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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-03-01 · 6 (3.1938) · p. Seite 9

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
6 (3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 6 März 1938 , jüdisches gemeindeblatt für frankfürt Seite 9 Damen- und Herren-Wäscbe Damenkleidung Strickwaren Kleiderstoffe Manufakturwaren Alles preiswert P ü f J äM Hl äM +m öeligmann an der Bockenheimer Warle Leipzigersfrasse 14 Strumpfkletdung Unterkleidung Schürzen Berufskleidung Bettwäscbe Hausnaltswäsche Generation darf bei ihrer Entscheidung nicht den Fehler eines großen Teiles der älteren, wiederholen, die ihr ganzes Leben unter die Vorherrschaft der wirtschaftlichen Ziele gestellt und dabei - besonders in Augenblicken der Umwälzung - den Sinn ihres Lebens verfehlt haben. Neben der Entscheidung über das Auswanderungsland muß eine andere Frage geklärt worden; Handarbeit oder Kopfarbeit (wie man sie in einer unzulässigen Vereinfachung formuliert). Auf Grund unserer beruflichen Tradition oder auch aus sozialen Aufstiegswünschen wird freilich auch heute noch oft der handarbeitende Beruf abgelehnt. Aber selbst, wenn wir alle Wünsche auf eine Aenderung der beruflichen Schichtung der Juden außer acht lassen dürften, zwingen uns doch folgende wichtige Erwägungen zur Betonung der Handarbeit. Die Ausbildungsmöglichkeiten für intellektuelle Berufe stehen uns in Deutschland nur in sehr beschränktem Umfange und für solche Berufe zur Verfügung, die auf eine Tätigkeit innerhalb der jüdischen Bevölkerung abgestellt sind wie Rabbiner, Lehrer, Kindergärtnerinnen. Die Ausbildung zu den akademischen .Berufen ist für Juden in Deutschland so gut wie unmöglich, sie kann daher nur im Auslande stattfinden. Wer sich für einen solchen Weg entscheidet, der muß sich darüber klar sein, daß nur bei höchster Begabung die Opfer zu rechtfertigen sind, die ein Auslandsstudium auferlegt, und daß auch die Aussichten eines Akademikers mit ausländischer oder ohne Staatsangehörigkeit in jedem Lande nicht groß sind. Die Einreise- und arbeitsrechtlichen Bestimmungen der meisten Einwanderungsländer - mit Ausnahme der Vereinigten Staaten von Nordamerika - bevorzugen handarbeitende Einwanderer und schließen oft genug Kaufleute und Akademiker von der Einwanderung völlig aus. Auch in den Vereinigten Staaten haben Einwanderer mit handwerklicher Ausbildung bessere Berufsaussichten als manche Gruppe von Akademikern und Kaufleuten. Die berufliche Zusammensetzung der jungen jüdii sehen Auswanderer aus Deutschland, die nicht nach Palästina gegangen sind und sich in ihren •Einwanderungsländern eingeordnet haben, entsprach zwar weit- ' gehend auch nicht der Forderung nach Handarbeitern. Aber abgesehen davon, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil von ihnen nach der Einwanderung die Umschichtung zur Handarbeit vornehmen mußte, viele als Hausierer und fliegende Händler „von der Hand in den Mund" leben, hat von den mittellosen Einwanderern im wesentlichen nur jener Teil Arbeitsmöglichkeiten gefunden, der über Spezialkenntnisse und wertvolle Erfahrungen verfügt. Diese Spezialkenntnisse kann aber die junge jüdische Generation in Deutschland jetzt kaum noch erwerben, sodaß auch dieser Umstand sie stärker auf die Handarbeit hinweist. Auf Grund dieser Ueberlegungen muß für den größeren Teil unserer Jugend die Empfehlung handarbeitender Berufe ausgesprochen werden; die kaufmännischen und intellektuellen Berufe, die noch in Frage kommen, sollen den hierfür überdurchschnittlich Begabten vorbehalten bleiben, die außerdem über besonders umfangreiche Sprachkenntnisse verfügen. In unmittelbarem Zusammenhang damit steht die Frage nach der Art und Dauer der Schulbildung, die der Berufsausbildung vorangehen soll. In dieser Beziehung können natürlich nur Mindestforderungen und keine rür alle geltenden Vorschläge aufgestellt werden. Danach muß eine mindestens neun Jahre dauernde, auf einen Abschluß gerichtete Grundschulbildung gefordert werden. Zu der achiklassigen Grundschule soll also noch ein neuntes Schuljahr kommen, in dem die Grundlage einer Fremdsprache und eine Vertiefung der judentumskundlichen Fächer gegeben werden sollen. Berufsausbildung für jüdische Jugendliche Die Jüdische Jugendhilfe e. V. veröffentlicht ein Verzeichnis der Berufsausbildungsstätten, das angesichts der bevorstehenden Schulentlassung von großem Interesse ist. Das Verzeichnis kann bei der Jüdischen Jugendhilfe e. V., Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 158, angefordert werden. Examen-Kurse für auswandernde Aerzie Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, der Hilfsverein der Juden in Deutschland und die Jüdische Gemeinde Berlin beabsichtigen bei genügender Beteiligung Kurse ab 1. April für solche Aerzte, die Aussicht haben, nach den Vereinigten Staaten einwandern zu können. Zweck der Kurse ist: die nötige Vorbereitungszait für die Ablegung der medizinischen Prüfungen in USA möglichst abzukürzen. Die Teilnehmergebühr beträgt monatlich RM 50, also RM 300 für den ganzen Kurs. Umgehende Meldungen erbeten an die Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde, Abt. Aerzte, Berlin N. 4, Oranienburgerstraße 29. Fabel haft! Hill haben Sie diesen WO Anzug her ■ Werschneider? A. PITTERMANN ZEIL 12, I. TELEFON 24103 Reichhaltiges Lager in erstklassigen Stoffen aller Preislagen_ Die moderne Tascha sowie Ihr Reisegepäck kaufen Sie am besten Im Lederwaren-Spezialhaus MODERNA Inhaber Sandel Nur noch Goethestrasse 2 Berücksichtigt unsere Inserenten! 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