Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 3 (12.1937)
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 6 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 3 Dezember 1937 sieh beliebte Fest * Geschenke Strümpfe, Handschuhe, Wäsche, Kleiderstoffe, Morgenröcke, Schürzen und vieles andere alles preiswert und gut im Text i I-Kaufhaus an der Bockenheimer Warle Seligmann Leipzigersirasse 14 Jakob Auerbach Ein Gedenkblatt zu von M. In das Jahr, an dessen Anfang des 125. Geburtstags des Dichters Berthold Auerbach gedacht wurde, fiel, am 31. Oktober, die 50. Wiederkehr des Tages, an dem sein Freund und Vetter Dr. Jakob Auerbach in die Ewigkeit abberufen wurde. Jakob Auerbach hat mit Berthold 52 Jahre in ständiger brieflicher Verbindung gestanden und ihm, auf Bertholds am letzten Lebenstag geäusserten Wunsch hin, durch Herausgabe dieses Briefwechsels ein biographisches Denkmal gesetzt. War schon allein die Sichtung eines 2000 Bogen umfassenden Materials, aus dem uns die Individualität des grossen Volks- und Menschenfreundes entgegentritt, ein verdienstvolles Werk, so ist das Wirken und Schaffen Jakob Auerbachs als Pädagoge ein so segensreiches gewesen, dass es eingehenderer Betrachtung wert erscheint. Nicht sein literarisches Schaffen allein, das sich in seinen „Biblischen Erzählungen für die Jugend", in seiner Lessing- Mendelssohn-Biographie, den „Sprüchen der Väter" und vor allem in seiner an süd- und westdeutschen Religionsschulen vielbenutzten .Schul- und Hausbibel widerspiegelt, ist es, "ihm einen grossen Ruf als Jugendbildner verschafft hat. Seine praktische Tätigkeit, die er als Lehrer des Hebräischen und als Religionslehrer am Philanthrop in in Frankfurt a. M. ausgeübt hat, zeigen ihn als Pädagogen hohen Ranges, der zahlreichen Generationen sittlichen Werte der jüdischen Religion erschlossen . hat. Keiner war wohl mehr dazu berufen, die Persönlichkeit des von innigster Frömmigkeit erfüllten Jugendbildners zu würdigen, als der Direktor der Frankfurter Lehranstalt, der feinsinnige Dr. H. Baerwald, der im Osterprogramm 1888 seinen Berieht über die Tätigkeit seines Mitarbeiters mit folgenden zu Herzen gehendenWorten einleitet: „Dr. Jakob Auerbach hat von seinem 34Lebensjahr an am Philanthropin 36 Jahre gewirkt. Er hat die Aufgabe des Lehrers von einem hohen Standpunkt eri'asst und mit voller Hingebung erfüllt. Von der Natur mit einem scharfen, eindringlichen Verstand und empfänglichen Sinn ausgestattet, von. Jugend auf ernst gerichtet, war er beim Antritt ein mit pädagogischer Erfahrung ausgerüsteter, durch theologische Gelehrsamkeit, philologische Bildung und ideale Lebensauffassung hochstehender Mann." Auerbachs Aufstieg zu dem ersehnten Ziel, sich t a 1 m u d isc-he und profane Bildung anzueignen, war mühsam und nur auf Umwegen zu erreichen gewesen. Er wurde am 24. November 1810 in Emmendingen als jüngster Sohn eines Lehrers, seinem 50. Todestag S. Ruest der nur schwer für seine Kinderschar den Lebensunterhalt bestreiten konnte, geboren und wurde bis zu seinem 12. Lebensjahr von seinem Vater unterrichtet. Nach seiner Barmizwa war er in Ihringen bei Alt-Breisach dem Talmudstudium ergeben, das er später in Mannheim und Karlsruhe, wo er mit seinem Vetter ßerthold noch nach gründlicher Vorbereitung die oberen Gymnasialklassen besuchte, beim Rabbiner Willstädter. fortsetzte. Von 1832-35 widmete er sich in Heidelberg dem Studium der Philosophie und Geschichte. In dieser Zeit empfing er von dem geistvollen Historiker Schlosser den tiefsten Eindruck. Aus Mangel an Mitteln musste Jakob Auerbach das Studium .unterbrechen. Er konnte es erst wieder aufnehmen, als sein Vetter Berthold, der indes eine schriftstellerische Beschäftigung gefunden hatte, ihn nach Heidelberg berief und Arbeit und Lebensunterhalt treulich mit ihm teilte. Dann wurde er als Religionslehrer nach Wiesbaden berufen, wo sich an den aufstrebenden Rabbiner Abraham Geiger ein Kreis gelehrter Männer, wie Josef Dernburg, Flehinger und Frensdorff, angeschlossen hatte, die im Sinn der von Zunz begründeten Wissenschaft des Judentums an der von Geiger herausgegebenen theologischn Zeitschrift mitarbeiteten. Nach seiner Doktorpromotion in Tübingen nahm Auerbach eine Hauslehrerstellung in der Familie Biedermann in Wien an und wurde später nach Frankfurt am Main berufen, wo er neben seiner Stellung am Philanthropin als Direktor der Flersheimschen Stiftung eine fruchtbare Wirksamkeit ausübte. ' In der ganzen Zeit seiner Tätigkeit als Lehrer blieb er, wie schon - einleitend bemerkt, in brieflicher Verbindung mit seinem Vetter Berthold, der indes durch seine „Schwarzwälder Dorfgeschichten" und Romane, seinen Ruhm als Dichter begründet hatte. Ein genauer Einblick in den Briefwechsel, auf den hier verwiesen sei, zeigt, wie Jakob Auerbach mit unbeirrbarer Gewissenhaftigkeit alle Manuskripte, die ihm der Dichter von der Drucklegung zusandte, einer Prüfung unterzog. Er war ihm „Gewissensrat und Beichtiger" in den oft schweren Bedrängnissen seiner Seele, er war sein feinsinniger Berater in allen wissenschaftlichen und ästhetischen Dingen. Bcrthold Auerbach,, schenkte seinem Freund unbegrenztes Vertrauen, das diestii* durch liebevollste Hingabc, Lauterkeit seines Charakters und den sittlichen Adel seines Wesens verdient hat. Annahme sämtlicher Reparaturen und Anfertigungen An -u.Verkauf getr. iHerreo-Kleider UNGSAM neue Garderobe billig . 7 Gr. Sandgosse 7 Tel. 27097 Klavier? Stimmer €. SIMON Scbneckenhoislr^O ptr. Tel. 63407 inserieren öriagißeiviDQ ödelfücfjse Mäntel 9aletots flackert Friedensstrasse 10 neben dem Frankfurter Hof Feinste Mafjarbeit / Umarbeitungen billigst Inserate im Gemeindeblatt haben grossen Erfolg!