Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 2 (11.1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
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No. 2 November 1937 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 5 Dr. iur. Hugo Hoff mann "tY.'.'Ä51 Versicherungen aller Art er es nur bei alten Gemälden gesehen. Bei anderer Gelegenheit erzählt er seiner Schwester Fanny, wie Schelble „ihn jeden Augenblick durch neue Güte beschämt", und wie Philipp Veit „einer der prächtigsten Menschen ist, die ich kennen gelernt habe, von einer Liebenswürdigkeit, Milde und doch Lebhaftigkeit, dass es eine Freude ist". Das Jahr 1836 sollte Felix Mendelssohn noch enger mit Frankfurt verbinden. Bereitwillig opferte er eine geplante Schweizer Reise und leistete dem erkrankten Dirigenten Schelble den Freundschaftsdienst, als sein Stellvertreter zeitweise die Leitung des ihm lieb gewordenen Cäcilien-Vereins zuübernehmen. Nach den Anstrengungen des Düsseldorfer Musikfestes —so berichtet der Neffe Sebastian Hensel in dem lesenswerten Erinnerungsbuch „Die Familie Mendelssohn" — „tat ihm zuerst die Kühe und Stille in der lieblichen Frankfurter Natur ausserordentlich wohl". Er geniesst von Schelbles "Wohnung in der Schönen Aussicht aus den herrlichen Mainblick, hat vertrauten Verkehr mit seinem späteren Nachfolger am Leipziger Gewandhaus Ferdinand Hiller (einem später geadelten Frankfurter Juden), begeht ein frohes Wiedersehen mit Rossini, und „der Cäcilien-Verein geht gut und zeigt sich sehr freundlich". Noch in anderem Sinn wird der Name „Cäcilie" für ihn bedeutungsvoll: Er lernt Cecilie Jeanrenaud, die reizende Tochter eines verstorbenen protestantischen Predigers kennen; sie gewinnt schnell sein Herz. Bald wird Verlobung und Hochzeit begangen; die Beiden führen, von begabten Kindern umgeben, eine glückliche Ehe, die nach 9 Jahren durch den Tod des Gatten getrennt wird. Cecilie, die 1853 in ihrer Heimatstadt einer Schwindsucht erlag, hat auf dem Frankfurter Hauptfriedhof „mit dem Ausblick auf das blühende herrliche Land und das Taunusgebirge" ihre letzte Rühestätte gefunden. „Ich bin auch gar zu gern in Frankfurt", schrieb Felix bei einem Besuch an die Mutter, „bei so vielen guten Freunden und Bekannten, in der herrlichen Gegend; alle Morgen um sechs gehe ich spazieren, nach der Darmstädter Warte zu". Sein Weg führte öfter dorthin und nach Bad Soden, wo Cecilie im Sommer 1844 Erholung suchte und fand. Im Juni 1839 leitete Mendelssohn wieder ein Konzert des Cäcilien-Vereins, in dem er eigene Kompositionen zu Gehör brachte. Zweimal ist er als Ehrengast des „Frankfurter Liederkranzes", der das berühmte Lied „Der Jäger Abschied" („O Täler weit, o Höhen") zuerst erklingen Hess, in dessen Annalen verzeichnet. Ein W a 1 d f e s t, das ihm zu Ehren am 3. Juli 1839 veranstaltet wurde, hebt er mit besonderer Freude als das Schönste und Gelungenste dieser Art hervor, was er bisher erlebt habe. — Auch den Pflichten uneigennütziger W o h 11 ä t i gr keit hat er sich — übrigens ein echt Mendelssohnscher Zug — im Kreis des Cäcilien-Vereins nicht verschlossen und z. B. am 13. April 1845 zu Gunsten Ueberschwemmter die Beethovensche C dur-Sonate, op. 53 (die sogenannte „Waldstein") vorgetragen. Felix Mendelssohn liebte in Frankfurt die Stadt und die Menschen, den Wald und Main; die ganze „Atmosphäre" war ihm ans Herz gewachsen; er schwärmte geradezu für den Taunus, den er von Bad Soden aus ausgiebig durchwanderte. „Diese ruhigen Tage und dies herrliche fruchtbare Land machen mir gar zu viel Freude; solange ich nur irgend kann, bleibe ich." „Die 1000jährigen Eichen und Kornfelder und Brombeeren, Rhein und Main dazu im Hintergrunde und unglaubliche Aepfel- und Birnbäume, die Nähe des Feldbergs, der schöne Fussweg nach Altenhain" — all das ruft sein Entzücken hervor, und das „ruhige einfache" Kurleben wirkte wohltuend auf ihn, den der Musik- „betrieb" doch spürbar mitnahm. So darf man wirklich annehmen, dass Felix Mendels.* jhris Frankfurter Tage zu seinen glücklichsten gezählt haben. Gerade in unserem Kreis, wo seine Musik jetzt häufig erklingt und mit ihrer Melodiefreudigkeit, ihrem Charme dankbaren Widerhall findet, wird Mancher mit Interesse die sehr anmutigen Briefe und Reiseschilderungen des auch mit der Feder hochbegabten Enkels von Moses Mendelssohn zur Hand nehmen, der über Frankfurt und seine Bewohner manches liebenswürdige und treffende Wort gesagt hat. Stepp- Mt*d Daunendecke* IIIIIIIIIIIIIIIIH la Ausführung, gr. Auswahl sowie Umarbeitung, auch aus Daunen-Oberbetten, Anfertigung von Kissen aller Art. Spezlaldecken für Auswanderer. II S^nurOMamw^b^S^TS. ivaufe getragene Crres-Kfeider BAUMANN & iHngsam 7 Gr. 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