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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-01-01 · 4 (1.1938) · p. Seite 4

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
4 (1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 4 Januar 1938 im Jahr EM. 216.000.— Ausgaben allein für diese Gegend; dabei müssen Sie berücksichtigen, dass 2/3 der Auswanderer bis jetzt ohne Unterstützung reisen, Wenn- Sie diese Tätigkeit bei der hiesigen Beratungsstelle sich vor Augen halten, ist es da zuviel, wenn ich damit fest rechne, dass jeder hier im Saal Mitglied des Hilfsvereins mit einem mögliehst grossen Jahresbeitrag wird? Jeder Jude ia Deuts-chland, der noch nicht unterstützt wird und über Mittel verfügt, muss Mitglied des Hilfsvereins sein! Der Hilfsverein hat bisher keine grosse Propaganda gemacht, jetzt muss er es, sonst kann er seine Arbeit nicht fortsetzen. Der Hilfsverein ist das A u s w ande r ung s - S ekr e ta r ia t, das jedem Juden in Deutschland mit Rat und Tat zur Verfügung steht. Wir alle, ob wir jetzt auswandern oder erst später oder unseren Verwandten und Freunden raten müssen, b r a u c h e n dieses Sekretariat: Tuares agitur! Es betrifft jeden von uns! " - - ' - ' . " "- ■ Wenn wir einträchtig als eine Hilfsgemeinschaft zusammenhalten, werden wir auch diese schwere Prüfungszeit überwinden." Vor einer Schicksalsfrage von Dr. Rudolf Abraham-Berlin Die Palästinaarbeit dieses Winters ist von einer grossen Gefahr bedroht; dass die Judenheit in der Welt über dem fernen Ziel die nahen Aufgaben; über den ewigen Forderungen die Gebote des Augenblicks vergisst. Heute denken, so scheint es, viele an die „Ewigkeit", ohne sich dem „Augenblicke" zu widmen — und das ist schlimm, ist kaum anders als jener berüchtigte Streit der Fraktionen in Jerusalem angesichts der römischen Vernichter vor den Mauern, der Jerusalem schon einmal in den Abgrund gestürzt hat. Muss man eine so offenbare Wahrheit erst beweisen? Das' jüdische Palästina ist heldenhaft durch zwei schwere, hundertfach gefährdete Sommer gegangen. Mitten in dieser Welt der Unruhen, die jeden Augenblick unsere Zukunft in Frage stellten, lebte der jüdische Jischuw sein Leben der Arbeit. In der Zeit der schlimmsten Bedrohungen schuf er fast täglich neue Werke, die seine Existenz immer fester begründen sollten: den Hafen von Tel Aviv, das neue grossartige Straßennetz, neue Häuser, neue Schulen, ein Orchester von Weltrang, vor allem neunzehn neue landwirtschaftliche 'Siedlungen an den exponiertesten Orten. Es ist ein zutiefst erregendes Schauspiel, gerade weil es in diesem nervösen, der Panik zugänglichen, überkritischen Volke vor sich geht, das hier und jetzt dem Anschein nach alle Nervosität, alle Aengstlichkeit, alle .Kritiksucht völlig abgelegt hat. Diese Haltung des jüdischen Jischuw; in Palästina und diese seine Leistung sind das Argument gegen alle Einwände und Bedenken, sind der Beweis für das unzerstörbare und unerschütterliche Lebensreeht des Jüdischen Nationalen Heimes in Palästina. Aber wir dürfen uns über zweierlei keiner Täuschung hingeben: dass die neuen Werke in Erez Jsrael noch keineswegs in unerschütterlicher Sicherheit fundiert sind, und dass sie, so wichtig sie als entscheidende Etappe sind, doch nur eine Etappe bedeuten, die unermesslich wertvoll ist, wenn weitere Etappen auf sie folgen, die aber nichts ist, wenn sie die Summe und das Ende unserer Leistungen, darstellen sollte. Wir haben in diesem Sommer neunzehn neue Siedlungen errichtet; aber das sind nicht Wirtschaften, die von irgendwem übernommen und nun weitergeführt werden, sondern neue Punkte, neu im vollen Sinne des Wortes. Sie brauchen fünf, sieben, zehn Jahre, ehe sie festgewurzelte Bauerndörfer sind, wie heute Dagania oder Beth Alpha, und