Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 9 (6.1938)
- Date
- 1938-06-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 9 Juni 1938 Glaserei R*chn«igrabenstrjJ<^^25005 Clemens Kahn Gegr. 1877 Ausführung aller G I a s e r a r b e I t e n wie: Reparaturen von Fensterscheiben. Verkittungen, Instandsetzung von Glasdächern, Einrahmungen, Autoscheiben. Literarische Rundschau Max Liebermann in seinen Briefen Franz Landsberger hat vor kurzem „Siebzig-Briefe" Max Liebermanns .herausgegeben (Büche/ei des Schocken-Verlags Nr. 84), Briefe, von denen die meisten hier zum ersten Male der Oeffentlichkeii übergeben werden. Wenn auch Liebermann als Briefschreiber von besonderer Art nicht ganz unbekannt war, so wird doch hier vor einem größeren Kreise so viel bisher unbekanntes Material ausgebreitet, daß die Persönlichkeit aus ihm erneut lebendig wird. Dgiuv dasjist das Erste, was an diesen Briefen auffällt: Ihre Lebendigkeit, Frische, ihre Unmittelbarkeit, wie eine Antwort, in direkter Gegenrede gegeben, als härte der Schreiber den Empfänger stets und ständig vor Augen. Und mit dieser Vitalität, die bis ins höchste Alter ihm verblieb, verbindet sich Kürze und Klarheit: Kürze - nicht Armut, Klarheit - nicht Nüchternheit, und auch ein urwüchsiger Humor bricht nicht selten durch in Wortwahl und Gedankenverbindung. Es sind durchaus persönliche Briefe — aber es ist erstaunlich und zeugt von der Weite seiner feinen Geisteskultur, wie gar oft er den Leser vom Persönlichen zum Allgemeinen emporfuhri. Immer und überall finden sich Gedanken über Kunst und Künstler, Aeußerungen über sich selbst, über Zeit und Menschen, über Jugend und Erziehung, oft in programmatischer Prägung, Sätze voller Lebensweisheit. Im Wesentlichen aber kreisen seine Gedanken um' die Kunst — sie ist sein Lebenselement, seine ihn ganz und gar erfüllende Welt. Er durfte bei diesen Briefen auf Resonanz rechnen; sie sind fast ausschließlich an Künstler, Kunstgelehrte, an Schriftsteller und an Sammler gerichtet, an Menschen, die dem Schreiber nicht nur durch irgendwelche äußeren Umstände persönlich nahegekommen sind, sondern die zumeist auch eine tiefere Beziehung zu künstlerischen Dingen und Problemen haben. So nimmt er denn die Gelegenheit wahr, über Zeit- und Streitfragen der Kunst zu plaudern - aber ernsthaft zu plaudern, ja zuweilen sogar das Schönste und Tiefste zu sagen, was über Kunst gesägt werden kann. Da stehen. Sätze, knapp, klar, sentenzartig gefaßt, wie mit breitem Pinselstrich hingesetzt: „Nicht die Technik, die Leidenschaft macht den Künstler". „Nur wer mit eigenen Augen die Natur anschaut und nebenbei noch die Fähigkeit besitzt, das originell Geschaute wiederzugeben, ist Künstler". „Je klarer, je einfacher einer sein Gefühl darstellen kann, ein desto größerer Künstler ist er". „Das Studium der Figur -ist die Grundlage aller Kunst." „Zum Maler gehört nicht hur Talent, sondern auch Charakter." Ueberall aber spürt man auch seinen. Charakter, seine teilnehmende Menschlichkeit und - vielleicht das Schönste - seine schlichte Dankbarkeit für jede kleine Gabe, für jedes Wort der Anerkennung seiner Leistung. Ihm selber wäre wohl eine Veröffentlichung dieser Art nicht recht gewesein. „Privatbriefe gehören nicht in die OeffentUchkeit", schrieb er einmal - aber es steht in diesem Büchlein doch so viel von allgemeiner Bedeutung, daß die Herausgabe gerechtfertigt erscheint. Möchte nur bei einer neuen Auflage - das ist unser Wunsch - allzu persönlich Gefärbtes wegbleiben und durch Wertvolleres von allgemeinem. Interesse ersetzt werden. An weiterem Material dürfte es — auch bei der erforderlichen Begrenzung — nicht fehlen. Dann wird das schöne Büchlein noch mehr dazu beitragen, das Andenken an den großen Künstler und Menschen in unserer Gemeinschaft stark und lebendig zu erhalten. Dr. Arthur Galliner Sämtliche Lederwaren ' für die Reise von toewen herz 21 Goethes t r. 21 Hilfsverein der Juden in Deutschland e. V. WOHIN AUSWANDERN? Demnächst erscheint: Jüdische Auswanderung Ausgabe Frühjahr 1938: Nordamerika, Cuba, Philippinen Preis: Rm. 1.50 u. 0.40 Porto Ausgabe 1936: I Ausgabe 1937: Südamerika!) eft I Australien, Neuseeland jetzt wieder verfügbar I u.a.Sudamerika-Nachträg" Preis: Rm. 1.— u. 0.40 Porto I Preis: Rm. 1.50 u. 0.40 Porto Zu beziehen durch den Hilfsverein der Juden in Deutachland e. 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