Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 4 (1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 22 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFÜRT No. 4 Januar 1938 SPORT-HESS Am Schauspielhaus 2-4 Telefon 29335 Ski-Ausrüstung Sportamkel aller Art Moskito - Netze Lein en-Anzüg e Die Vorsitzende der Heimkommission Frau Paula Nassau e r-N iedermayer begrüsste die Anwesenden. Dann nahm die Referentin des Abends, Fräulein Hannah Karminski, Berlin, die Geschäftsführerin des Jüdischen Frauenbundes das Wort zu ihrer gross angelegten Rede. Ihre Darstellung war so plastisch und lebendig, dass „Isenburg" mit seinen vielfältigen Insassen, dem Säugling, dem Kleinkind, dem Schulkind, den Jugendlichen und den Müttern vor dem inneren Auge zu erstehen schien. Weit über 1000 Pfleglinge hatten in den 30 Jahren in Isenburg ein Heim gefunden. 252 kamen als Schwangere oder Mütter, 374 Säuglinge. 441 Kleinkinder, 199 Schulmädchen und 392 weibliche Jugendliche. Gegenwärtig befinden sich in Isenburg 87 Pfleglinge. — Schwierig, so berichtete Fräulein Karminski, ist die Frage der Mitarbeiterinnen für Isenburg, junge Menschen müssen für die Arbeit gewonnen werden, die allerdings manchen Verzicht verlangt, denn das Heimleben ist in gewissem Sinne eine abgeschlossene Welt. Die Zahl der Freunde von Isenburg muss wachsen, sagte Fräulein Karminski am Schlüsse ihrer fesselnden Ausführungen. Das Heim braucht Freunde zur Minderung der finanziellen Last, aber auch zur Stärkung des Vertrauens, dessen dieses Heim in besonderem Maße zur Weiterführung seiner Arbeit bedarf. St. F. Frauenvertretung im Rat der Reichsvertretung Frau Cilly N e u h a u s, Vorsitzende der Zweigstelle Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes, wurde in den Rat der Reichsvertretung der Juden in Deutschland gewählt. — Wir freuen uns über die Anerkennung, die Frau Neuhaus, als der Vertreterin der Interessen des Jüdischen Frauenbundes mit dieser Wahl erwiesen < wurde. Dr. Martha Wertheimer wurde von dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Repräsentantenversammlung einstimmig in den Schulvorstand berufen und hat dieses Amt angenommen. pPip artwvt^^ <.fat&*. Wä^t^i 'TipP^t z'etft* *T\ LunhardfCCth^X /bfirgosse ,'an der Kor/stob/er Hac/ie Loewenherz 21 Goethestraße 21 PHOTO-Apparate liefert günstig ARNO K ATZ- Atelier FOTO Bedarf Sandweg 9 Tel. 46009 Kauft bei unseren Inserenten UHQEHJ50L0WAREN RERUKTUREN ^^^«g^gggittnrjg^ GOL OAN KAUF M. KIEFER Strumpfe - Trikotagen - Wäsche (seither Reineckstr. 19) jetzt Baumweg 38. _±_. Gern-Mitgl._. Versicherunaen aller Ari WALTER JOSEPH Bürgerstr. 8 Tel. 32620 Priv. Am Tiergarten 2, Tel. 44870 Jüdischer Sport im Dezember Eine symptomatische Erscheinung im jüdischen Sport in Frankfurt ist die verstärkte Förderung des Turnens. Unter der Leitung des Bezirksobmannes Dr. G. Narewezewitz (Frankfurt am Main) bildete die Beteiligung des „Schild" und des Philanthropin Frankfurt an einem Turnwettkampf des Schild Wiesbaden den Auftakt zu einer Reihe geplanter neuer Wettbewerbsmöglichkeiten. Die 40 Teilnehmer der Kämpfe zeigten beachtliche Leistungen, besonders erfreuliches Können sah man bei der Jugend. Erster Sieger des Wettkampfes wurden sowohl in der Gesamtals auch in der Einzelwertung die Jugendlichen des Philanthropen vor Schild Frankfurt und Schild Wiesbaden. Einzelsieger wurden: Günther Löwenstein (Philanthropin) vor Werner Beis (Schild Frankfurt) und Lore Mayersohn (Phil.) vor Grete Westerfeld (Schild Frankfurt). Im Handball wurden die Pokalspiele des „Spielausschusses" beendet. Durch ihren Sieg über den badischen Gruppenmeister Bar Kochba Mannheim errangen die Frankfurter Bar