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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-03-01 · 6 (3.1938) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
6 (3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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t!**m**^q— Nr. 6 März 1938. JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seife 7 Auswandern — wohin? Guter Rat ist diesmal billig! Das überragende jüdische Tagesproblem, dessen öffentliche Erörterung unsere Menschen mit gespanntem Interesse verfolgen, ist die Auswanderung. Das haben auch die zahlreichen, sehr stark besuchten Veranstaltungen des H i 1 f s - Vereins besonders deutlich gemacht. Viele jüdische Gemeinden bitten dringend um weitere Vorträge. Im übrigen sprechen eindringlich die Besucherzahlen in den 16 Beratungsstellen des Hilfsvereins, der heute d i e zentrale Organisation für die jüdische Auswanderung ist (Palästina ausgenommen!): täglich 600 Ratsuchende und mehr in Berlin und im Reiche, die den Beratern immer wieder die Frage vorlegen: „Wohin kann ich auswandern? Was muß ich tun, um in das Land zu gelangen, das ich gemäß dem Rat des Hilfsvereins als meine neue Heimat erwählen will?" Aber nicht nur die Zahl der Fragesteller hat sich vervielfacht, gleichzeitig ist auch ein liefgreifender Wandel in der Zusammensetzung des ratsuchenden Publikums eingetreten. Während sich bisher überwiegend Minderbemittelte oder Mittellose an den Hilfsverein wandten, um mit seiner Unterstützung die Auswanderung durchzuführen, steigt neuerdings auch täglich die Zahl derer, die auf finanzielle Hilfe nicht angewiesen sind, sondern seinen Rat und seine Erfahrungen beanspruchen. Viele Kapitalisten besprechen jetzt ihre Auswanderungspläne mit den Beratern des Hilfsvereins. Sie alle haben mit Hochachtung und wohl auch mit Stolz, daß jüdischer Gemeinsinn ein solches Hilfswerk geschaffen hat, die Beratungsstelle verlassen, die ihnen kostenlos wertvolle Ratschläge gespendet hat. Fast alle haben es begriffen, daß man aber auch das Seine tun muß, um den Hilfsverein in den Stand zu setzen, jeden unter uns beraten zu können und ihm, wenn es Not tut, den Weg nach draußen zu ebnen. Viele Tausende sind im abgelaufenen Jahre Mitglieder des Hilfsvereins geworden, weil sie erkannt haben, daß es um ihre eigenen Interessen geht, deren Anwalt und treuhänderischer Berater der Hilfsverein ist. Der Mitgliedsbeitrag ist wahrhaft produktiv angelegt: für den Aufbau neuer Existenzen unserer Auswanderer. Man sage nicht, daß diese Mittel durch den „Apparat" verschlungen würden. Dieser „Apparat" (überdies ist er relativ sehr klein) macht sich hundertfach bezahlt, wenn ihm nur Jeder Gelegenheit, gibt, sich an ihm zu bewähren! Der Hilfsverein kann seine beispiellose Verantwortung, unsere Auswanderer bevölkerungspolitisch richtig zu lenken und sie nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten wieder seßhaft zu machen, nur dann tragen, wenn niemand auswandert, ohne vorher den Rat des Hilfsvereins beansprucht zu haben. Dies ist nicht nur das Recht jedes in Deutschland ansässigen Juden, sondern Jeder hat gegenüber der jüdischen Gesamtheit die moralische Pflicht, sich dieses Rates zu bedienen, damit nicht eine „wilde", planlose Auswanderung eintrete, die das mit unendlicher Geduld, Intelligenz und Mühe schon Erreichte zunichte macht und die Verwirklichung noch größerer Zukunftsaufgaben gefährdet. Die Nichtbeachtung dieses Rates führt überdies leicht zur Außerachtlassung wichtiger gesetzlicher Formalitäten, die Erstklassige £J | g Damenstoffe «f Rossmarkt 8 I (Lift) zur Erteilung eines Visums durch das Einwanderungsland gefordert werden,- die Folge sind oft Geld- und Zeitverlust für den Auswanderungswilligen. Häufig werden aber auch bei der Einwanderung selbst in Unkenntnis der Zollvorschriften oder der wirtschaftlichen Verhältnisse im Einwanderungslande Fehler begangen, die dem Einwanderer außerordentlich teuer zu stehen kommen. Mitglied des Hilfsvereins zu werden, ist notwendig, löblich und ehrenvoll. Unerläßlich aber ist es, sobald der Entschluß zur Auswanderung gefaßt ist, seinen Rat in Anspruchzu nehmen. Hier ist guter Rat diesmal b i 11 i g I ■ Dr. E. B. Für den Keren Hajessod! Zahlreiche namhafte Juden,, die aus Deutschland nach Palästina ausgewandert sind, wenden sich mit folgendem Aufruf an die Juden in Deutschland zugunsten des Aufbauwerkes in Erez Jisrael. „Das jüdische Palästina steht heute in einer wichtigen und schweren Periode des Uebergangs. Wer in Palästina diese Zeit durchlebt, fühlt jeden Tag von neuem, daß unsere politische Situation mit unserer Leistung und Stärke im Lande aufs engste verbunden ist. In dieser Zeit muß es sich erweisen, ob das jüdische Volk Vertrauen zu seinen Pionieren hat, oder ob es in einem schweren Augenblick abwartet und zusieht, was aus dem jüdischen Palästina wird. Das Ringen um die freie Gestaltung jüdischen Lebens in Palästina ist in die entscheidende Phase getreten. Gelingt es, durch den Keren Hajessod die erforderlichen öffentlichen Mittel zu schaffen, so können wir die Probleme der Politik und der Wirtschaft meistern. Vierzigtausend Juden sind im Laufe der letzten vier Jahre aus Deutschland gekommen. Weiteren Tausenden kann Palästina neuen Lebensraum gewähren. Gerade die Juden in Deutschland sollten daher außerordentliche Anstrengungen machen, um die nächste Stufe der palästinensischen Entwicklung vorzubereiten. Die Frage von Erez Jisrael ist keine Frage guter oder schlechter Konjunktur, es ist die Sache der Wiedergeburt des jüdischen Volkes schlechthin. Uns schrecken keine Schwierigkeiten. Wir sind bereit, alles zu tragen, wenn wir dadurch dem freien Leben unseres Volkes in seinem Land den Weg bahnen. Im Namen der aus Deutschland nach Palästina eingewanderten Juden rufen wir die Juden in Deutschland auf, sich mit uns für die Zukunft von Erez Jisrael verantwortlich zu fühlen und ihre Solidarität durch ein wahrhaftes Opfer für den Keren Hajessod zum Ausdruck zu bringen." innahme sämtlicher Reparaturen und Anfertigungen JUWELEN GOLD SILBER UHREN ALLER ART BESTECKE echt Silber und gMgjbgf* Wir kaufen Altgold und Silber auch alte Silbermark I An* und Verkauf aus Privatbesitz GB 11/48449 OSEN «DOSEN SILBERSCHMIEDE Frankfurt a. M. KAISERSTRASSE 5 nächst rossmarkt iMmmsssamr

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