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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-10-01 · 1 (10.1938) · p. Seite 8

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
17 (1938)
Issue
1 (10.1938)
Date
1938-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 „Jüdisches Gemeindeblatt für Frankfurt" Nr. 1 Oktober 1938 Der Keren Kajemeth Lejisrael legt ein Gedenkbuch der Juden in Deutschland an von Rabbiner Karl Richter, Mannheim. In diesen Rosch-Haschana-Tagen greift der Keren Kajemeth Lejisrael einen alten jüdischen Gedanken auf. Er schafft ein Gedenkbuch - Sefer Sikaron - in dem die Namen aller Juden, die jetzt noch in Deutschland leben, eingetragen werden sollen. Jede Gemeinde soll ein eigenes Buch haben, auf dessen ersten Seiten die Bilder der Synagoge, des Friedhofs und anderer wichtiger Institutionen der Gemeinde eingefügt sind. Daran schließen sich die Namen der Gemeinde-Mitglieder und ihrer Familien. Später sollen alle diese Bücher in einem großen Bande vereinigt werden, der in der Nationalbibliothek in Jerusalem aufbewahrt werden wird. Die Mittel, die durch die Eintragungen aufgebracht werden, sollen dazu bestimmt sein, eine Siedlung von Juden aus Deutschland in Palästina, die den Namen Tel Sikaron - Hügel des Gedenkens - tragen wird, zu errichten. Der Gedanke, der in diesem Plan zum Ausdruck kommt, ergreift mit eigentümlicher Gewalt. Alte vergessene Ideen erwachen zu neuem Leben. Was die vorige Generation als Romantik empfunden hätte, wird uns zu einer neuen Wirklichkeit. Wir stehen vor unseren höchsten Feiertagen, vor dem Beginn eines neuen jüdischen Jahres. Es liegt etwas wie Neilah-Stimmung über unserem heutigen Leben, und wir denken daran, daß Gedenkbücher, vor allem in den „süddeutschen Gemeinden, vor Neilah gelesen werden. Die jüdische Geschichte unserer Tage hat die Farbe der Dämmerung. Aber wir sollen nicht vergessen, daß es eine Dämmerung gibt, auf die die Nacht, und daß es eine Dämmerung gibt, auf die der Tag folgt. Wenn wir auch hier liquidieren, wenn Gotteshäuser, in denen Generationen gebetet haben, aufgegeben werden, so glauben wir doch, daß unsere Zeit neben der Notwendigkeit' des Abbaus und der Auflösung auch die Gnade des Aufbaus erfährt. Auch drüben in Erez Jisrael ist die bange Sorge um die Zukunft zur Begleiter- Ideale Schuhe gegen Fussbeschwerden für Damen und Herren Goethe-Schuhhaus Inh. Mathilde Oppenheimer Goethestrasse 28 WEINE BERNH-WIESENGRUND SCHÖNE AUSSICHT 7 LHCO'RE" I FRANKFURTA-M. WEINBRÄNDE I SEIT 1822 GUT U. PREISWERT TEL: 22361 Betten-Reinigen Daunen-Steppdecken, ^^^^yowle^^kufarbeJHni^ SCHONFELD Relneckstr. 13 Tel. 25330 Die nächste Nummer erscheint Freitag, 28. 10. 1938 Anzeigenschluß: Für kl. Anzeigen u. alle Spezial-Rubriken,Titelseite u. Rückseite: Mittwoch, 19.10. 38,18 Uhr , Uebrige Anzeigen; Donnerst.,20.10.38,10Uhr Redaktionsschluß: Freitag, den 21. 10. 38. 10 Uhr scheinung des täglichen Lebens geworden. Aber es ist eine Sorge, die tief den Glauben in sich birgt, daß auf die Dämmerung ein neuer Tag folgen wird. Während wir hier im Aufbruch sind, schützen drüben starke Arme und heiße Herzen die Keime eines neuen Lebens. Das Opfer der jüdischen Gesamtheit soll dafür sorgen, daß diese Keime nicht umsonst gelegt sind. Im Gottesdienst des Rosch Haschanah- Festes wird mehrmals der Satz gesprochen: „Hajom haras olam - heute ist der Geburtstag der Welt". Wir Juden glauben, daß sich in jedem Jahr nicht nur die Welt, sondern auch der Wille zum jüdischen Leben und zur jüdischen Tat erneuert. Es ist ein Gesetz unserer Geschichte, daß immer, wenn eine Stätte jüdischen Lebens zu existieren aufhört, an anderen Stellen der Keim zu neuem jüdischen Leben gelegt wird. Ein bleibendes Zeichen für das, was unsere Geschichte ausmacht, wird das Sefer Sikaron in Jeruschalajim und Tel Sikaron, die Siedlung der Erinnerung, inmitten der Felder Erez Jisraels sein. Die Eintragungs-Aktion soll in Frankfurt a. M. im Anschluß an die Aufführung des Palästina-Tonfil ms „Der neue Weg" am 20. September in der Westend- Synagoge eröffnet werden. * Zu der geplanten Aktion geht uns folgende Entschließung ZU: Wir treten diesem Plan, der würdig in seiner Absichl und kraftvoll in seinem Ziel ist, freudig bei. und: mächen uns die Forderung, die der Keren Kajemeth Lejisrael' aus diesem Anlaß an die Juden Deutschlands richtet, zu eigen: Reichsverband der Juden in Deutschland - Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin - Zionistische Vereinigung für Deutschland. JÜDISCHER KULTURBUND RHEIN-MAIN OBERLINDAU 7 TELEFON 75321 Oktöb. ^/ Westend-Synagoge 120*° Uhr I % ^fe Hl Freiherr vom Stein-Str. I —_| Eröffnung der Spielzeit 1938/39 Lieder- und flrienabend Alexander Kipnis Am Flügel: Dr. Willy Salomon Werke von Giordano, Händel, Meyerbeer, Smetana, Verdi u. a. m. Westend-Synagoge |2030 Uhrl Freiherr vom Stein-Str. I —— I 1 (Von Rameau bis Ravel) Vortrag mit musikalischen Erläuterungen von Dr. Anneliese Landau unter Mitwirkung von Wolfgang Rose (Klavier) r

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