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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-10-01 · 1 (10.1937) · p. Seite 6

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
1 (10.1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 1 Oktober 1937 Damen' und Herren-Wäsche Damenkleidung Strickwaren Kleiderstoffe Manufacturwaren ,Iä„ Seligmann an der Bockenheimer Warle Leipzigerstrasse 14 Strumpfwaren Unterkleidung Schürzen Berufskleidung Bettwäsche Haushaltswäsche deutung zukommt, wird von Herrn Marx zusammen mit seiner Frau und von Fräulein Sehwarzstein in der glücklichsten Weise gelöst. Das Waisenhaus, das auf gesetzestreuer Grundlage geführt wird, hat einen w<i ii üher die Grenzen Deutschlands reichenden Freundesk;:;£. Trotzdem sind grosse Mittel erforderlich, um die Kinder so zu betreuen, daß sie niei i; das Gefühl haben, gegenüber anderen Kindern, die eine glückliche Jugend im Elternhaus verbringen, benachteiligt zu sein. Die ausgezeichnet geführte Kartothek zeigt uns, welch grosse Bedeutung das" Waisenhaus seinem Freundes- und Gönnerkreis zumisst. Oft bedarf es 3a kaum der Aufforderung, der Anstalt nach besten Kräften zu helfen. In ihr wird eine wahre Menschenpflicht in einer Form erfüllt, die man .als beispielgebend bezeichnen darf. Es ist zu wünschen, daß dem Waisenhaus1, seinem Vorstand unter Professor Dr. Moritz Werner und seinen Leitern das Verständnis innerhalb aller jüdischen Kreise erhalten bleibt, damit diese segensreiche Einrichtung ihre Arbeit weiter führen kann. Alex H. Josephthal Aus der Gemeindevertretung Sit7^r.g vom 9. September 1937 Sitzungsbericht von Bürodirektor T. Meyer Herr Dr. Richard Merzbach eröffnet in Anwesenheit von 31 Gemeindevertretern und 10 Mitgliedern des Vorstands die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung wünscht der . Vorsitzende den Gemeindevertretern und den Mitgliedern des Vorstandes ein glückliches neues Jähr und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Jahr uns allen Gutes bringen möge. Die Herren Ferdinand S t i e f e 1 und Josef Wilezek haben ihren 60. Geburtstag begangen. Der Vorsitzende hat ihnen aus diesem Anlaß die Glückwünsche der Gemeindevertretung schriftlich übermittelt. Er wiederholt diese und hofft, daß die beiden Herren noch viele Jahre in der bisherigen Frische und Tatkraft an den Arbeiten der Gemeindevertretung werden teilnehmen können. — Es werden einstimmig gewählt in die Ritualkoinmission anstelle des verstorbenen Herrn Bernhard Frenkel Herr Jacob Bick hardt, in die liberale Kultuskominission als Ersatz für den ausgeschiedenen Herrn A. Meyers Herr Lothar Nordschild. Die Gemeindevertretung stimmt einem Vorstandsbeschluß zu, wonach Beratungsgegenstände, die in nicht öffentlicher Sitzung verhandelt werden, nicht veröffentlicht werden dürfen. Der Vorsitzende ermahnt alle Beteiligten, künftig im Sinne dieses Beschlüsse zv. verfahren. Er bittet auch die Presse, diesen Erfordernissen Rnbnung zu tragen."— Der Vorstand hat auf die von der Gemeindevertretung am 7. 7. 37 an ihn gerichtete Anfrage betr. die Sorge für die aus der Vor lehre zur Entlassung kommenden Jugendlichen einen Berieht der Beratungsstelle, welche hierüber eingehende Auskunft erteilt, der Gemeindevertretung zur Kenntnisnahme zugeleitet. Der Bericht wird verlesen. Im Anschluß hieran wünscht Herr Dr. Fre imann rechtzeitige Vorlage eines Berichts über die voraussichtlichen Zugänge zur Vorlehre im nächsten Frühjahr, über die Zahl der Entlassungen und mit welchen Lasten im kommenden Rechnungsjahr die Gemeinde zu rechnen haben wird.