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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-09-01 · 12 (9.1938) · p. Seite 12

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
12 (9.1938)
Date
1938-09-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „Jüdisches Gemeindeblatt für Frankfurt'1 Nr. 12 September 1938 duale students und laufen der allgemeinen graduate school parallel. Der amerikanische undergraduaie erhält eine mehr schulmaßige Art von Unterricht als der europäische Student mit sehr häufigen Prüfungen, vielen Hausaufgaben und komplizierten Vorschriften über die Auswahl der Fächer,- für alle Kurse werden Noten gegeben, die für das weitere Fortkommen auf der Universität und später entscheidend sind. Der graduate student ist, außer in den professional schools, ungefähr so frei wie der europäische, außer daß auch er von Noten ziemlich abhängig ist; bei guten Noten fällt es ihm meist nicht schwer, mit assistentenähnlichen Aufgaben gegen. Bezahlung betraut zu werden, doch dauern solche Betrauungen nur 1 oder 2 Jahre. Die Stipendienfrage liegt für graduates wesentlich günstiger. Wer das College beendet und also (bei entsprechenden Noten) graduate student werden kann, erhält den baccalaureus artium oder scientiae,- nach 1 oder 2 Jahren Studium als graduate kann er den Titel des „Master" oder richtiger magister artium erwerben, der z. B. für Volkswirtschaftslehre etwa dem Diplomvolkswirt entspricht. Nach einer weiteren, nicht festgelegten Zahl von Jahren kann der Doktor folgen, der — außer für Medizin und verwandte Fächer - meist nur von Studenten erworben wird, die eine akademische Lehrtätigkeit oder die höchsten Stufen der Lehrtätigkeit an höheren Schulen anstreben. Die Doktorprüfung an einer guten amerikanischen Universität erfordert an Vorbereitungszeit und Umfang des Wissens mehr als der Doktor an den weitaus meisten, wenn nicht allen kontinentaleuropäischen Hochschulen. Die vielfach noch verbreitete und auch in Amerika noch anzutreffende Meinung, daß der Fußball an amerikanischen Universitäten wichtiger sei als das Studium, ist" jedenfalls ein vollständiger und gefährlicher Irrtum. Es gibt collegeSjdie außerhalb von Universitäten stehen, also keine graduate schools besitzen. Ihre Zahl ist ungeheuer groß, ihre Qualität vollkommen verschieden; neben Instituten, die kaum den öffentlichen höheren Schulen ebenbürtig sind, finden sich erstklassige Colleges wie Swarthmore in Pennsylvanien, Heed in Oregon, Pomona in Kalifornien, Vassar und Smith (nur für Studentinnen) in den Staaten New York und Massachusetts. Sie haben gegenüber den Universitäten den Vorteil engsten Kontakts von Studenten und Dozenten und teilweise vollkommenere Unterrichtsmethode, während freilich die Vereinigung von Lehre und Forschung bei ihnen meist nicht oder in geringerem Maß besteht. Auch sind die guten in der Regel teuer. 9. Lieber Einwanderer: Angenommen, du hast Glück und kommst herüber, so kannst du sicher sein, daß dir schon im ersten Jahr ein halbes Dutzend Bekannter schreiben, du möchtest ihnen doch mitteilen, welche Möglichkeiten es für sie gibt. Dann bitte gehöre nicht zu jenen, die die Frager' mit ein paar unverbindlichen Redensarten abspeisen. Aber sei auch vorsichtig mit den Auskünfte n; verallgemeinere weder dein Glück, noch dein Pech. Schreibe den Fragern nicht, daß „in Amerika jeder, der hart arbeiten will, seinen Platz findet", nur weil du einen Platz gefunden hast, sei es auf Grund deiner Spezialkenntnisse oder freundlicher Fürsprache. Wenn dein Stipendium oder dein „appointment" nicht erneuert wurde, schreibe nicht, daß die Amerikaner „mit einer in Europa nicht gekannten Rücksichtlösigkeit" Leute auf die Straße setzen und daß man deshalb lieber nicht herüberkommen solle,- auch in Europa soll es schon einmal vorgekommen sein, daß jemand entlassen wurde. Schreibe deinen Freunden wahrheitsgemäß, daß die Berufschancen des einzelnen im voraus überaus schwer abzuschätzen sind, und daß niemand dem Einwanderer die Mühe, die Kosten und das Risiko des Suchens abnehmen kann,- daß die Uebergangszeit immer schwer ist, und. daß heute für niemand, allenfalls mit Ausnahme von sehr haushalterfahrenen und körperlich kräftigen jüngeren Frauer), Stellungen bereit stehen/ daß aber begabte, t ü c h t i g e, e n e r - gische und spra eh 1 ich yorgeschuite M:-en sehen, wenn sie nicht ausgesprochene Pechvögel sind, Au s si c h t h ab e n, nach kürzerer oder längerer Zeit e t - was z u f i n d e n, wenn vielleicht auch für ein; sehr bescheidenes Gehalt und, was noch wichtiger ist, ohne Garantie der Beständigkeit. Daß es auch besser , gehen kann,, versteht sich am Rande, h. - ■ i c. Zum Punkt ^bescheidenes Gehalt" ist noch eins zu bedenken. Hundert Dollar , sind, glatt umgerechnet^ gar nicht WEGWEISER FÜR AUSWANDERER Allgemeines ELEKTR« Heizu. Kochgeräte, Ventilatoren, Staubsauger, Rasier-Apparate KOFFER Lederwaren, Damentaschen ISOLIER» Kannenu. Speisegeräte BESTECKE MdltlCltCfl Füllhalter. Uhren, Feuerzeuge etc. RADIO PHOTO EHRENFELD Frankfurt a. M. ZEIL 104 Für Auswanderer Praktische Möbel Sr Polstermöbel KOSTERICH Fahrgass« 106 Elektr. Kühlschränke, Waschmaschinen, Staubsauger, Ventilatoren, Heiz- und Kochgeräte, Petrol-Oefen und Herde, Badezimmer-Schranke u. Truhen usw. © £L 0 (0 :(Ö W. LAMM Gr. Hirschgraben 14 Tel. 23207 Spezialhaus für Badeeinrichtungen, Oefen und Herde jeder Art Corsets CORSITX £äteiimcüllS Qoethestraße 5 Telefon 22437 0) i-*- —\ O 3 D ff

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