Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-11-01 · 2 (11.1937) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
2 (11.1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3094266-3094451-3094453--5897-3100688
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 2 November 1937. Samen- und Herren-Wäsche Damenkleldung Strickwaren Kleiderstoffe Manufacturwaren ,35s:. Seligmann an der Bockenheimer Warle Leipziger Strasse 14 Strumpfwaren Unterkleidung Schürzen Berufskleidung Bettwäsche Haushaltswäscne singt an Pessach die „Scüiro" und an Sukkoth „Wajehi erew"; beide Melodien sind sehr sangbar und denkbar einfach komponiert, sodaß die Gemeinde sieh rege am Singen beteiligen kann. Einzelne, immer wiederkehrende Wendungen wie „Hauschano", „Mi el komaueho", „W'chol maaminim", werden von Chor und Orgel übernommen. Bei der Vorlesung der Megillah an Pur im intoniert der Chor einzelne Sätze*wie „Isen jehudi beschusehan". — Die Auswahl für die Sab bat he. ist nicht sehr gross, zumal die zeitgenössischen Komponisten oft den eigentlichen Zweck der Synagogenmusik verkennen, indem sie das volkstümliche Element unberücksichtigt lassen; daher muß die Aufführung ihrer Werke auf Widerstand stossen. Wir besitzen von Dünajewsky einen „Wesehomru", den man sich frommer und musikalisch stilvoller nicht denken kann. Und trotzdem, oder gerade deshalb, ist er selbst dem musikalisch weniger geschulten Ohr eingängig und wirkt erhebend auf die Weihe des Gottesdienstes. Auch Alman und Nadel sind auf dem richtigen Weg. Wir besitzen von Nadel einen „Wajchulu", der mit seiner gleichsam aus der Urwelt tönenden Orgelbegleitung immer wieder packt. In Vorbereitung sind für Sabbath ein „Uwnuchau jaumar" des im vorigen Jahre verstorbenen Frankfurters Moses Sehn erb und als Schlussgesang für Freitag-Abend ein „Scholaum row" von Dr. Nathan Ehrenreich. Für die musikalische Gestaltung unseres Gottesdienstes ist die Beziehung zwischen Kantor und Chor mit Orgel besonders wichtig. Während der Kantor in Synagogen ohne Orgel die Tonart zum freien Rezitieren nach eigenem Belieben wählen kann, muß er sich hier an festgesetzte Tonarten halten. Maßgebend ist das Orgelbuch, das der Stimmlage des amtierenden Kantors ent- , sprechend eingerichtet ist. Jedes auch noch so kleine Reeitativ, ja jede Zuführung zum „Omen" (das allein in 4 Fassungen vorkommt) ist festgelegt und muß dementsprechend intoniert werden. Seit 1860 wirkten als Kantoren an der Hauptsynagoge: M. Weintraub, Sal. Popper, Davidsohn, Hess, J. Grosskopf und Ignatz Weissmann (bis 1937). Gegenwärtig amtieren die Herren Nathan Saretzki und N. Naumow-Fleischmann, sowie seit kurzem Heinz Ehrenberg. Die Dirigenten des Chores waren der schon erwähnte Hch. Hecht, Gustav Aschaffenbürg, Artur Holde, der 26 Jahre dieses Amt bekleidete und den Chor zu einem guten Klangkörper erzog. Als Organisten wirkten seit 1906, als Nachfolger Carl Breidensteins sen., 0. Wachsmann, G. Ronfort, Chr. F. Mack, Rudolf Schucht. Der Chor besteht aus 36 Mitgliedern-, eine ganze Reihe von bedeutenden Künstlern wirkten und wirken in ihm. Nicht nur an Stätten der profanen Kunst, sondern auch in der Synagoge übt die Musik — die verständlichste Sprache aller Nationen — ihre gewaltige Wirkung auf die menschliche Seele aus. Jedem Synagogenbesucher auch in dieser Hinsicht