Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 3 (12.1937)
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No, 3 Dezember 1937 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 9 furt am Main um 1150 und führt den Leser inausführlicher, immer wieder durch Quellenzitate gestützter Darstellung durch die Zeit vor dem Ghetto, durch die Ghettozeit bis zu% den An- . fangen der Emanzipation in der Frühzeit des 19. Jahrhunderts. . Dabei wird eine grosse Fülle des Stoffes geboten. Es kam dem Verfasser nicht allein auf die äussere politische Geschichte an, sondern vor allem auch auf die innere Geschichte der Gemeinde. So lernt man die Kechtsaustellung" der Frankfurter Juden in den verschiedenen Perioden kennen, ihre Berufe,und ihre geistige Leistung, ihre Sitte und ihre äussere Erscheinung, ihre bekannten und berühmten Mitglieder. Auch die Umwelt wird eindringlich deutlich: Die Juden viertel und ihre Abgrenzung zur übrigen Stadt, die Amts- und Kultgebäude, schliesslich die Häuser und die Wohnungen der einzelnen Familien. Es ist deshalb, besonders erfreulich, dass der Preis des wichtigen Werkes neuerdings auf EM. 4.— herabgesetzt wurde, sodass es in weitesten Kreisen unserer Gemeinde Eingang finden kann. Es' kann -jedem Mitglied unserer Gemeinde nicht angelegentlich genug empfohlen werden. Sch—r. Martha Wertheimer, Dienst auf den Höhen. Roman. Berlin, Jüdische Buchvereinigung, 1937 Der Eoman, den Martha Wertheimer, die in der Frankfurter Gemeinde beheimatete Redakteurin und Schriftstellerin, 1932.geschrieben hat und den die Jüdische Buchvereiniguug nunmehr der Oeffentliehkeit vorlegt, spielt in den Tagen des Königs Schelomo. Im zweiten Buch Schemuel, Kap. 13, wird erzählt, wie Amnon, einer von den lebenskräftigen Davidsöhnen, seine schöne Schwester Tamar vergewaltigt und Avie er dafür von seinerrf Bruder Abschalom getötet wird. Tamar überlebt diese und alle folgenden blutigen Tragödien des davidseben Hauses, und Martha Wertheimer macht sie zur Heldin einer farbenreichen und Spannenden Erzählung. Sie führt uns in die Spätzeit der Regierung Schelomos, dessen glanzvolle Herrschaft uns von . innen her in ihrer vielfältigen Problematik aufgezeigt wird. Zwar ist der Tempel auf dem Zionsberg fest gegründet, aber das Volk und die Grossen des Landes weihen sich dem ausgearteten Greueldienst der kanounitischen Fruchtbarkeitsgötzen, denen man auf den Höhen opfert. Die Söhne des Landes werden zur Fronknechtschaft für Erstklassige UDICC Damenstoffe EUSKtS die königlichen Bauten gepresst. Der Königsohn Rechabam ist unzulänglich und unbeliebt, und man spürt den unheilvollen Tag voraus, an dem 10 von den 12 Stämmen Israels vom Haus Davids abgerissen und dem Ephraimiten Jarobam zugeteilt werden. Aber der geheime Führer der Opposition ist nicht dieser, sondern N'atan, der Künder, der zwischen den Felsklüften des Karmel seine Zelte aufgeschlagen hat und der dort eifervoll das Feuer der reinen Lehre hütet. Die Fürstin Tamar steht innerlich auf der Seite der Opposition, und ihr Kampf mit dem Skeptiker auf dem Königsthron wird in einer an Verknüpfungen reichen Romanhandlung geschildert, in der vom Pessaehmahl in der Armengasse bis zur Prunkkarawane der Königin von Saba alles vorkommt, was dem Bild der salomonischen Epoche zugezählt werden kann. Ein unmotivierter Anachronismus in der Umwelt des alten Orients ist der Satz „Geist braucht Freiheit", der dem Sohn des Hohenpriesters Zadok in den Mund gelegt wird. Auch sollte nicht von Orangen und Edelzitronen gesprochen werden, wenn das Bild einer Zeit gemalt wird, in der Israel unttr seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum sass. (Die Zitrusfrüchte sind in Ostasien zu Hause und wurden erst im 10. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, also zur Zeit der Araberherrsehaft in Palästina und Aegypten heimisch gemacht.) Aber unabhängig von solchen kleinen Einwendungen muß man feststellen, daß es der Autorin gelingt, nicht allein menschliche Konflikte begreiflich zu machen, sondern auch einen erhellenden Blick auf die ewige Geschichte Israels aufzuschliessen. Wenn auch die Konflikte nicht zum letzten Austrag kommen, so bleibt doch die Geschichtsphilosophie richtig, mit der Martha Wertheimer ihr Werk abschliesst: nicht die Grossen dieser Welt sind es, welche die Dauer des Volkes von jeher verbürgt haben, sondern diejenigen, „die den Namen Gottes heiligen und seine Pflichten auf sich nehmen". Werner Cahnmann Chanukkah-Leuchter Jüd. Lehrbücher, Talesim. Barmizwa- und Festgeschenke. Ankauf von alten jüd. Bücher all. Art. S. W. WALDMANN Hans Handwerkstraßi 65 . " Fernsprecher 29788 schräg gegenüber dem Postamt. Moderne Bildnisse Pass-Bilder billigste Preise Phoio-AielierMfly Chem. Reinigung und Färberei durch die Annahmestelle: Sa REISS Soemmeringstr. 10 Sachen werd. geh. u. gebracht. 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