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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-01-01 · 4 (1.1938) · p. Seite 8

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
4 (1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFÜRT No. 4 Januar 1938 r-^ Biebergasse 13 direkt an der Hauptwache Denke daran .... Es liegt immer auf Deinem Weg Das Cafe Rothschild mit seiner bekannt guten Konditorei ... . nirgends besser 13 Telefon 26925 U. 26325 endliehkeit hinein gilt, sondern dass er selbst die Heilung vollzieht und den umgewandelten Menschen in Gnaden zu sich emporhebt, dass aber auch nur E R die Heilung spenden kann. Hier berührt sich dieser Gedanke mit dem vorhin dargelegten. Es ist gewissermassen eine Umsehreibung des Verses aus Mosches Abschiedssang (5. M. 32,39) „ich verwunde und ich heile". Die "Verantwortung der Führenden Es heißt (2 M. 12,21) „Mosche beriei' alle Aeltesten Israels". „Das ist's, was geschrieben steht (Jjob 12,12) „bei den. Bejahrten ist die Weisheit, bei hohen Tagen die Einsicht". Womit haben die Aeltesten es verdient, dass Israel durch sie erlöst wurde? Als der Heilige, gelobt sei er, sich dem Mosche im Dornbusch offenbarte, sagte er zu ilrm (2. M. 3,16) „geh und versammle die Aeltesten Israels". Als Mosche kam, sofort heisst es (2. M. 4,29) „da gingen Mosche und Aharon und sammelten alle Aeltesten der Kinder Israels", und daraufhin: (V. 31) „das Volk vertraute fest". Da sprach der Heilige, gelobt sei er, ich werde es den Aeltesten vergelten, dass sie Israel dazu gebracht haben, auf meinen/ Namen fest zu vertrauen.' Wenn in. der Stunde, da Mosche zu ihnen sprach: der Gott eurer Väter schickt mich zu euch, die Aeltesten Mosches Worte nicht angenommen hätten, hätte es ganz Israel auch nicht angenommen; aber die Aeltesten nahmen es zuerst auf und zogen ganz Israel nach sich und brachten sie dazu, auf den Namen des Heiligen, gelobt sei er, fest zu vertrauen. Darum sprach nun der Heilige, gelobt sei er, auch ich werde ihnen Ehre antun, und Israels Erlösung soll durch sie eingeleitet werden, dass' sie alle ihre Pesachopfer durch die Hand ihrer Aeltesten bereiten sollten." — Hier wird im Gewand des Lobes an die Aeltesten in Aegypten die' Verantwortung unterstrichen, die in jeglichem Geschlecht auf denen liegt, die in schweren Zeiten Israel lenken, dass sie vor allem nicht den Glauben an die göttlichen Verheissungen verlieren dürfen und Israel zur Treue anhalten, eine ewige Verantwortung, die auf ihre Schulter gelegt ist. Die aber, die dieser Verantwortung bewusst sind, dürfen auch den Anspruch haben, dass Israel ihnen auf dem Wege zu tätiger Frömmigkeit folge. Der Grosse jnuss zum Volk kommen In dem Augenblick, da Mosche im . Begriff ist, das Volk aus dem Lande der Knechtschaft herauszuführen, in diesem Augenblick, möchte man meinen, müssten alle Stimmen zu einem einzigen Hymnus auf ihn sich vereinen. Grad hier aber lesen wir eine der merkwürdigsten Stellen alter Deutung. „Sieh, welch ein Unterschied zwischen Mosche und Schmuel. Mosche ging zu dem Heiligen, gelobt sei er, um seinen Anruf zu vernehmen, aber zu Schmuel kam der Heilige, gelobt sei er, selbst, denn so heisst es (1 S. 3,10) „E R kam irnd stellte sich hin". Warum das? Der Heilige, gelobt sei er, sprach: mit Fug und Recht komme ich zu diesem Menschen, Mosche sass auf seinem Sitz, und wer eine Sache hatte, kam zu ihm, und es wurde nun Recht gesprochen, so heisst es (2. M. 18,13) „Mosche sass zu richten das Volk". Aber Schmuel machte sich die Mühe und ging von Landschaft zu Landschaft und richtete, damit niemand nötig habe, sich zu ihm zu bemühen, so heisst es (1 S. 7,16) „Jahr um Jahr zog er .umher". Der Heilige, gelobt sei er, spricht: Mosche, der an einem Ort sass, um Israel zu richten, er mag zu mir kommen ins Zelt der Vergegenwärtigung, den Anruf zu vernehmen, aber Schmuel, der zu Israel durch die Städte alle ging und richtete, zu ihm gehe ich und rede mit ihm, zu' erfüllen das Wort (Sprüche 16.11) „Wage und rechtes Gericht ist bei IH M". Dabei finden wir, daß Mosche und Schmuel sonst gleich bewertet werden, denn so heisst es (Ps. 99,6) „Mosche und Aharon sind unter seinen Priestern, und Schmuel unter denen, die zu seinem Namen rufen." Welche Verherrlichung der demütigen Hifsbereitschaft des Grossen und Hochgestellten! Sie hebt den, der "sie übt, bis zu Mosche und, wenn man es so aussprechen dürfte, über ihn. Frohe Botschaft — schlimme Botschaft Der Eizählung vom Auszug ist unmittelbar die Ermahnung angefügt, den Kindern die Erinnerung ah das ägyptische Erlebnis wachzuhalten. Eine dieser Ermahnungen beginnt mit den Worten {2. M. 12,26) „und es wird sein, wenn eure Kinder zu euch sprechen werden, was bedeutet euch dieser Dienst?" Dazu findet sich eine ganz sonderbare Bemerkung: „Eine schlimme Botschaft ist in diesem Wort enthalten, es sagt, dass eine Zeit kommen wird, in der die Lehre vergessen sein wird — und die Kinder werden nach Sinn und Ziel erst fragen müssen. Andere sagen, eine frohe Botschaft ist in dem Wort enthalten, dass immer wieder Kinder dasein werden und also die Geschlechterfolge nicht erlöschen wird". Und, so können wir weiter fortfahren, welch frohe Botschaft, dass der Wille der Kinder wach werden wird, zu fragen und nach Sinn zu forschen! Wir sind ein Geschlecht, das die Wahrheit beider Deutungen erfahren hat. Literarische Rundschau Emanuel Worlik: Der Fahnenreiter von Prag. Brandussche Verlagsbuchhandlung Berlin. Dieser Kulturroman aus dem Prager jüdischen Zunftleben vergangener Zeiten soll nicht als Kunstwerk, sondern als Kulturdokument gewertet werden. Er schildert, auf Grund von Familienträditionen des Verfassers, Gebräuche und Lebensweise der Prager jüdischen Fleischerzunft und entwirft darüber hinaus ein farbiges Bild des jüdischen Lebens gegen Ende des 18. Annahme sämtlicher Reparaturen und Anfertigungen JUWELEN GOLD SILBER UHREN ALLER ART BESTECKE editSilber und Wir kaufen Altgold und Silber auch alte Silbermark An* und Verkauf aus Privalbes.fj POSEN DOSEN SILBERSCHMIEDE SILBERSCHMIEDE _H— KAISERSTRASSE 5 ■ NÄCHST ROSSMARKT

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