Kochbaner den Titel eines Gesamtmeisters des' „Spielausschusses". Das Vorstandsmitglied des „Spielausschusses", Hugo H echt überreichte dem Meister auf dem Sportplatz die Siegerurkunde. Ein noch grösserer Erfolg für den Bar Kochba Frankfurt war drei Wochen später der schwere Sieg über JSK. Berlin, mit dem die Frankfurter dieses Jahr nun auch Deutscher Makkabimeister geworden sind. Die Fussballer des Bar Kochba Frankfurt waren weniger glücklich. Sie kämpften sich zwar bis' zum Endspiel gegen Bar Kochba/Hakoah Berlin durch. Dieses Endspiel musste aber vom Schiedsrichter wegen bedauerlicher Temperamentsausbrüche der Spieler trotz spielerischer Ueberlegenheit der Frankfurter beim unentschiedenen Stande von 4:4 abgebrochen, werden, sodass die Fussball-Makkabimeisterscbaft nicht entschieden werden konnte. Das grösste Sportereignis des letzten Monats war die Makkabi-Leistungsschau in der Turnhalle des Philanthropins, die einen eindrucksvollen Einblick in die Erziehungsarbeit der zwei Frankfurter Makkabivereine, Bar Kochba und Hakoah, vermittelte. Unter der umsichtigen Leitung von Emil Stelzer und Kurt Schönfeld sah man ein unterhaltendes Programm, vielseitig und bunt zusammengestellt. Max Flörsheim wies in einer Begrüssungsanspracheauf die Förderungspflicht des jüdischen Publikums für den Sportjiin und forderte die Unterstützung der jüdischen Sportarbeit durch die Zuführung auch des letzten Jugendlichen, Auf den verschiedensten Gebieten wurden Proben vorgeführt, die den denkbar besten Eindruck hinterliessen. Ob nun die Makkabimädels ihre mustergültigen Uebungen der Körperschule, der rhythmischen Gymnastik, vorführten, ob sie am Barren eine glänzende Körperbeherrschung bewiesen, ob die Jungens Mut und Gewandtheit im Bodenturnen demonstrierten oder in neuartigen Barrenpyramiden Ausschnitte aus ihrem Uebungsbetrieb zeigten, — immer war nicht nur die Qualität der Darbietung, sondern vor allem auch der Ernst und der Eifer der Jugendlichen lobenswert. Schimmel und Kessler, die Makkabimeister, führten die „hohe Schule" des Tischtennis vollendet vor, mit Kecht wurden fünf kleine Jugendboxer bei ihren schönen Schaukämpfen besonders applaudiert. Für das Auftreten der Fussballer hatte man eine originelle Form gefunden. Das ganze Programm wurde wirkungsvoll von Theo E g e r musikalisch begleitet. Der JP. Makkäbi Hazair G'dud Frankfurt schloss die Leistungsschau mit einem Schlussbild, das den Ideengehalt des Makkabisports unterstrich und mit der Hatikwah melodramatisch illustriert war, harmonisch ab. Der Sehulsportverein Philanthropin bot im letzten Monat auf einem Boxkampf abend der jüdischen Jugend wieder neue Wettbewerbsmöglichkeiten. Ausser dem Schulsportverein selbst beteiligten sich diesmal Jugendboxer des Bar Kochba, der Hakoah Frankfurt und Mainz, des Schild Frankfurt und Schild Wiesbaden an den Kämpfen, die in den Altersklassen Jahrgang 1921/22, 23/24, 25 und später in den entsprechenden Gewichtsgruppen ausgetragen wurden. Von Mal zu mal kann man die Fortschritte der Frankfurter Jugendboxer feststellen. Es gab an diesem Abend in der Hauptsache Punktsiege; man sah 9 Kämpfe und zum Schluss Schauvorführungen des bekannten Schild-Reichsmeisters Langmann mit zwei Jugendboxern. B Im übrigen herrschte im Dezember Sonntag für Sonntag ein reger Spielverkehr auf allen jüdischen Sportplätzen. Besonderer Pflege erfreute sich der Jugendsport. Wie in jedem Jahr hat auch in diesem Winter der Tischtennis-Betrieb große Ausmaße angenommen. Fast jede Woche werden Turniere zwischen den Frankfurter Vereinen ausgetragen. Selbstverständlich ist auch in diesem Jahr die jüdische Eisbahn an der Tirolerstrasse in Betrieb. L. W-s.