Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 3 (12.1937)
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
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No. 3 Dezember-1937 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 5 aller korrekten Mittel Erhaltung im Rahmen des Möglichen. Eine verarmende Gemeinschaft kann es sich nicht leisten, auf Werte zu verzichten, die erhalten werden können und müssen. Es kommt aber nicht nur auf das Materielle an. Wichtiger noch ist für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland die Erhaltung der seelischen und moralischen Werte auch der kleinsten Kehillah. Jeder Jude, der ein Amt bekleidet, muss dieses nicht nur wie seine persönliche Sache betrachten, sondern als Treubänder des Menschenkreises, der ihn berufen und ihm die Verantwortung übertragen hat. So wie die Sorge für die Familie eine selbstverständliche jüdische Verpflichtung ist, so muss es auch mit der Sorge für die grössere Familie, die Gemeinde und deren Einrichtungen, sein. Einrichtungen jüdischer Gemeinden sind Eigentum der jüdischen Gesamtheit. Diese hat sich um deren Erhaltung zu kümmern. Jeder von uns ist nur Verwalter und Treuhänder und verpflichtet, an MÖBEL AUCH FUß AUSWANDERER: preiswert im jüdischen FACH 6ESCHÄPT H.ZIM M ER HANAUERLANDSTRASSE 44seiner Stelle zu wacht n, dass der jüdischen Gerneinschaft kein Schaden erwächst. Das Moralische versteht sich von selbst. Wir müssen wachen und beobachten, dass überall dort, wo Juden wirken und schaffen, die Grundsätze der Treue, Leistung, Achtung und Verantwortung beobachtet werden. In unserem eigenen Kreise sind wir allein in der Lage, uns zu bewerten. Wir wollen eine Gemeinschaft sein und bleiben, die, unabhängig von den Wellen des Schicksals, ihren inneren Wert behält. Wie wir unser inneres Leben gestalten, hängt von uns, von jedem von uns, ab. Jüdische Wirtschaftshilfe durch Kreditgewährung von Dr. Arthur Loeb Neben Berufsausbildung der Schulentlassenen und Berufsumschichtung der Erwachsenen, neben Kurzausbildung und Sprachkursen — das heisst zusammengefasst, neben einer praktischen Wirtschaftshilfe für alle diejenigen, deren Auswanderung bevorsteht oder doch zum mindesten schon fest in Aussicht genommen ist —, ist in den letzten Jahren eine Wirtschaftshilfe für die Hiergebliebenen immer weiter ausgebaut worden. Es gilt von Tag zu Tag mehr, auch denen wirtschaftlich zu helfen, die hier noch ihre wirtschaftliche Existenz haben und nicht auswandern können oder wollen, soweit sie der wirtschaftlichen Stützung bedürfen. Eines der wichtigsten und vornehmesten Mittel hierzu ist die Kreditgewährung und im Zusammenhang damit die Wirtschaftsberatung. Neben der Jüdischen Leihkasse E. V. hat es sich in Frankfurt a. M. vor allem die Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe zur Aufgabe gesetzt, produktive Wirtschaftshilfe durch Hergabe von Darlehen zu leisten. per Personenkreis, dtr für die Betreuimg durch die Wirtschaftshilfe in Betracht kommt, umfasst selbständige Kaufleute. Handwerker und Kleingewerbetreibende, Handelsvertreter und Händler bis zum kleinen Hausierer. Weniger kommen in der Kegel für eine solche Kreditgewährung kaufmännische Angestellte und andere Arbeitnehmer in Frage; doch sind Ausnahmen denkbar und möglich. Diese Einschränkung ergibt sich von selbst aus dem Zweck der Kreditgewährung: die zur Verfügung gestellten Darlehen sollen nämlich zur Begründung oder zur Erhaltung einer wirtschaftlichen Existenz dienen. Die Mittel sollen dagegen nicht zu irgend einer Befriedigung privater Bedürfnisse, also vor allem nicht zur unmittelbaren