Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1916-1917)
- Issue
- Heft 10 (Januar 1917)
- Article
- Jüdische Ackerbaukolonien
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 710 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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7io Daten und Materialien Tabelle IL Ernteerträge der vier obergaliläischen Kolonien aus dem Ackerbau (bei Rosch-Pinah sind außerdem in den letzten Jahren die Erträge der Mandelpflanzungen einbezogen), jedoch ohne die Nebeneinnahmen aus Viehzucht, Gemüsebau und Geflügelzucht. Kolonie 1907/08 1908/09 1909/10 1910/11 1911/12 | 1912/13 Bestellte Fläche in Hektar Zahl der Kolonisten . . . 1 201 41 144 905 63 030 1 208 42 142368 58946 1260 42 125 682 48 096 1152 42 118 872 49 246 1230 41 109166 37 423 1101 42 148 33i 67853 Jessod-Hamaalah . . . Bestellte Fläche in Hektar Zahl der Kolonisten . . . Meinertrag...... 855 3i 89 526 M426 829 34 82 822 41877 419 11(32) 29 913 10 713 831 3i 61918 27 903 756 30 64 485 30 151 784 29 77 100 44677 Bestellte Fläche in Hektar Zahl der Kolonisten . Meinertrag...... 746 40 74 764 37 678 785 40 69 685 30 289 691 35 53 463 21403 542 35 51983 25 732 483 35 34 649 11528 507 39 46801 21 501 Michmar-Hajarden . . Bestellte Fläche in Hektar Zahl der Kolonisten . . . -■- 320 17 35 224 16 864 279 13(17) 27 453 11765 295 17 30101 14 414 289 17 23 518 8 451 288 16 32 106 16 027 Anmerkung zu Tabelle II: Die durch Schrägschrift hervorgehobenen Wertangaben entsprechen außer unbedeutenden Abweichungen den in Tabelle I bereits enthaltenen. Durch Vergleichung der beiden Tabellen wird ersichtlich, daß die Schlußfolgerungen aus der ersten durch die zweite vervollständigte Tabelle hinfällig werden. vorhandenen Zahlen ist m. E. kein großer Wert zu legen, doch glaube ich, daß die meinen etwas zuverlässiger sind, weil sie nicht den gedruckten ICA-Berichten entnommen sind, sondern den direkten Quellen entstammen. Aus dieser Tabelle ergibt sich für Punkt 1, nämlich durch die Hinzufügung des einen Jahres 1913, bereits klar, daß der Ernteertrag z. B. in Rosch-Pinah sowohl brutto wie netto in den letzten sechs Jahren noch nie so hoch gewesen ist wie 1913. Auch für die übrigen drei Kolonien zeigt es sich, daß er durchweg bedeutend hoher als in den letzten Jahren ist, besonders aber pro Hektar umgerechnet, daß also von einer dauernden Abnahme der Erträgnisse gar keine Rede sein kann; man sieht schon, wie durch die Hinzufügung der neuesten Ernteergebniszahlen, die Herrn Schulmann, bzw. seinen Quellen noch unbekannt waren, sich das Bild gänzlich verschiebt und damit seine Schlußfolgerungen über den dauernd abnehmenden Bodenertrag zusammenfallen. Aber weiter müssen noch eine ganze Reihe von Punkten erwähnt werden, um die Tabellen erst richtig zu lesen und dann die entsprechenden Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. Zum Beispiel fällt es doch jedem aufmerksamen Leser der Ernteergebnisse von Jessod-Hamaalah und Mischmar-Hajarden auf, daß im Jahre 1910 so geringe Erträge im Vergleich zum Vorjahr erzielt worden sind. Infolge Fehlens näherer Angaben bei Schulmann konnte man annehmen, daß es ein Mißerntejahr sei. Ganz anders gestaltet sich aber das Bild, wenn man erfährt, daß im Jahre 1910 in Jessod-Hamaalah statt 829 ha Boden nur 419 ha bearbeitet wurden, und zwar statt von 34 Kolonisten nur von 11; die übrigen in diesem Jahr vorhandenen 21 Kolonisten hielten das Schmittahjahr*) und arbeiteten nicht. Vergleiche meine Angaben Seite 148, wo ich in meinen Tabellen diesen wichtigen Umstand selbstverständlich hervorgehoben habe. Auch die geringere Ertragsverminderung in Misch- *) Schmittahjahr: jedes siebente Jahr, das streng orthodoxe Juden feiern. Für die Kolonisation praktisch ohne Bedeutung, da es sich nur im ganzen um 25 Kolonisten handelte, die es 1910 noch einhielten.