Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 7 (4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
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JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite H Nr, 7 April 1938 > werde auf dem alten Kulturboden, aus dem immer neue, gültige' Beweise für die Verbundenheit des Volkes Israel mait ihm zu Tage gefördert werden, der neue jüdische Mensch seelisch geläutert hervorgehen, mit wachsenden Kräften in freiem Schaffen sein Daseinsrecht behaupten. b. Der Film „Schaffender Wille" Ein Film, der im Auftrag der Reichsvertretung der Juden in Deutschland geschaffen worden ist, wurde in Berlin zur Uraufführung gebracht. Dieser Film: „S chaffender Wille, Juden werden Bauern und Handwerker", bringt Bilder aus der Arbeit der Reichsvertretung auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen und handwerklichen Berufsumschichtung und -ausbildung. Er verschafft der jüdischen Oeffentlichkeit, die über dieses wichtige Arbeitsgebiet bislang nur durch Rechenschaftsberichte und statistische Angaben unterrichtet ist, einen lebendigen Einblick in Dinge, die heute jeden Juden angehen. Der Film wird am 30. April ■ und. 2. Mai in Frankfurt gezeigt werden. (Siehe Seite 2!) Zur jüdischen Der Hilfsverein berichtet über seine Tätigkeit Einen höchst aufschlußreichen Beitrag zur Wanderungsfrage bietet der Jahresbericht des Hilfsvereins der Juden in Deutschland für 1936/37. Wie bekannt, obliegt dem Hilfsverein die Betreuung der gesamten jüdischen Auswanderung aus Deutschland nach allen Ländern, außer Palästina. Der Bericht gibt ein knappes, fesselndes Bild vielseitiger Arbeit. Sehr geschickt ist der bebilderte Umschlag, dessen Photomontage die Arbeit des Hilfsvereins und den hellblau getönten Hafen von Sydney als Symbol einer glücklichen Zukunft zeigt. Für die Arbeit des Hilfsvereins in Deutschland entscheidend war der gewaltige, im wesentlichen gleichbleibende Auswanderungsdrang der jüdischen Bevölkerung, dem leider Einwanderungsmöglichkeiten, besonders in Europa, nur unzureichend gegenüberstanden. Der Hilfsverein mußte deshalb seine Arbeit immer mehr auf die Ueberseewanderung, ja zum Teil auf die Erschließung neuer Möglichkeiten für die Einwanderung verlegen. Diese Verstärkung der Ueberseewanderung brachte naturgemäß eine außerordentliche Erhöhung der Beträge mit sich, die für den einzelnen Auswanderungsfall aufzuwenden Auswanderung sind, - und dies trotz verschärfter Prüfung der Bedürftigkeit jedes Auswanderungswilligen! Wie durch einen besonderen Ausschuß in Berlin eine solche gründliche und doch unbürokratische Bedürftigkeitsprüfung ermöglicht wurde, das wird lebendig erzählt. Die Richtigkeit der Absicht des Hilfsvereins, gerade die Ueberseewanderung zu fördern, zeigt sich vor allem in der verhältnismäßig befriedigenden wirtschaftlichen Einordnung der Masse unserer Auswanderer/ dies wurde erleichtert durch die Besserung der Wirtschaftslage in den überseeischen Ländern, nicht zuletzt aber durch die aufopfernde Arbeit der mit dem Hilfsverein zusammenwirkenden überseeischen jüdischen Organisationen. Es ist ein stolzes Resultat, daß im Jahre 1936 allein mit finanzieller Unterstützung des Hilfsvereins über 5.500 Personen zur Auswanderung gebracht werden konnten/ die endgültigen Ziffern für 1937 dürften kaum geringer sein. Solche Ergebnisse wurden namentlich durch organisatorische Maßnahmen erzielt; hierher gehört besonders die Errichtung von etwa 15 Beratungsstellen im Reich, durch die der starke Auswanderungsdrang in der „Provinz" erfaßt und richtig geleitet werden konnte. Entsprechend geschah der Ausbau der Der Weg zum Bahnhof lohnt! Dort erwarten Sie in großer Auswahl Frühjahrsneuheiten in Herren- und Knaben-Kleidung Ä> ■ Ob gute Strapazierqualitäten oder unsere feinste Modellkleidung erster Fabrikate, stets werden Sie durch Qualität und mäßige Preise zufriedengestellt sein, im grossen jüdischen Spezialgeschäft AUSWANDERER empfehlen wir unsere Spezialartikel für Uebersee Hindenburgplatz 12 gegenüber dem Hauptbahnhof