das heisst, dass sie' viel Arbeit in den neuaufgeschlossenen Boden stecken müssen, ehe er entsprechende Frucht trägt, dass sie bedeutende Kredite brauchen, viel Hilfe, Belehrung und Unterweisung, starke Stützen für ihre kulturelle, soziale, sanitäre Arbeit. Ganz analog ist es mit jeder der neuen Arbeiten. Jahrelang hatten wir die Beschwerde: es geschieht nichts, es wird nichts Neues geschaffen, die blosse Konsolidierung des früher Gebauten regt das Volk, regt seine Gebefreudigkeit nicht an; jetzt wurde und wird täglich Neues geschaffen, es ist, als ob der schöpferische Sturm der Tage des Anfangs wieder über Palästina wehte, aber nun haben wir auch die Verantwortung, das Entstehende zu entwickeln, das Gewordene nicht mehr untergehen zu lassen. Wenn man das mit genügender Klarheit erkennt, wird man auch verstehen, warum für dieses Jahr der leren Hajessod, das eigentliche Instrument der Palästina-Arbeit, von ganz besonderer Wichtigkeit ist. In Zeiten der „Prosperity" — das wissen wir nun schon aus mehrfacher Erfahrung — strömen die Juden, strömt das jüdische Kapital nach Palästina. Wenn aber Krisenzeiten kommen, dann flaut der Einwandererstrom ab, dann versiegt der Quell des privaten Kapitals, die nationalen Fonds sind mit einem Schlag wieder die" zentralen Träger des Aufbaus. Vielleicht muss es so sein; jedenfalls, so ist es. Heute leben wir in einer Uebergangszeit, in einer „Krisen"-Zeit. Der Einwandererstrom ist — hoffentlich für eine kurze Periode — zum Bächlein geworden, das Privatkapital, das kühne und unternehmende, ist eingeschüchtert; Pionierarbeit leistet der Chaluz und leistet das natioale Kapital, leisten Keren Hajessod und Keren Kajemeth. Ich wiederhole: hoffentlich ist die Uebergangszeit kurz; aber wissen kann das heute noch niemand. Nachher wird wieder der grosse.„Sprung vorwärts" kommen, dessen sind wir sicher; umso sicherer, wenn jetzt, in der bangen Wartezeit, das Volk zeigt, dass es seine Vorhut in Erez Jsrael nicht im Stich lässt. Dafür ist es völlig gleichgültig, ob die Zionistische Organisation und die Jewish Ageney von Jasagern oder Neinsagern beherrscht werden, ob Palästina einen Teilungsplan hinnehmen oder leidenschaftlich ablehnen will. Man soll die Frage erörtern, um die Lösung kämpfen und meinetwegen streiten; wie Palästina den schöpferischen Sturm der Tage des Anfangs wieder erfährt, so. erlebt das jüdische Volk wieder den Augenblick, wo sein Schicksal in der Schwebe hängt, wo eine Entscheidung fallen und, was mehr bedeutet, durch seine eigene Haltung so oder so beinfl.usst werden kann. Aber eins muss dem Streit entrückt bleiben: Palästina. Dieses Palästina, dieser kleine, aber unendlich bedeutungsvolle Kern des jüdischen Nationalen Heims in Erez Jsrael, lebt, hat sein eigenes Gesetz und Lebensrecht, es muss leben und. weiterwachsen, geschehe, was da wolle. Für oder gegen Teilung, Jasagen oder Neinsagen — aber arbeiten! Bonner ■ Brotröster ■ Bügeleisen ■ Fön ■ Grill ■ Heizkissen Höhensonne, Original Hanau ■ Kaffee-Maschinen — Mühlen ■ Kochplatten Kocher ■ Kühlschränke ■ Staubsauger ■ Tauchsieder ■ Teemaschinen ■ Waschmaschinen ■ Ventilatoren Beleuchtungskörper usw. Nähmaschinen ■ Adler ■ Phoenix ■ Singer ■ Veritas^ Schallplatten ■ Elektrola ■ Grammophon ■, Telefunken "| Koffer-Apparate ■ Plattenspieler Radio-Apparate ■ Alle gangb. Fabrikate ■ Umtausch aller Geräte*geg. Weltempfänger ■ Ständig Gelegenheitskäufe von 15 — an ■ Reparaturen erstklassig, schnell, billigst ■ Antennenbau u Dach-, Hoch-u. abgeschirmte FOTO « Contaxl« Confaflex ■ Leica usw. Für Palästina ■ Haller-Petroleumherde— Oefen Rufen Sie mich bitte an, Ich komme zu Ihnen Ins Hausl Jeder Art IHRIMlÄlHIIN Bockenhelmerlandstr. 71 / Ruf 73837

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