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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-02-01 · 5 (2.1938) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
5 (2.1938)
Date
1938-02-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 5 Februar 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 7 Dreyfuß' sind von einer immer wieder überraschenden Unmittelbarkeit in der Wiedergabe des Farbigen und. von eine erstaunlichen intuitiven Sicherheit in der figuralen Komposition. Keineswegs unwichtige Einzelheiten (Verzeichnungen, Vernachlässigungen) lassen jedoch die Freude an seiner Leistung nicht recht aufkommen. Unter den jüngeren Malern der Ausstellung ist Fritz S. Schames die größte Begabung. Man kannte seine mit kräftigen und zarten Farben zu starker räumlicher Wirkung gestalteten Landschaften. Das Männerporträt, das die Ausstellung zeigte, läßt erkennen, daß er auch als Bildnismaler Anspruch auf ernste Beachtung verdient. Der Entwurf zu einem Mosaik und mehrere Monoiypien zeigten ihn erfolgreich auf dem Weg nach neuen Ausdrucksmitteln. Auch, diese Kunstschau empfing durch Hermann Li s mann, von dem Gemälde und Graphik zu sehen waren, wertvolle Bereicherung. Seine Figurenbilder und Landschaften gelangen durch strenge Form zu eindringlicher Wirkung. Arthur G a 1 - 1 i n e r, mit Aquarellen vorteilhaft vertreten, erscheint mit zwei Männerbildnissen als fein beobachtender, nobel gestaltender Porträtist. Wie immer, ist auch diesmal Alfred Oppenheim unzweifelhaft die überragende Persönlichkeit der Ausstellung. Ein erst in diesem Jahr entstandenes Bild eines Gartens zeigt ihn als den geschmackvollen Im- Eressionisten, als der er seinen Namen begründet hat. Das!erren-Bildnis, gleichfalls erst kürzlich entstanden, zeugt für den eindringlichen Beobachter und sicheren Gestalter, der Oppenheim als Bildnismaler ist. Unter den übrigen Ausstellern verdienen Leo Horov i t z mit formschönen Kultgeräten, H. Tennenbaum mit geschmackvollen Metallarbeiten, die Malerinnen und Zeichnerinnen Rosy Lilienfeld, Amalie Seckbach (von ihr auch Kleinplastik), Anna Heidtmann (Kassel) und die Kunstgewerblerinnen Erwähnung. Mit der Chanukkah-Kunstschau war eine Gedächtnisausstellung für die Malerin Ise Hanf-Weinhold (Limburg) verbunden. Die Künstlerin war in den letzten Jahren in zunehmendem Maße den Besuchern der Chanukkah-Kunstschau interessant geworden. Ihrer vitalen, farbstrotzenden, aus Tiefen formenden Kunst hat der Tod ein beklagenswertes frühes Ende gesetzt. Was sie zurückgelassen hat, ist Zeugnis einer eigenartigen, echten, fast tragischen Begabung. Dr. H. G. Orchester-Konzert im Kulturbund Das zweite Konzert des Orchesters der Jüdischen Kulturbünde erzielte gegenüber dem ersten eine Steigerung der Eindrücke. Das Programm stützte sich auf Meisterwerke der klassisch-romantischen Literatur. Die erhöhte Leistungsfähigkeit des Ochesters trat sinnfällig in Erscheinung. Wenn zwar bei Mendelssohns Oktett, einem seiner wertvollsten Kammermusikwerke, die unmittelbare Wirkung nicht ganz den Erwartungen entsprach, so mag das daran gelegen haben, daß für das feingliedrige, der intimen musikalischen Sphäre verhaftete Stück im großen Saale die akustischen Voraussetzungen fehlten. Professor Prüwer und seine-hochqualifizierte Streichergruppe taten jedenfalls alles, um eine Ver- JACOB GEIGER,?.?ÄiSe4r,,nd",r 7* Versicherungen aller Art, sowie auch Krankenversicherungen gröberung der Linien, die durch Übertragung eines für Solo- Instrumente geschriebenen Werkes auf den Orchesterapparat nahegelegen hätte, zu verhüten. Das sorgsam abgewogene, nuancenreiche Musizieren verdiente Bewunderung. Mehr noch verpflichteten Dirigent und Orchester zu Dank durch, die meisterhafte Wiedergabe der C dur-Symphonie von." M o z a rt. Der so oft mißbrauchte Begriff eines echten, durch, keine persönliche Willkür verfälschten „Mozart-Stils" wurde von Prüwer verwirklicht. Auch die Musiker, in sorgsamster Probearbeit geschult, zeigten sich bemüht, die hohe Aufgabe würdig zu erfüllen. Der Solist des Abends, Erich Landerer, einer der zweifellos Berufenen aus dem pianistischen Nachwuchs,, bringt alle Voraussetzungen für den Virtuosen großen Stils mit: die souveräne Technik, die Musikalität und das mitreißende Temperament. Blieb er auch vielleicht der Lyrik de? Es dur-Konzerts von Liszt noch einiges an Einprägsamkeit schuldig, so wußte er den bewegten Partien den vollen, virtuosen Glanz zu geben, durch den diese Musik noch heute anspricht. Der brausende Beifall des Publiküms erzwang sich eine Zugabe: ein keck hingeworfenes Klavierstück von Manuel de Falla. Das Orchester bewährte sich auch in der gewandten Begleitung des Klavierkonzerts. Dr. Nathan Ehrenreich. Reparaturen in eig. Waricstätts onmod. Obren nebmi leb Hei Maal In ZiöliMi TEL=25325 Biebergasse^ 1 er „Von irdischer und himmlischer Liebe" In der Gesellschaft für jüdische Volksbildung rezitierte Edith Herrnstadt-Oettingen. Der Abend bot außerordentliche Eindrücke. Sie gingen im wesentlichen von den. Stücken aus, die ein starkes, ebenso geistig erhelltes wie innig durchseeltes Gefühl dichterisch aufklingen ließen. Grundthema der Vortragsfolge: das Liebesgefühl in seiner polaren Ausstrahlung, der himmlischen und der irdischen. Das warmtönige, schwere, dabei farbenreiche Alt-Organ der Sprecherin bildete das rechte Fundament der Gestaltung, insbesondere dort, wo der Herzenston jüdischen Leids und seine unbeirrbare Verbundenheit mit der Gottheit lebendigwurden. Der sprechtechnisch makellose, innige Vortrag" drang so in die Sphäre der absoluten Kunstleistung, in der das Werk mit seinem Sinngehalt klar hervortritt. Nebeneinander bestanden daher z. B. das „Flaumvögelchen" der Lagerlöf, der „Kaddisch" des Berditschewers, schließlich Zweigs nachdichtende Legende „Rahel rechtet mit Gott". - ^Die Künstlerin sprach der dankbaren (leider nur kleinen) Hörerschaft noch Wolfskehls Mahnverse: „Blickt nicht zurück!" Artur Bogen QUALITÄT! yfitlTER HLÜsS'V E^»^J'M" Hermanns & Froitzheim Das Fachkundige Spezialgeschäft Berger Strafte - Zeil, Ecke Hasengasse - Brückenstrafte

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