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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-09-01 · 12 (9.1938) · p. Seite 9

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
12 (9.1938)
Date
1938-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 12 September 1938 „Jüdisches Gemeindeblaii lux Frankfurt1' Seite 9 tum aus Beratungssiellen, die dazu da sind, ihnen zu helfen, aber sie spüren selbst dem Judentum gegenüber keine Verpflichtung. Wenn diese Menschen nichts weiter täten, als in irgend einer deutschen Uebersetzung jede Woche den Abschnitt der Thora lesen, dann würden sie sehen, daß alle Fehler, die sie gemacht haben, von Juden schon einmal gemacht worden sind. Aus diesen Zeiten könnte für unser Volk etwas Neues und Positives sich hindurchringen, wenn wir die innere Richtung fänden, von der leider ein großer Teil noch weit entfernt ist. Wege zur geistigen Einordnung Der Hilfsverein der Juden in Deutschland e. V. versendet in diesen Tagen das soeben erschienene neueste Heft seines Korrespondenzblatts „Jüdische Auswanderung". Darin sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Guba und die Philippinen einer ausführlichen Behandlung unterzogen. Im Rahmen der wertvollen, aufschlußreichen Publikation kommt der Darstellung der Vereinigten Staaten insofern eine besondere Bedeutung zu; als darin irrige Vorstellungen, die durch die Verallgemeinerung der New Yorker Verhältnisse entstanden sind, korrigiert und die "wirkliche Weite und Mannigfaltigkeit des Landes und seiner Verhältnisse in ihrer Bedeutung für den Einwanderer aufgezeigt werden. Das Heft, das zum Preise von RM 1.50 durch den Hilfsverein der Juden in Deutschland, Berlin W. 35, Ludendorffstraße 20, und durch die jüdischen Buchhandlungen zu beziehen ist, muß jeder lesen, der nach den darin dargestellten Ländern auswandern oder sich über die Möglichkeifen solcher Auswanderung unterrichten will. Darüber hinaus vermag es jedem Juden, der an der Erkenntnis der Lage der Juden in der Welt interessiert ist, umfassende und gründliche Vorstellungen zu geben. Redaktion 1. Geistige Einordnung ist etwas völlig anderes als krampfhafte Amerikanisierung. Gewiß ist es ein ungeheurer Vorteil für den Einwanderer, daß die amerikanische Kultur ihm nicht als etwas so Festgefügtes, eindeutig Gegebenes gegenübertritt wie etwa die französische, englische oder italienische. Aber trotzdem kann zum mindesten der im reiferen Alier Auswandernde nie im gleichen Sinn Amerikaner werden, wie es der im Lande geborene ist. Dabei hängt wenig davon ab, ob man mehr von deutschen oder mehr von jüdischen Voraussetzungen an das Problem herangeht. Der Einwanderer kann in Amerika engste Beziehungen zum nationalen Leben gewinnen - und Millionen von Einwanderern haben sie gewonnen, viele hunderte sind zu Führern geworden. Das ist möglich, weil die Stellung des Einwanderers in diesem Land der Immigration nichts Anormales ist, - die Vereinigten Siaaien sind eben eine gemeinsame Unternehmung der europäischen Völker. Aber wie der erwachsene Einwanderer niemals das Englische ohne Akzent sprechen lernt, obwohl er nicht selten einen reicheren Wortschatz und einen besseren (nicht nur korrekteren) Stil besiizjt als der geborene Amerikaner, so wird für ihn amerikanische Sitte und amerikanische Lebensauffassung niemals das Selbstverständliche, unbewußt Angenommene und Geübte sein. Es liegt an ihm, dieses scheinbare Defizit in Reichtum zu verwandeln, in Reichtum für sich wie für die anderen,- das amerikanische Leben wäre ohne den Zustrom von Menschen und Ideen viel ärmer. Auch staaispolitisch ist das bewußte Bekenntnis des von Amerika überzeugten Immigranten zum amerikanischen Staatsgedanken eine wertvolle Ergänzung der oft undurchdachten Hinnahme amerikanischer Einrichtungen durch den geborenen Amerikaner. 2. Richtig begriffene geistige Einordnung ist für den Einwanderer absolut unerläßlich; selbst für die materielle Existenzgründung ist sie wichtiger, als viele Einwanderer denken. Geistige Einordnung in Amerika bedeutet vor allem das Begreifen, daß hier eine ganz große Menschheitsaufgabe zu vollenden ist. Der Kontinent ist erschlossen; die äußeren Bedingungen der Zivilisation sind in überreichem . Maß vorhanden; aber diese Nation, in die Volkskräfte aus allen anderen Nationen eingeströmt sind, hat geistige und seelische Energien, die viel mehr, als materiellen Reichtum schaffen können und auch nach viel mehr als materiellem Reichtum streben. Nicht nur die Besiegung der äußeren Schwierigkeiten, sondern noch viel mehr die inneren Reibungen zwischen den ursprünglich fremdartigen Volksele- Ich biete an 1 Mein grosses reich sortiertes Lager guter und bequemer Damen-Herren- und Kinder- SCHUHE SEHR PREISWERT Auch Hausu. Arbeitsschuhe -Ueberschuhe- Turn- und Sportschuhe Reineckstrasse 21 Gegenüber der Klein - Markthalle

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