Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 4 (1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
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No. 4 Januar 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 11 Bereicherung der Feier, Einzel- und Chorgesänge, bei denen, neben dem Dirigenten Kuttner und Oberkantor Saretzki, Herbert Sohn und Janko Czemer-Kauffmaan mit gutem Gelingen wirkten Nach drm Anzünden der Lichter und dem gemeinsam gesungenen „Moaus Zur" schilderte in knapp geformten, eindringlichen Worten Gemeinderabbiner Dr. Salzb erger, den tieferen bleibenden Sinn des Festanlasses, indem er Chanukkah — - im Gegensatz zu Purim — als das Fest der inneren Selbststärkung bezeichnete, da damals die Juden den Verlockungen der hellenistischen Welt widerstanden und zur eigenen Religion, Sitte und Sittlichkeit zurückgefunden hätten. Auch die Gegenwart mahne uns zu tapferem Tragen. Den letzten inneren Sinn gebe solch stillem Heldentum aber erst der Gottesglaube, der aus den hell aufstrahlenden Chanukkahlichtern neue Hoffnung und Vertrauen schöpfe. Georg Schott Vortrag über Spinoza Der Redner des Abends in der Gesellschaft für jüdische Volksbildung, Dr. Lutz Weltmann, Berlin, hatte die Aufgabe, Persönlichkeit und Lehre eines der bedeutendsten Denker zu ..schildern. Der Titel: „Spinoza, ein Jude des 17. Jahrhunderts", umgrenzte das Thema, stellte auch eine Voraussetzung: dass der Hörerkreis (er war ungewöhnlich gross) über die wesentlichen Ereignisse seines Lebens unterrichtet sei. Der Sprecher erwartete wohl auch hinlängliche Kenntnis der geistigen, kulturellen, religiösen, geschichtlichen Strömungen jener bewegten Zeitläufte, in denen sich neue Erkenntnisse formten und geistige Kämpfe zur Folge hatten. Wieweit die stillen Voraussetzungen zutrafen, ob also die Mehrzahl den verzweigten Darlegungen folgen konnte, sei dahingestellt. Insgesamt stand die Anlage dieses sehr gefüllten Vortrags nicht im rechten ökonomischen Verhältnis. Man erwartete als Kern die Herausschälung des Wesentlichen dieser Gedankenwelt Und seine Verbindung oder Kontrastierung zur Umwelt; dies geschah wohl, doch überwucherte das an sich einlässlieh imd interessant dargestellte Beiwerk mit zu spezieller Ornamentik das eigentlich Zentrale der Aufgabe. Eine Unsumme Material präsentierte sich: sachliche und auch unterhaltende, biographische und wissenschaftliche Notizen, eine Fülle von Stoff, der für ein Buch ausreichen würde. In dieser Masse war allerdings das meiste enthalten, was die Bedeutung der Arbeit Spinozas betrifft: sein Werk über die Ethik, sein Versuch, die Metaphysik durch mathematisch fundierten Denkprozess zu erfassen, die Zusammenhänge seines Pantheismus mit der Gedankenrichtung seines Lehms Descartes, wie der Gegensatz zu dessen eisiger Systematik, die persönlichen Verbindungen mit den Grossen auf den Gebieten der Wissenschaft, der Künste, des öffentlichen Lebens. Es fehlte nicht der Vergleich mit Uriel Acosta, Giordano Bruno, Maimonides. Die Zeit, ihre Einflüsse und die Schicksale anderer spiegelten sich in diesem Bilde. Weltmann zeichnete vor allem Baruch dTSspinoza, den Juri e n, Abkömmling von Marannen, in den freien Niederlanden lebend und lernend, der ein Abtrünniger wurde und dem grossen rabbinischen Bann verfiel, keiner Religion angehörte, dennoch in seinem Kampf um Gott sich vom jüdischen Denken nicht entfernte. Das Streben des Juden Spinoza, die mystische Einheit von Gott und Mensch durch das Denken und ein sittlich-religiöses Leben zu schaffen, begleitete ihn, einen universal gebildeten, in den geistigen Kämpfen seiner Zeit bewährten Streiter und vorbildlichen Menschen. Artur Bogen Religiöse Weihestunde der Gesellschaft für jüdische Volksbildung Rabbiner Dr. Lemlc über Ercz Israel In der nahezu überfüllten Westendsynagoge berichtete Rabbin er Dr. Lemle über seine Palästina-Reise: Er spreche trotz aller zeitbedingten Unvollständigkeit seiner Eindrücke schlecht- Werdet Mitglied der Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Mitgliedsbeitrag, für 1937/38 mindestens RM 3. VOM HAUPTBAHNHOF Bettlnastr. 35 MeHaoptiialiDiiof nur KalserstraDe 23 KalserstraDe 19 ab 16. Jan, 38 KalserstraDe 11 KalserstraDe 15 Dia praktische und moderne Bettcouch Die sachliche u. geschmackvolle Dekoration Die sauber und gut geklebte Tapete alles preiswert aus einer Hand Werkstätten Julius Schott L. POSEN Ww. gegr. 1869 An- und Verkauf aus Privatbesitz Gelegenheiten in Brillanten. Gold, Silber MODERNE BILDNISSE Paftbüder aller Art Billigste Preise Photo-Atelier May Tel. 27128 A, Höchberg Handschuhe Strümpfe in jeder Preislage SiegmundColdfchmidt Inh. 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