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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-01-01 · 4 (1.1938) · p. Seite 10

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
4 (1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 4 Januar 1938 VON DER Konstab!. Wache Eonstabier Wache SCHIRME VON ISEMANN UHREN-FUCHS Inhaber E. van Gelder m Juwelen und Goldwaren Eigene Reparaturwerkstätte GEMEINDEBLATT Anzeigen-Verwaltung M. iSAAC & CO. Tel. 24888 9—1 u. 3-7 Uhr Reineckstr. Eine Wohltat Gesundsheitschuhe EHRENFELD RADIOI PHOTO immer das | für. Leioa u. Cuntax spezialisiert Teppiche — Gardinen Dekorationen S.GUTTMANN Inhaber Robert Hirsch Landarbeiten in großer Auswahl SMefa öimenauer das cFacbges£äff für SWolle und Landarbeiten ZUR HAUPT WACHE schwierigen musikhistorischen ' Stoff in leichtfassliche, geistreiche und gemütvolle Plauderei aufzulösen. Ihre gepflegte Sprechweise sicherte ihr auch in dem grossen Saal des Saalbaus den engen-Kontakt mit dem Publikum. Wolfgang Rose, der den reich bemessenen pianistischen Teil bestritt, zeigte sich den schwierigen technischen Anforderungen, die an ihn gestellt wurden, in hohem Grade gewachsen. Manches hätte man sich impulsiver und farbiger gewünscht. Ein abschließendes Urteil über Roses Künstlerschaft lässt sich aber selbstverständlich nicht aus , diesen in einen Vortrag einbezogenen Beispielen, die, sich notwendigerweise alle im Dreivierteltakt bewegen mussten, gewinnen. Dr. Nathan Ehrenreich . Ein vergnügter Kinder-Nachmittag Liesel Simon und ihr Kasperltheater sind in Frankfurt seit langem liebe, vertraute Bekannte, und wenn eine Vorstellung angesetzt ist, so wissen die Kinder, diese interessiertesten und lebhaftesten Theaterbesucher, dass sie ein paar vergnügte- Stunden zu erwarten haben. Nicht anders war es bei ihrem letzten Gastspiel im Kulturbund, wo „Das gestohlene Nachtwächter hör n", eine „aufregende Sache in drei lustigen Akten" gespielt wurde. Die zahlreichen kleinen Hörer folgten den Vorgängen dieser Teuf eisübe rlistung, die aus mittelalterlichem Schwankgut stammen könnte, mit sehr aktiver Teilnahme, für den munteren Kasperl und seinen vierbeinigen Freund, und an ihrer Freude und an den Reizen der kleinen Bühne, ihren op^ tischen und szenischen Effekten hatten auch die Aelteren herzliches Gefallen. Von der ersten „Selbstvorstellung" an wusste Liesel Simon den Kontakt mit dem Publikum herzustellen und zu wahren. Also wirklich: „Lebendiges Theater". Georg Schott Jüdische Schauspieler Dieses Thema behandelte Julius B a b in einem Vortrag der Konzertdirektion Koch. Die Beziehungen zwischen Judentum und Schauspielkunst — so führte er aus — sind, historisch gesehen, neu. An der Wiege der jüdischen Kultur stand nicht, wie in Griechenland und Rom, das Theater; es ward sogar lange als feindliches Element empfunden. In der Neuzeit brachte die Judenemanzipation auch hierin Wandel. Unzweifelhaft bestehe bei Juden besondere Begabung für die Kunst der Menschendarstellung. Bab widerlegte die Behauptung, das Leben im Exil habe bei dem Juden'die Verstellung und also die Schauspielerei gefördert. Demgegenüber setzte der Redner die tiefe psychologische Einsicht in das Wesen der echten künstlerischen Gestaltung: Der wirklich grosso Schauspieler ist körperlich-seelisches Instrument des Eindrucks und vollzieht das Wunder der Verwandlung. Vielleicht ist der Jude als Südländer dieser Kunst näher als andere. (Die Italiener sind das klassische Volk der Schauspielgabe, in Europa folgen anteilmässig die Oesterreieher.) Die Juden haben zwar zahlenmässig starken Anteil am Theaterleben gehabt, aber es hat nicht viele wirklich grosse Menschendarsteller gegeben. In Frankreich die Rachel und Sarah Bernhardt. Im Ver-.. laufe des mit einlässlichem Material dicht gesäumten Vortrags schuf der fesselnde Redner Bab die Entsprechung zu den bekannten Leistungen des Schriftstellers und Theaterkritikers. Die Darstellung weitete sich zu einem literarhistorisch und theatergeschichtlich reich fundierten, grosslinig geführten, geistig bedeutsamen und durchpulsten Bilde. Das besondere Niveau, die Freiheil des Stils, der Ernst und die Leichtigkeit, alles das machte die Figuren, plastisch erschaubar und neubelichtet. Markante Gestalten, Vertreter von fünf Generationen der -deutschen Bühne, erhielten scharf geprägte Charakteristik. Der Horizont einer Theate igt schichte öffnete sich, beispielhaft für die Stil-Epochen und für den Anteil, den grosse jüdische Schauspieler daran hatten. Bab schloss mit einem zuversichtlichen Ausblick: auf-das neu sieh bildende jüdische Theater; die Beziehung des Juden zur Bühne sei--unverlierbar. — Der anrtgsarrie Abend erwies aufs neue die Kraft einer Persönlichkeit und fand einen gespannten, leider nur zu kleinen Hörerkreis. Artur Bogen Eine Chanukkah-Wcihcstimuc In der bis zum letzten Platz gefüllten Hauptsynagoge veranstaltete die „Gesellschaft für jüdische Volksbildung" eine Chanukkah-Weihestunde, die Martel Sommer mit den schrn gut eingeführten Variationen über Moaus Zur von Siegfried Würzburger auf der Orgel einleitete. Es folgten, .als -weitere musikalische

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