Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-06-01 · 9 (6.1938) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
9 (6.1938)
Date
1938-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3094266-3094451-3094460--6130-3100928
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 9 Juni 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 11 50 Mittwoch-Konzerte der Jüdischen Tonkünstler Die Jüdischen Tonkünstler Frankfurts können in diesen Tagen mit berechtigter Befriedigung ein Jubiläum begehen: Das 50. Mittwoch-Konzert in der Arnold Lazarus-Halle fand am 25. Mai statt. Als die Jüdischen Tonkünstler Frankfurts im Februar 1935 daran gingen, in Abständen von 14 Tagen gute, wertvolle Konzerte zu kleinen Preisen zu veranstalten, war es ein gewisses Wagnis, das im Programm zum Ausdruck kam. Es sollte den hier ansässigen jüdischen Tonkünstlern Gelegenheit zu künstlerischer Betätigung gegeben werden, zugleich aber sollte, erreicht werden, daß die zum Teil katastrophale ..w i r t schaftliche Lage der jüdischen Künstler gebessert würde. Jeder der hier ansässigen Künstler sollte Gelegenheit zum Auftreten finden und es sollte damit erreicht .werden*;die.übermäßige Anzahl wirtschaftlich und künstlerisch.: unergiebiger. Veranstaltungen überflüssig ,zu machen. - Den Jüdischen. Tpnkünsilern kann zur 50. Veranstaltung das hohe Lob gespendet werden, daß sie gehalten haben, was sie versprächen. v Die Mittwoch-Konzerte haben ihren treuen Kreis von Hörem, gefütiden,' ein. keineswegs anspruchsloses Publikum hat <aelegenheit bekommen, echte Kunst durch hochrangige Kräfte kennen zu lernen. Häufig sind mit Mut und Einsatzbereitschaft.- unbekarinte Werke vermittelt, junge Kräfte zu Wort und Ton gekommen. Im jüdischen kulturellen Leben in Frankfurt-sind die Mittwoch-Konzerte ein tragender Faktor geworden^ Wenn wir heute wissen, daß in ihnen Dienst an hohen ^Gütern 'geleistet wird, so wissen wir auch, daß es eine Gemeinschaft ist, die diesen Dienst tut: eihe_Gemeinschaft von Künstlern und Publikum in jenem schönen Sinn des Wortes, der immer erstrebt wird, wo man Kunst als Gnade und Verpflichtung erkennt. Daß es den Jüdischen Tonkünstlern gelingen möge, auf dem eingeschlagenen Weg fortzuschreiten, ist unser Jubiläumswunsch! An Hörerschaft wird es dann nicht fehlen. Ghr. Jakob Scherer Am 7. Mai gedachte eine treue Gemeinde des einstigen Philanthropinlehrers Jakob Scher er, der vor hundert Jahren geboren wurde. Seine prächtige Erscheinung - als pädagogische Persönlichkeit wie als männhafte aufrechte Ge- WICHTIGE TERMINE die jeder jüdische Geschäftsmann wissen sollte: 1. JULI und 25. JULI erscheinen die beiden nächsten Ausgaben des Jüdischen Gemeindeblatts zu Frankfurt a. M. Auskunft erteilt: DieAnzeigenueruialtung m.lsaac & Co., ReinecH.itr.i7/l9Tel. 2U88S stall bis in sein 88. Lebensjahr - lebt in der Erinnerung seiner Schüler und Mitarbeiter fort. Sein Lehrgeschick war sprichwörtlich. Mit gesunder Strenge erzog er seine Schüler zu Ordnung, Norm und Form, seine Lehrstunden erfeilte er mit Frische, der nie der Humor fehlte. Tausende von Schülern bildete er zu religiösen, naturliebenden, lebenstüchtigen Menschen heran. Jakob Scherer war auch seinen Amtsbrü^ dern ein aufrichtiger Berater. Durch unablässiges Arbeiten aii sich selbst und weise Lebensführung wurde er vielen eini würdiges Vorbild. Er stammte, wie viele seiner, durch Direktor Baerwald ans Philanthropin berufenen Kollegen, aus Baden. Ehe er nach Frankfurt kam, wirkte er in Gernsbach, Freiburg und Karlsruhe. Ueberall erntete er Dankbarkeit, Liebe, Verehrung. Jahrzehntelang war Jakob Scherer Vorstand der Hauptsynagoge. Der würdigen Gestaltung des Gottesdienstes galt sein sachkundiges Interesse. Er war Vorstand der Achawa, Administrator der " Güldenslein-Slifhing und vielfach in sozialer Arbeit für die jüdische Gemeinde tätig. Von Familienglück umgeben, von seiner Generation verstanden, durfte er sich einer reichen Ernte an Dankbarkeit und Liebe erfreuen. Das Bildnis dieses Mannes wird seinen Getreuen in allen Ländern der Welt lebhaft vor der Seele stehen. E. G. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt folgendes mit: In letzter Zeit haben sich in Portugal gewisse Schwierigkeiten ergeben. Es muß deshalb allen jüdischen Auswanderern, die in dieses Land zu gehen beabsichtigen, geraten werden, sich bald mit der örtlich zuständigen Beratungsstelle des Hilfsvereins in Verbindung zu setzen. WEGWEISER FÜR AUSWANDERER B Beleuchtungskörper, Bestecke Beleuchtungskörper Elefctr. Heiz-und Kochgeräte Staubsauger, Elektr. Rasier-flpparate EHRENFELD ZEIL 104 M Möbel Bestecke Alpacca versilbert Roneusii — Massiv rostfrei Isolierkannen, SpelsegeffäBe EHRENFELD ZEIL 104 Schuhe Damen- Schuhe Wim. ^mSlspiiS^- KÖSTER ICH Ä83 Für Auswanderer Praktische Möbel ST PolstermöbelSUSS KOSTERICH Fahrgasse 106 Schreibschranke in allen Holzarten von RM. 160.- bis RM. 330.- Schlafzlmmer in allen Holzarten speziell mit Herrenkomocfe von RM. 375.- bis RM. 750.- Aufbau-Möbel in Modern und Chippendale In allen Holzarten sowie Extra-Anfertigung Reform-Kuchen, BettcouchssPolstersessel,Satztlschchen, Lampentische, Metallbetten, Stahle sowie den praktischen amerlkan. Klapptisch Kommen Sie doch ins „Jüdische Fachgeschflft" H. ZIMMER, Hanauerlandstraße 44 Der „Wegweiser" erscheint jeden Monat

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.