Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 1 (10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
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No.v.lJ;Oktoben-1937: JÜP^CID^ (pJMKND^ Seite $ Leben .g.erufeii,,_.in__ der..JVrnold Xa?ar^-HaÜe. in der Qumckestraße. einen, immer größer werdenden Kreis vereinigen. ^'Was; mit^"eihe'nr' kleiheir Stäbfvori^ Vortragenden :undmit einer"" Teilnehmerschar, die anfangs an beiden Händen 'abzuzählen war,- begonnen wurde, hat sich inz wischen'ausgestaltet; in der Regel finden sich jetzt 200—250 Personen Donnerstags, .abends um8iJ0\ Uhr in der Arnold Lazarus-Halle .ein-,,to brush up< their. English". ÄDen in Einzelstunden untfuK#rs^-%^renden soll und kann in diesen 90 Minuten ke^';Kpi]feurf^z-gßma<^iä%erden;••unfr'die' Betenfgung an!-'ae^'t:|,:En^liscnen-; JS&ÜVet&fäon* -'.setzt schon ein mittleres Maß von Spi^hfeeiinitiiissettvoraiis;^spdäß'aer--Bestich■ krassen Änfängerh::käuni "dienlich ist":--/Aber als E r g ä h z u n g neben.,dem eigentlichen Unterrichte snid' diese '-Abendstunden - ftir Jeden von Wert;rda' fast'au s s ch 1 ie ß Ii ch Englisch ges p r o c h e n wird, schulen sie das Ohr - und bringen manchem Lernenden zunächst zu Bewußtsein, daß es mitunter viel leichter ist, selbst ein paar Brocken herauszubringen und sich primitiv auszudrücken, als einem Vortrag, und erst recht ungezwungener, fließender Unterhaltung, glatt zu folgen. •'Zumeist-.sind für jede „lecture" einige „Speakers" vorgesehen, die über ein beliebiges, häufig mit dem angelsächsischen Kulturkreis zusammenhängendes Thema in etwa viertelstündigem Vortrag berichten. Man hört da etwa über „Das Wirtschaftsleben in ,den Vereinigten Staaten", . über „England und .Indien", über „Theater und Kino", „Eine Fahrt nach Amerika", „Reisen", „Das Zeitüngswesen in England". Der ganze Bezirk des täglichen Lebens soll womöglich erfaßt/ nur das -politische und " religiöse Gebiet" Terrigehälferi werden/ "Die' einzelnen Sprecher, werden durch den „chairman" oder seine Stellvertreter eingeführt undr ihre Ausführungen gelegentlich von dem und jenem Teilnehmer .npfeh'^er^änzt-'Dabei gilt es, die Befangenheit zu über-:■ winden. Man "würdqTeSgewiß ."nur begrüßen, wenn sich die Resonanz der „lectures" nicht nur in zustimmendem Beifall, sondern auch in: flotterDiskussion auswirken würde. Es schadet wirklich nicht, wenn auch einmal ein Fehler unterläuft; denn gerade aus den 'F e h 1 e r n läßt sich lernen. Neuerdings haben die Donnerstagsveranstaltungen eine Bereicherurig, erfahren, die gerade den noch nicht so sehr „advanced stu'äents" willkommen sein wird. In klarer und gediegener Weise gibt 'ein Sachkundiger in jeder Stunde „10 minute's g S ammar",' 'indem er irgendein Kapitel auswählt, das Schwierigkeiten der Uebertragung bietet, und es in knapper Theorie und an Beispielen seinen Hörern ins Gedächtnis' ruft. Hie und da, wenn Zeit ist, werden wohl vom Poditfm aus auch Fragen an die Hörer gestellt: Wie übersetzen Sie „Waren Sie schon am Windermere-See in Nordengland*?", „Wie lange Sind Sie schon in England?", oder auch „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie schlecht („muffig" war ursprünglich vorgeschlagen) der Geschmack des Kaffees war". Dann entwickelt sich ein edler Wettbewerb um die beste