowno, Wilna, Grodno*) ......................22% Bezüglich der Verteilung von Heizmaterial ergaben die Ermittlungen für das gleiche Jahr die Gesamtzahl von 59468 Familien, die von dieser Unterstützung Gebrauch machen. Das sind 8,4 % aller jüdischen Familien an den statistisch aufgenommenen Orten, also weniger als die halbe Zahl der Empfänger der Pessachunterstützungen. Eine Erklärung dieses Umstandes wurde oben gegeben. Diese Art organisierter Hilfstätigkeit ist bei weitem nicht so häufig wie die auf religiösen Vorschriften beruhende und daher in keiner jüdischen Gemeinde fehlende geordnete Pessachunterstützung. Auf die Fragebogen der ICA kehrt denn auch die Antwort „Derartige Institutionen nicht vorhanden!" sehr häufig wieder (darunter in Städten wie Bobruisk, Borissow, Mosyr, Welisch u. a.). Auch wo sie existieren, heben sie sich nicht so sehr von der sonstigen reich entwickelten Hilfsarbeit ab, wie es bei den Pessachunterstützungen der Fall ist. Daher die Differenz der ermittelten Fälle. Nach den verschiedenen Gebieten berechnet, verhält sich die Gesamtzahl der von der Heizmaterialverteilung Gebrauch machenden Familien wie folgt: Nordwest-Rußland. . . 14203 Südwest-Rußland . . . 20920 Neu-Rußland......9034 Polen..........153" Insgesamt 59468 *) Volle Deutlichkeit erlangt das Bild der jüdischen Armut freilich erst durch die detaillierten Angaben bezüglich der Verhältniszahl in den einzelnen Gouvernements. Von Süden nach Norden gehend, erreicht die Verhältniszahl der armen (gemäß der Pessachunterstüzungen) Familien im Gouv. Taurien 16% (I5>9)» in der südlichen Gouvernementsgruppe Bessarabien, Cherson und Jekaterinoslaw, sowie in dem die Gouv. Podolien, Kiew und Poltawa umfassenden südwestlichen Gebiet beträgt die durchschnittliche Prozentzahl 2O°/0, im einzelnen schwankend zwischen 18,8 (Jekaterinoslaw) und 24,5 (Poltawa). Weiter nach Norden in den Gouv.Wolhynien, Tschernigow und den drei weißrussischen Gouv. (Minsk, Mohilew, Witebsk) — durchschnittlich 17%» schwankend im einzelnen zwischen 15,3 (Minsk) und 18,5 (Witebsk). Den Rekord des Elends schlagen die drei litauischen Gouvernements Grodno, Wilna und Kowno mit der Durchschnittszahl der armen Familien — 22% von 20>2 (Grodno) bis 23,3 (Wilna). Ferner ist Polen in Nord- und Südpolen einzuteilen. Ersteres umfaßt die Gouv. Suwalki, Lomza, Siedice, Plozk, Warschau und Kaiisch, letzteres Petrikau, Kielce, Radom und Dublin. Im ersten Teil beträgt die durchschnittliche Verhältniszahl 14%» schwankend im einzelnen zwischen 12,5 (Warschau) und 18,5 (Siedice). Im letzten Teile erreicht das Prozentverhältnis die Zahl 22°/0 (21,7) und sinkt nicht unter 20,9 (Petrikau). Auch in den übrigen Gouvernements dieser Gruppe entfernen sich die einzelnen Zahlen von der Durchschnittsziffer nur wenig: in Lublin 22,0; Radom 21,7; Kielce 22,7.

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