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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-08-01 · 11 (8.1938) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
11 (8.1938)
Date
1938-08-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 11 August 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 11 horte, Islam-Kunde, Arabisch und vergleichende semirische Sprachwissenschaft in die Lehrfächer unserer jüdischen theologischen -Lehranstalten aufzunehmen. An einer stattlichen Reihe arabistischer Arbeiten von der Erstlingsarbeit Abraham Geigers über Muhammed bis zu Goldzihers aufbauenden Grundwerken der Islam-Wissenschaft könnte leicht gezeigt werden, daß die Durchbildung in diesen Fachern — außerhalb jedes Zusammenhanges mit praktischen, kolonialpolitischen Aufgaben wie etwa in Holland, England und Frankreich - noch vor zwei Generationen in Mitteleuropa die .Pflanzschule für ein besseres Verständnis des Semitischen und für eine gediegene Haltung zum Wissenschaftlichen überhaupt bei unseren Rabbinern, Lehrern und Lehrenden gewesen ist. Als allmählich mit dem Aufkommen des Zionismus in steigendem Maße auch praktische Aufgaben zu einer breiteren und tieferen Erfassung jener schwierigen Fächer hätten führen sollen, hörten aus äußeren, hier nicht zu erörternden Gründen „Arabisch" und „Islam" fast ganz auf, das Interesse der an unseren Hochschulen ausgebildeten jüdischen Führer zu beanspruchen. Gute Dissertationen oder gelehrte Arbeiten und Werke auf diesem Gebiete wurden Ausnahmen,- es gab bei den jungen Rabbinern immer mehr Schriften aus den Fächern der Germanistik und der Philosophie, dagegen immer weniger Arbeiten aus den Disziplinen der Semitistik, Iranistik oder der sich mehr und mehr spezialisierenden Islam-Wissenschaft. Das Wissen um die arabische und islamische Welt unter uns wurde so, je mehr die weltpolitischen Bewegungen darauf hinwiesen, zusehends schmäler. Auch heute haben die großartigen Ergebnisse der Erforschung des vorderen Orients oder die Rolle, die der Islam weltgeschichtlich gespielt hat, noch nicht angefangen, in unser Bild von der Entstehung der Völker und Staaten, geschweige denn in unser allgemeines Epoche-Bewußtsein einzugehen. Es ist dringend davon abzuraten, auf journalistischen und feuilletonisiischen Wegen oder mit Reportagen des Films und Radios jenes nötige gründliche Wissen zu ersetzen. Aus der Flut der Literatur über die Araber, worüber wir früher auch in diesen Blättern dann und wann berichten konnten, ragt seit kurzem das in neue Form gebrachte Werk von Charles Montagu Doughty „Arabia Deserta" hervor; es ist jetzt unter dem Titel „Die Offenbarung Arabiens" (aus dem Englischen von H. Federmann) im Verlag von Paul List (612 Seiten mit einer Karte; Preis geb. RM 11.-) erschienen. Dieses umfangreiche Reisefagebuch ist, obwohl es vor über 50 Jahren abgefaßt wurde, geeignet, einen ersten Begriff von der eigentlichen Welt „Arabien" zu geben. Doughtys „Reisen in der arabischen Wüste", die Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gemacht wurden, sind als eines der größten Prosawerke der englischen Literatur gefeiert worden. Der Freund des Verfassers, der englische Oberst T. E. Lawence, der Autor der „Sieben Säulen der Weisheit", hat die Neuherausgabe veranlaßt. Einige Sätze aus seinem Vorwort und die Wiedergabe eines kurzen Kapitels sollen im folgenden (statt einer literarischen Charakteristik und einer unzureichenden Inhaltsbeschreibung) von dem Stil des Buches, das keine Unterhaltungslektüre und wie Doughty selbst sagt „keine Milch für Säuglinge" ist, einen ersten Eindruck vermitteln. Lawrence sagt in dem ausführlichen Vorwort zu Dqughiy : „Je mehr man sich mit Arabien beschäftigt, eine um so größere Fundgrube bedeutet „Arabia Deserta" und je weiter man reist, desto größer wird die Hochachtung vor der Einsicht, der Urteilsfähigkeit und der Künstlerschaft des Verfassers . . . Das Buch ist zeitlos und wird nie veralten. Es ist das erste und maßgebliche Werk ü&er die Araber der Wüste: ... Jeder, der dem Begriff Arabien näherkommen will, muß sich mit diesem Buch auseinandersetzen." In dem großen Reisewerk des englischen Pfarrersohnes Doughty (1844-1926) leuchten auf Schritt und Tritt die Erinnerungen an die biblischen Stätten und Szenen auf. Seine wissenschaftliche Bedeutung liegt auf dem Gebiet der Geographie, der Ethnographie und Ethnologie. Als literarisches Kunstwerk übertrifft Doughtys „Travels in Arabia Deserta" bei weitem den dicken Wälzer „Seven Pillars of Wisdom" von Lawrence, auch dessen berühmtes. Buch „The revolt in the Deseri". Lawrence selbst spricht voll Begeisterung von seinem Vorgänger und Lehrmeister: Es herrscht ein vollendeter Realismus in dem Buch von Doughty. Er gibt die volle, uneingeschränkte Warheit von allem, was er erlebte. Wenn er ein Vorurteil hatte, so war es eines zuungunsten der Araber, die er sehr schätzte. Er hatte einen so tiefen Eindruck von dem seltsamen Zauber, der Unberühriheii und Unabhängigkeit dieses Volkes empfangen, daß es ihm Freude machte, ihre Am 25. Juli beginnt die grösste Veranstaltung dieses Jahres Wir räumen alle dem Sommer-Schluß-Verkauf unterstellten Waren mit außergewöhnlichem Preisnachlaß! Die Preise sind dieses Mal besonders niedrig, denn wir wollen unsere großen Lagerbestände weitgehendst reduzieren Auswanderern sei diese Gelegenheit besonders empfohlen Das große Spezial-Geschäft für Herren- und Knabenkleidung, Sportkleidung, Wäsche aller Art Hinden burgplatz 12 gegenüber d. Hauptbahnhof

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