Lösung. Diese Donnerstagabende geben eine Möglichkeit tinter vie* len; da sie aus rein ideellen Gründen eingerichtet wurden, dürfen sie hier hervorgehoben und ihren geistigen Anregern darf auch an dieser Stelle herzlich gedankt werden. " . " " Georg Schott Die Israelitische Waisenanstalt ' Der jüdischen Familie unserer Gemeinde "ist der Kalender der Israelitischen : Waisenanstalt wohlvertraut. Aber wenige von ihnen "wissen, was das Waisenhaus für die Gemeinde bedeutet, welch wertvolle "Arbeit dort Tag für Tag geleistet wird. Wir haben deshalb Gelegenheit genommen, einen Nachmittag in der Waisenanstalt zu1 verbringen, um so einen Einblick in den Gang der Arbeit und ihre Bedeutung, zu bekommen. 'Den räumlichen Mittelpunkt der Waisenanstalt bildet die wunschöne Synagoge. In ihr sehen Avir einen Hauptfaktor für religiöses LeTren .unserer Gemeinde: die Bedeutung der Waisenananstalt/ Jahrzeitlichter, Jähreslichter, Gedenktafeln, die es ermöglichen, daß an jedem-Jahrzeitstag ein-Kind-das Raddischgebet spricht. Jedes Kind ist über seine Pflichten in dieser Beziehung informiert, und wir hatten Gelegenheit, uns davon zu überzeugen, mit welcher. Liebe und Aufmerksamkeit die Kinder an dieser „A\ufgabe"< hängen. Man kann diesen Umstand nicht erwähnen, ohne der Verdienste zu gedenken, die der Leiter der Anstalt, Isidor Marx, sich um die Betreuung der Toten-Gedenktage erworben hat. Es ist eindrucksvoll und rührend, mit welcher Liebe die Kinder am „Onkel" Marx hängen und wie diese Liebe erwidert wird. - - - •' Das Waisenhaus erstreckt sich über 3 Stockwerke: Im Keller ist* die mit allen Errungenschaften der modernen Technik ausgestattete Waschküche. Hier .wird ' elektrisch gewaschen und getrocknet; weiter haben im Keller die Vorräte und die Pessachküche Platz gefunden. Im Erdgeschoss sind die 16 hingen Mädchen untergebracht, die der Leitung von Fräulein Ella Schwarzstein unterstehen. Die.. beiden Küchen — Milch- und: Fleischküche natürlich getrennt —sowie die: Wäscheverräte und ein Nähzimmer sind hier zu finden. Hier lernen die, Mädchen des Waisenhauses und die hier tätigen Umscbichtler unter erfahrener Leitung nähen, flicken und stopfen*: ,; - Der erste und TzweiteT Stock gehört den Jungen. Wenn man die Schlafsäle, in denen die 58 Jungen untergebracht sind, betritt, erhält man den Eindruck von luftiger Geräumigkeit,,, die überhaupt alle Unterbringungsräume des Waisenhauses auszeichnet». In einem Korridor vor den Schlafsälen sind, die sauberen und geschmackvollen Waschtische angebracht. Im zweiten Stock befinden sich auch die Krankenzimmer — bei unserer Anwesenheit glücklicherweise unbesetzt und die Schlaf räume für diei beiden" Erzieher und die Bäder. Im dritten Stock ist die „Sukkoh" zu erwähnen, die traulich und festlich aussieht. Aus allem ist zu ersehen, wie vorbildlich die Organisation des Waisenhauses ist. Die -hier angewandten Erziehungsprinzipien gehen darauf hinaus, den Kindern das elterliche Heim in seiner Behaglichkeit zu ersetzen; Dieses Problem, dem seine grosse* Bc- Annahme sämtlicher Reparaturen -UBd"-"- ftnferligungen JUWELEN GOLD SILBER UHREN BESTE C KE odl* Silber undvc«Hbert Fest-Geschenke von bleibendem W«rt An-und Verkauf aus Privatbesitz lOSEN'DOSEN ~ ■ SlÜBlERSCHMiEDE ^^>vt?w :^ i Frankfurt a. M; KAISERSTRASSE* ROSSMARKI