Bestreitung des Lebensunterhalts oder zur Zahlung von Privatschulden dienen, sondern allein oder doch vorwiegend zu wirtschaftlichen Zwecken. Der Kredit muss also produktiv sein. Voraussetzung für die Gewährung eines Kredits ist das Vorhandensein eines gewissen Betriebskapitals, das in gesundem Verhältnis zur Höhe des Kredits stehen muss. Wenn kein Betriebskapital vorhanden ist (wie z. B. bei Reisenden), soll die Höhe des Kredits seinem voraussichtlich erreichbaren Zweck und dem zu erzielenden Umsatz angepasst sein. Der Kredit wird gewährt als Eeal- oder als Personalkredit. Es ist nach Lage d<?r Dinge nach den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen der Juden leicht verständlich, dass der Personalkredit die ungleich wichtigere Rolle spielt. Es muss damit gerechnet werden, dass die ausgegebenen Darlehen zurückgezahlt werden, weil der Fundus der für die Wirtschaftshilfe zur Verfügung stehenden Mittel erhalten bleiben muss. Damit ergibt sich von selbst eine klare Abgrenzung gegenüber dem Aufgabengebiet der Jüdischen Wohlfahrtspflege: Die Mittel der Wirtschaftshilfe sollen produktiv verwendet werden und müssen in bestimmter, fest vereinbarter Zeit zurückfließen; die Mittel der Wohlfahrtspflege werden nach Prüfung an jeden Bedürftigen und ä fonds perdu vergeben. Die Mittel der Wirtschaftshilfe sind nur für produktive, wirtschaftliche Zwecke bestimmt; Mittel, die zum Zwecke des Verzehrs und zur Erfüllung der persönlichen Notdurft benötigt werden, können von den Bedürftigen nur bei der Wohlfahrtspflege erlangt werden. Die Laufzeit der von der Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe ausgegebenen Darlehen wird auf eine dem Zweck und der Höhe des Darlehens angemessene Frist festgesetzt und unterliegt einer Ueberwachung durch die Beratungsstelle. Es wird nach Möglichkeit dafür Sorge getragen, dass die ausgegebenen Gelder wirklich und zwar unmittelbar ihrem vorausbestimmten Zweck zugeführt werden. Dafür zu sorgen, dass die Darlehen bezw. ihre Raten an den festgesetzten Terminen auch wieder zurückgezahlt werden, ist nicht nur eine Rechtspflicht des Kreditnehmers, auf die wegen der Beschränktheit der vorhandenen Mittel nicht verzichtet werden kann, sondern auch seine moralische Pflicht gegenüber allen übrigen Interessenten, die durch seine Säumigkeit nicht in den Genuss dieser Gelder kommen könnten. Ausgezeichnete und erfahrene ehrenamtliche Mitarbeiter stehen- Tür die verschiedensten Wirtschaftsgruppen zur Beratung der Kr ditsiicher und zur wirtschaftlichen Betreuung der Kreditnehmer zur Verfügung. Die eigentliche Wirtschaftsberatung ist in weiterem Ausbau begriffen. Die Voraussetzungen sind also gegeben, dass in Frankfurt a. M., wie in vielen anderen deutschen Großstädten, produktive jüdische Wirtschaftshilfe geleistet werden kann. Bonner ■ Brotröster ■ Bugeleisen ■ Fön ■ Grill ■ Heizkissen ■ Herde Höhensonne, Original Hanau ■ Kaffee-Maschinen — Mühlen ■ Kochplatten Kocher ■ Kühlschränke ■ Staubsauger ■ Tauchsieder ■ Teemaschinen ■ Waschmaschinen "Ventilatoren ■ Beleuchtungskörper usw. Nähmaschinen ■ Adler ■ Phoenix ■ Singer ■ Verifas Schallplatten ■ Elektrola ■ Grammophon ■ Telefunken ■ Koffer-Apparate ■ Plattenspieler Radio-Apparate ■ Alle gangb. Fabrikate ■ Umtausch aller Geräte geg. Weltempfänger* Ständig Gelegenheitskäufe von 15.— an ■ Reparaturen erstklassig, schnell, billigst ■ Antennenbau u Dach-, Hochu. abgeschirmte FOTO ■ Contax ■ Contaflex ■ Leica usw. Für Palästina ■ Haller-Pefroleumherde — Oefen Rufen Sie mich bitte an, Ich komme zu Ihnen ins Haus! ELEKTRO und Bockenheimerlandstr. 7t I 17383?