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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-10-01 · 1 (10.1938) · p. Seite 9

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
17 (1938)
Issue
1 (10.1938)
Date
1938-10-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1 Oktober 1938 „Jüdisches Gemeindeblatt für Frankfurt" Seite 9 Zur jüdischen Auswanderung Lebenshaltung in USA Auf das Konespondenzblatt .für Auswanderungs¬ und Siedlungswesen, das der Hilfsverein der Juden in Deutschland herausgegeben hat, wurde bereits in der vorigen Nummer unseres Gemeindeblattes hingewiesen. Aus dem sehr empfehlenswerten Heft „Jüdische Auswanderung" (Preis RM. 1.50) geben wir noch folgende allgemein interessierenden Hinweise wieder, die sich auf die Lebenshaltung und Gehaltsverhältnisse in den Vereinigten Staaten beziehen. Redaktion In den meisten Fällen wird die Frau des Einwanderers mitarbeiten, nicht selten auch allein die Familie, wenigstens in den Anfängen des neuen Lebens drüben, erhalten müssen. Im allgemeinen ist der Arbeitsverdienst der Frauen auch in USA geringer als der der Männer; die Bezahlung liegt, selbst bei gleicher Beschäftigung, etwa 30% unter dem Niveau der Löhne für Männer; häufig wird gelernte Arbeit der Frau in einer Industrie niedriger bezahlt als ungelernte Männerarbeit. Die Mindestlohngesetzgebung der einzelnen Staaten und der New Deal haben sich der Entlohnung der Frauenarbeit besonders angenommen und z. T. bedeutende Verbesserungen erwirkt. Ein Bericht des Women's Bureau beim Arbeitsministerium gibt folgende Zahlen über typische Verdienste in typischen Frauenberufen: Häusliche und persönliche Dienste. Im Haushalt: Barlohn je Woche Dollar 5,79 bis 14,65/ Schönheitspflege (Beauty parlors): 14,25 bis 19,65/ Hotels und Restaurants: 5,75 bis 16,25/ Wäschereien: 6,67 bis 13,42. Im Staate New Jersey, November 1936: durchschnittlich 12,36 bei 42 Wochenstunden. Wäscherinnen: 16, chemische Reinigung (dry cleaners) 17.80. Büroangestellte. Dollar 16,50 bis 28,65 je Woche. Verkaufspersonal. In Warenhäusern Dollar. 13,85 bis 16,60/ in Einheitspreisgeschäften 12 je Woche. Industrie. Gesamtdurchschnitt aus 24 Zweigen im Februar 1938: je Stunde Cent 48 und je Woche Dollar 15,35. Heimarbeit wird sehr schlecht bezahlt: zwischen Cent 2 und 20 die Stunde. Bei sehr fleißiger Arbeit kommt die Frau auf durchschnittlich Dollar 4 bis 6 in der Woche. Wissenschaftliche und soziale Arbeit. Es verdienen durchschnittlich im Jahre: Lehrerinnen Dollar 1200, gelernte Krankenpflegerinnen 1800, Aerziinnen 3000, Bibliothekarinnen 1500, Sozialarbeiterinnen 1650. Haushalt und Lebensweise in New York Die Amerikanerin ist eine gute Hausfrau. Wer anders über sie denkt, kennt sie nicht. Es ist für sie Lebensnotwendigkeit zu kochen, waschen, plätten, nähen und andere Hausarbeit zu machen. Denn auch für sie gilt das Motto: „Help yourself". Hausangestellte sind in USA teuer und schwer zu haben, manchmal legen sie auch plötzlich die Arbeit nieder. Der Amerikaner lebt ein ungesichertes Leben, er kann heute reich und morgen arm sein} er wechselt leicht Arbeitsplatz und Beruf. Anstellung auf Lebenszeit ist selten. Darum gibt die Frau ihren Arbeitsplatz; (job) mit der Heirat nicht auf. Die Technik erleichtert auch in steigendem Maße die Haushaltsführung. Die Kinder werden früh zur Selbständigkeit und zur Hilfe im Haushalt erzogen, besonders die Jungen, die, wie auch die Ehemänner, der Hausfrau und dem Hausangestellten jede schwere körperliche Arbeit abnehmen sollen. Die Wohnungsmiete in New York ist verhältnismäßig hoch/ sie muß als höchste Haushaltsausgabe eingesetzt werden und zwar etwa mit der Hälfte. Besonders teuer sind Etagenwohnungen, die je nach Gegend und Ausstattung, Dollar 70 bis 100 im Monat kosten. Für diese Summe kann man in einem Vorort von New York bereits ein Haus mieten. Im übrigen wird die Küche als Zimmer gerechnet. - Möblierte Räume sind dagegen billiger. Im Westen z. B., einer guten Wohrigegend, kann man möblierte Drei-Zimmerwohnungen mit Bedienung für Dollar 75 monatlich bekommen. Ein möbliertes Zimmer kostet Dollar 25 bis 35 monatlich. Das Existenzminimum in New York liegt bei Dollar 60 bis 70 monatlich. Für ein Dollar täglich kann man sich ausreichend verpflegen,- Essen, Kleider und Fahrgelder sind billig. (Die Fahrt mit der Untergrundbahn durch ganz New York kostet 5 Cent). Einzelpersonen können mit einem Ge- Dem Vater - dem Sohne Zu den Feiertagen den neuen (Anzug oder Otlantef LUDWIG gegenüber dem Hauptbahnhof Unser Lager ist mit Herbst- und Winter-Neuheiten reich sortiert. Anfertigung in MaO u. Maflkonfektion in kürzester Zeit 2>er Auswanderer findet bei uns af(e für Itebersee benötigten Spexiaf— arfifeef. Zuverlässige Hevatung auf Srund ständiger Snforntafionetu

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