- Vorlage, dieses Berichts wird so rechtzeitig erbeten, daß den Gemeindekörperschaften genügend Zeit zur Prüfung und Vorbereitung verbleibt. Herr Bloch dankt für die Anregung und Avird das Erforderliche im Sinne ihrer Durchführung frühzeitig in die Wege leiten. Dem Jüdischen Kulturbund Rhein-Main wird eine Subvention von RM 6.000.— bewilligt, wobei die Gemeindevertretung Zahlung in Bahn und auf Abruf je nach den vorliegenden Notwendigkeiten empfiehlt. Im Anschluß hieran be-; mängelt Herr Rotholz die starke \Vernachlässigung spezifisch jüdischer Kulturwerke im Rahmen der Kulturbundarbeit und bittet darauf hinzuwirken, daß diesem Mangel' in befriedigender Weise abgeholfen werde. Herr Sanitätsrat Dr. Ettlinger dankt für die Anregung, welcher der Kulturbund gemeinschaftlich mit den hierfür gleichfalls zuständigen Einrichtungen (Lehrhaus, Gesellschaft für jüdische Volksbildung) nach Möglichkeit entsprechen werden. Es folgt Bewilligung von RM 7.000.— zur Beschaffung einer Drehanodenröhre für die chirurgische Abteilung-des Krankenhauses. — Die J ah r e s r e chnun g der Gemeinde für 1935/36 ist geprüft worden und wird genehmigt. . In Angelegenheiten der Zusammensetzung der Jugendkommission hat der Vorstand Beschlüsse gefaßt, welche eine gleichmäßige Sitzverteilung der 12gliedrigen Kommission unter den drei in der Gemeinde bestehenden Parteien bezwecken. Hiermit hat sich die zionistische Jugend nicht einverstanden erklärt und wissen lassen, daß sie sich an den Arbeiten dieser Kommission nicht beteiligen werde. Der Standpunkt der zionistischen Bünde wird von Herrn Dr. Pomeranz dargelegt, welcher erklärt, daß die zionistischen Bünde, deshalb nicht an der Jugendkommission mitarbeiten werden, weil sie in der Sitzwertung ein besonderes Unrecht erblicken, zumal sie den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspräche. Die zionistischen Bünde hätten in der Jugendarbeit die Majorität, das sie allgemein bekannt und die Zahlen lägen bei den Akten. Auch der erste Vorstandsbesehluß habe das anerkannt; er sei zwar aufgehoben worden, aber die Tatsache, daß dieser Beschluß gefaßt war, behalte seinen Feststellungswert. Der weitere Grund sei eine Verärgerung darüber, daß eine pädagogisch bewährte Persönlichkeit nicht mehr die Möglichkeit habe, in der Kommission mitzuabeiten. Dazu käme, daß die Gemeinde die . in ihr herrschenden Majoritätsyerhältnisse auf die Jugendkommission übertragen wolle, während früher die Jugendkommission ihre Vertreter selbständig gewählt habe. Die Bünde würden sich;'edoch nach wie vor an den Arbeiten des Jugenddezernats beteiligen. - Hieran schließt sich eine längere Aussprache, in welcher Herr Hirseh raa:n n an Hand der von den subventionierten Jugendorganisationen angemeldeten Mitglied erzählen die Unhaltbarkeit der von Herrn Dr. Pomeranz behaupteten Majorität der zionistischen Bünde und die von den zionistischen Bünden verweigerte Mitarbeit als Mangel guten Willens und als einen Ausfluß der politischen Haltung der anwesenden Vertreter der Volkspartei darzulegen versucht. Von Herrn Dr. Frei nra n n wird das Bedauern ausgesprochen, daß die Jugendkommission immer noch nicht zur praktischen Arbeit zusammengekommen ist, worauf es doch schließlich einzig und allein4 ankomme. Weitere Ausführungen werden von Herrn Dr. Pomer an 7r dahin gemach V daß man hätte erwarten müssoi, daß die Gegenseite in ritterlicher Weise anerkenne, daß der deutsche Zionismus in den letzten zwei Jahrzehnten Außerordentliches geleistet habe. Insbesondere habe er stets und nicht , erst in den letzten Jahren gewaltigen Einfluß auf die Jugend gehabt Der Kulturbund wirbt von Haus zu Haus am 3. Oktober % Monatlich ohne weitere Nachzahlung 1.50 bis 2,50 - 2 Eintrittskarten %

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