die Andacht in unserem ältehrwürdigen. Gotteshause zu sichern, ist der Wunsch aller im Dienste der Synagogenmusik Wirkenden. A Felix Mendelssohn und Frankfurt Zu seinem 90. Todestag am 4. November - von Dr. Georg Schott Wenigen schaffenden Musikern der Vergangenheit hat Frank- . fürt a. M., die Stadt und ihre wundervolle Umgebung, soviel bedeutet wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, die 90. Wiederkehr seines Todestages am 4. November sei Anlass, dieser vielfachen Beziehungen zu gedenken. Felix Mendelssohns Vorliebe für die Mainstadt stammt aus seinen Jugendjahren; auf der Schweizer Reise, die die Familie 1822 unternahm, gab der 12jährige Knabe mit seiner begabten älteren Schwester Fanny im Frankfurter Freundeskreis Proben seiner ausserordentlichen Musikalität; seine Kunst der Improvisation und des Phantasierens über gegebene Themen trug ' ihm bei der Heimreise die freundliche Anerkennung des Offenbaeher Musik Verlegers Andre und die Bewunderung und dauernde Freundsch-itt Johann Nejomuk Schelbles ein, der wenige Jahre zuvor den Cäcilien-Verein gegründet hatte. Noehim gleichen Jahre schrieb der Knabe „Jübe Domine" in C-Dur für den Cäcilienverein. Ein „Kyrie für Doppelchor" stellt die erstaufgeführte Mendelssohnsche Komposition im "Cäcilien-Verein dar. (30. 12. 1825). Wie hoch bereits einige Jahre später Mendelssohns Name im öffentlichen Ansehen stand,. bezeugt ein Brief aus Köln vom 2. Oktober 1827, in dem Felix Mendelssohn von der Aufführung eines ihm unbekannten Händeischen Oratoriums in Frankfurt spricht, „zu dem Schelble mir zu Ehren durch eigene Zirkulare einladete". Interessant ist ein Vergleich des Stuttgarter und des Frankfurter Musiklebens, der sich in einem Brief an seinen einflussreichen Gönner .Zelter, den Gründer der Berliner Singakademie und den Freund Goethes, findet (17. 2. 32). „In Frankfurt", so heisst es da, „ist das Ding vornehmer, geschäftsmässiger, aber viel weniger lustig. Dafür ist aber wieder der Cäcilien-Verein dort, wegen dessen allein man schon gern in Frankfurt sein muss. Die Leute singen mit so viel Feuer und so zusammen, dass es eine Freude ist..." „Die Frauen sind auch dann die eifrigsten; an den Männern fehlt es ein bisschen..." Mendelssohn lobt dann die hohe Qualität der Sopranstimmen, gibt auch dem Alt und dem Bass das Prädikat „sehr gut" und1 meint „aber an Tenören fehlt es etwas", eine Beobachtung, die bei vielen Gesangvereinen bis in die neuere Zeit zutrifft. Im Cäcilien-Verein hatte Mendelssohn kurz zuvor die Bachsche Motette „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" gehört, und das Stück „Es ist der alte Bund" „machte sich mit dem grossen Chor und mit den schönen, weichen Sopranen ganz herrlich." An derselben Stelle spricht er sehr herzlich von seinem Onkel Philipp Veit, dem ersten Mann der späteren Dorothea Schlegel, der in Frankfurt als Leiter des Städelschen Institutes wirkte und dessen Bilder der Neffe „so einfach schön und fromm" fand, wie Englisch Unterricht für Auswander.. Korrespondenz u. Uebersetzg. Afleilne Hirsen Jetzt: Oederweg II11 Telefon 52473 VerlanoBB Sie unsere Men* Preisliste »K»ÄiM>SÄI KLEIDER MÄNTEL PELZE Oscar Bacharach Frankfurt a. M., Rossmarkt 15 Cf & Inserate im .Gemeindeblatt haben grossen Erfolg!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.