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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-04-01 · 7 (4.1938) · p. Seite 10

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
7 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 7 April 1938- A. BREITENSTEIN KONSTABLER WACHE — FAHRGASSE 121 u. 150 HERREN-WÄSCHE KRAWATTEN KassenkreditsHn Hohe von RM. 12000.- an die Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe einverstanden. Schließlich erfolgt Zustimmung zu einem Beschluß des Vorstands, wonach auf das Guthabender Israelitischen Gemeinde bei der Jüdischen Leihkasse ein Nachlaß von RM. 3000.- bewilligt wird. Hieran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung, Reifeprüfung am Philanihropin Am 22. Februar 1938 fand unier Vorsitz des zuständigen Oberschulrats die Reifeprüfung am Philanthropin statt. 9 Schüler und 3 Schülerinnen hatten sich zur Prüfung gemeldet. Sämtlichen Prüflingen würde das Zeugnis der Reife zuerkannt, darunter 7 mit „Gut". Die Entlassung der Abiturienten fand Freitag, den 25. März, im Festsaal des Philanihropins statt. Am häufigsten wurde von den Abiturienten der Rabbiner- und Lehrerberuf gewählt. Aus dem Museum judischer Altertümer Wegen des großen Interesses, das die im Museum jüdischer Altertümer ausgestellte Sammlung Nauheim bei allen Besuchern findet, hat die Leitung des Museums sich entschlossen, diese wichtigen und schönen Bestände vorläufig nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, in die einzelnen Sachabteilungen aufzuteilen, sondern sie als Ganzes stehen zu lassen. Dadurch ist die Einrichtung eines anderen Raumes für die Abteilung Frankfurt notwendig geworden. Im Eingangsraum sind die prachtvollen Thoravorhänge und -Mäntel aus der alten Frankfurter Synagoge als Leihgaben der Synagoge am Dominikanerplatz und der Hauptsyhagoge geblieben,- daneben sollen Pläne, Ansichten und Dokumente ein möglichst anschauliches Bild von der Entwicklung der allen Frankfurier Judenquartiere, und ihrer Einrichtungen geben. Im folgenden Raum sind erstmals die wichtigsten Stücke ausgestellt, die durch die Arbeiten der Denkmalschutzstelle des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden in die Sammlung als Ueberweisungen und Leihgaben aus Gemeinden der Umgebung Frankfurts gelangten. Vor allem sind hier Stücke aus Friedberg und Wetzlar zu nennen, die für unser Museum von besonderem Interesse sind, weil sie zum großen Teil von Frankfurter Meistern gearbeitet wurden. Diese Gegenstände zeichnen sich durch Schönheit der Form und der Arbeit aus, einige sind durch ihre frühe Datierung wertvolle Dokumente der Entwicklung des jüdischen Kultgeräts. Aus Friedberg sind zu nennen: ein 3esomimturm, der das Datum 1651 trägt, wahrscheinlich aber schon im 16. Jahrhundert entstanden ist, ein prachtvolles Thoraschild xmd eine reich ornamentierte silberne Thorakrone; aus W e t z 1 a r und dem benachbarten Aßlar: zwei schöne Thoraweiser, Frankfurter Arbeiten um 1735, und ein seltenes gotisches Gießgefäß in Bronce aus dem 14. Jahrhundert, das zur Handwaschung am Eingang der Synagoge von Wetzlar sich befand. Von den Textilien seien erwähnt: schöne Wimpel aus dem 17. Jahrhundert, ein Thoravorhang von 1871 aus Birstein und eine als Thoravorhang be-' nutzte seidene Decke aus der Synagoge von Hohensolms, . eine Arbeit des frühen 18. Jahrhunderts mit feinster Applikation und Plattstickerei. . Arthur Ruppin über Palästina Von Arbeit, Kampf und Zukunft so hieß der Untertitel des Vortrages, den Dr. Arthur Ruppin, Jerusalem, in der Westendsynagoge hielt. Der Name dieses Mannes;-~isf aufs engste mit der Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina verbunden; als Mitglied der Executive der Jewish Agency, als Leiter des Kolonisationsdepartements und der Abteilung für die Ansiedlung der Juden. aus Deutschland steht Ruppin an führender Stelle im Gesamt-Aufbauwerk. Ein im besten Sinne schöpferisches Dasein verkörpert sich in ihm. Die Begrüßung dieser Persönlichkeit durch' den Vorstand' der Gemeinde und die Zionistische Organisation geschah denn auch aufs herzlichste. Justizrat Dr. Blau feierte den Pionier, der vor drei Jahrzehnten auszog, seinen Traum zu verwirklichen: ein Reich der Wahrheit, der Menschenliebe und der Gerechtigkeit im Lande der Väter aufbauen zu helfen. Dr. H. Pomeranz betonte den besonderen Stolz des Zionismus auf Ruppin, der durch konstruktive Taten den Aufbau in Erez entscheidend beeinflußt habe. Doch nicht nur als praktischer Helfer, sondern ebenso als Theoretiker und sozial wissenschaftlicher Darsteller habe er seine Bedeutung für den Jischuw erwiesen. Die Gesämtschau, die Ruppin vermittelte, entsprach der Erwartung. Ruppin sprach schlicht, dabei mit der stillen, fast mystisch untertönten Gewißheit eines Menschen, der von einer großen Idee und dem Glauben an das Gelingen getragen wird. Er ließ einfach die Zahlen erscheinen und gruppierte ihre Eindruckskraftsehr wirkungsvoll. Die Sachlichkeit aber wurde fesselnd belebt durch Einschiebsel, die manchmal anekdotisch erschienen, jedoch ernste Wahrheit enthielten. So einige Bemerkungen über die Engländer, ihre Vertrautheit mit der Bibel und ihren Glauben an die Pro^ phezeiungen über den Wiederaufbau des jüdischen Landes unter britischer Herrschaft. Ruppin ist der Ansicht, daß die Mandaiarmacht an der Balfour-Deklaration festhalten werde. Aus der Fülle der Probleme, die Palästina aufwirft, griff der Redner das Wesentliche heraus und stellte die Bilder von 1908 und 1932 dem heutigen Zustand gegenüber. In drei Jahrzehnten hat die Bevölkerung sich versechsfacht, die wirtschaftlichen, geistigen, religiösen, sozialen Kräfte sind vervielfacht. Allerdings, es werde noch schwerer Jahre des Durchhaltens bedürfen, ehe die Schäden infolge der Unruhen überwunden werden können. Voraussetzung sei die politische Befriedung und ruhiges Arbeiten. Dann aber Annahme sämtlicher Reparaturen und Anfertigungen JUWELEN GOLD SILBER UHREN ALLER ART B E S T E C K E e«ht Silber und versilbert Wir kaufen Altgold und Silber auch alte Silber mark I An» und Verkauf aus Privatbesiis SILBERSCHMIEDE GB Ii/48449 OSEN'DOSEN Frankfurt a. M. KAISERSTRASSE 5 nächst rossmarkt

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