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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-04-01 · 7 (4.1938) · p. Seite 12

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
7 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 JODISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 7 April 1938 Zentrale und der Beratungsstelle Berlin, die täglich ein riesiges Arbeitspensum haben. Der Bericht erzählt auch von bedeutsamen Sonderaktionen/ so von der denkwürdigen Reise des Dampiers „Stuttgart", der mit 540 Juden aus Deutschland in letzter Minute nach Südafrika fuhr, bevor ein neues Einwanderungsgesetz dieses aussichtsreiche Land verschloß. Befriedigend ist auch, daß die Unterstützung, die der Hilfsverein in der Oeffentlichkeit fand, in der Berichtszeit gewachsen ist. Der Mitgliederbestand hafte trotz der erheblichen Verminderung der jüdischen Bevölkerung allein im Jahre 1937 einen Zuwachs von mehr als 50 Prozent. Der Jahresbericht enthält u. a. die Ansprache des Vorsitzenden des Kuratoriums, Max M. War bürg, über die die Problematik der jüdischen Wanderungsfrage. Die Werbeabteilung des. Hilfsvereins, Berlin W. 35, Ludendorffstr. 20, gibt den Bericht kostenlos ab. Jüdischer Arbeiter erlebt Argentinien An den Hilfsverein der Juden in Deutschland richtete ein Elektroschweißer, der schön längere Zeit in derargentinischen Provinz arbeitet, einen ausführlichen Brief; folgende Stellen, die allgemein interessieren könnten, seien daraus wiedergegeben. Das Schreiben ist datiert: F r i a s, Ende Dezember 1937. / Wer die Provinz Argentiniens nicht, kennt, kann sich die Primitivität des dortigen Lebens einfach nicht vorstellen. Zuerst war ich in Loma Negra. Eine riesige hochmoderne Fabrik, in einem gepflegten Park die Wohnungen der Direktoren; Ingenieure und höheren Angestellten. Außerhalb dieses Stückchens Kultur das eigentliche Pueblo: primitive Steinhäuser und überwiegend Wellblechhäuser. Jedes Wellblechhaus besteht aus einem Zimmer, in dem die Peones mit ihrer Familie wohnen. In den Steinhäusern, die zwei, drei Zimmer haben, wohnen die gelernten Arbeiter mit ihrer Familie. Die unverheirateten Arbeiter hausen im „Campamento", einem primitiven Steinhaus mit Zement-Fußboden, Zement-Wänden,. Wellblechdach. In jedem Zimmer drei Mann. Das Mobiliar besteht aus schlechten Betten, schlechten Matratzen — und weiter nichts. Das Essen nimmt man im „Comedor" ein, einer großen Kantine, nicht teuer und nicht schlecht. - Da ich gerade im Winter dort war, habe ich schändlich gefroren, denn Oefen kennt man hier nicht; den Winter faßt man nur als häßlichen Zufall der Natur auf. Dabei hatten wir wochenlang nachts Temperaturen bis zu vier Grad unter Null, und die Wasserleitung, an der man sich draußen vor dem Hause wusch, war regelmäßig eingefroren. Nachts gingen wir gestiefelt und gespornt, feldmarschmäßig ausgerüstet, bekleidet mit Pullover, Schal, Mütze, wollenen Socken, ins Bett, und jeden Morgen tropfte; das Wasser dann lieblich vom'Wellblechdach runter ins Bett. Das sind die schlechten Seiten des Lebens auf dem Camp, aber es gibt auch sehr viel Schönes. Man lernt hier den wirklichen Argentinier kennen, mit seinen Sitten, die noch aus der GauchorTradition herstammen. Hier draußen akklimatisiert man sich viel viel rascher als in Buenos Aires, die Sprachkenntnisse erweitern sich, man gewöhnt sich an die Landeskost, Puchero und Asado schmecken einem genau so gut wie dem Creollo, dem geborenen Argentinier. Das Leben bringt zwar wenfg Abwechslung, aber man hat Gelegenheit zum Reiten und Jagen. An den Sonntagen, die ja doch nur die einzige Freizeit darstellen, die man hat, durch- WEGWEISER FÜR AUSWANDERER Allgemeines Singer-Nähmaschinen KuhlSChränke (auch Frigidaire) Schreibmaschinen MAX GOLDSCHMIDT Beethovenstrasse 62 Fernspr. 757M» K B Beleuchtungskörper Beleuchtungskörper Elektr. Heiz-und Kochgeräte Staubsauger EHRENFELD ZEIL 104 H Haus- und Küchengeräte Ä Alles für die Hausfrau Vollständige Einrichtungen für Auswanderer und Brautpaare Elektr. und Peüol-Geräte Margarete Ackermann-Mainzer Fachgeschäft für Hausu. Küchengeräte ZEIL 68. I, Konst. Wache, Tel.28368 M Oer „Wegweiser" erscheint jeden Mpnal Koffer u. Lederwaren Bahn- Schrank- und Kabinen- KOFFER in allen Größen u. Preislagen. Sämtliche Lederwaren L. DILLER Kronprinzenstr. 39 Telefon 31175 i. GUGGENHEIM ■^■■■■■■l^HSMBiHIMB Töngesgasse 27 a. d. Hasengasse Tel. 26801 Schranku. Kabinen Stadt- und Wander- Koffer Taschen Möbel SchreibschrSnke in allen Holzarten von RM. 160.- bis RM. 350- Schlafzimmer in allen Holzarten spezieil mit Herrenkomode von RM. 375.- bis RM. 750- Aufbau-Möbel in Modern und Chippendale In allen Holzarten sowie Extra-Anfertigung Reform-Küchen,Bettcouchs,Polstersessel,Satztischchen, Lampentische, Metallbetten, Stühle sowie den praktischen amerikan. Klapptisch Kommen Sie doch ins „Jüdische Fachgeschäft" H. ZIMMER/ Hanauerlandstrafle 44

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