Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 1 (10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3094266-3094451-3094452--5864-3100654- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 4 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 1 Oktober 1937 Sofie Rossbach Meine neuen Modelle für Herbst URd Winter in Dam«nhUt«it, Damenkleidern und Sportkleidung sind fertiggestellt, rvaiaci SM . . ... Umarbeitungen nach neuen Modellen billigst. Summe 1 und 2 ergibt die Schüler und Schülerinnen auf allen berechtigten höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau._ Gesamtzahl 25900 darunter 1250 Juden Ergebnis: Unter 25 900 Schülern (innen) auf berechtigten höheren Schulen waren im Schul jahr 1936 1250 Schüler (innen) jüdischer Religionszugehörigkeit. (1935: unter 26997 Schüler (innen) insgesamt 1575). Die nicht berechtigten höheren Schulen in Hessen-Nassau (2 Anstalten mit insgesamt 354 Schülern, darunter 2 Juden) spielen für die Gesamtstatistik keine wesentliche Rolle. Nehmen wir diese Anzahl zu der Gesamtzahl der Tabelle 1 hinzu, so ergibt sich, daß unter 26254 Schülern und Schülerinnen 1252 Juden waren, das sind 4,8 Prozent. B. Neben der Zählung der Glaubensjuden erfolgte für das Jahr 1936 erstmalig eine Zählung nach den Gesichtspunkten einer rassischen Gliederung. Für die öffentlichen höheren Schulen ergibt sich folgendes Büd: Tabelle 2 Oeffentliche höhere Schulen Schüler (innen) deutscher Staatsängehörigkeit Knabenanstalten Mädchenanstalten jüdisch jüdisch zusammen mischblütig 621 466 128 59 749 525 Zusammen - 1087 187 1274 C. Im vergangenen Jahre habe ich neben der Berechnung der Ergebnisse von Tabelle 1 eine Berechnung der Anzahl der jüdischen Schüler und Schülerinnen auf n i cht jüdischen höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau durchgeführt. Stellen wir die entsprechende Betrachtung für 193.6 an, so ergibt sich folgendes: Tabelle" 3 Jüdische Schuler und Schülerinnen auf den berechtigten öffentlichen jüdischen höheren Schalen in Frankfurt am Main 1. Knabenanstalten X a) Philanthropin Reformrealgymnasium (Vollanstalt) 424 b) Samson Raphael Hirsch-Schule (Realschule) _183 1.- Summe 2. Mädchenanstalten a) Philanthropin (Lyzeum) b) Samson Rafel Hirsch-Schule (Lyzeum) 607 290 174 2. Summe 464 Summe von 1) und 2) 1071 Mithin waren auf jüdischen höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau im Jahre 1936 1 071 jüdische Schüler und Schülerinnen (1935: 1069) und somit auf nichtjüdischen höheren Lehranstalten 1252 minus 1071 181. Tabelle 4 Zusammenstellung , 1) Die Geamtzahl aller Schüler (innen) auf allen höheren Schulen 26254 2) Die Gesamtzahl aller Schüler (innen) auf jüdischen höheren Schulen 1071 3) Die Gesamtzahl aller Schüler (innen) auf nichtjüdischen höheren Schulen 25183 4) Die jüdischen Schüler (innen) auf allen höheren Schulen 1252 5) Die jüdischen Schüler auf jüdischen höheren Schulen 1071 6) Die jüdischen Schüler (innen) auf nicht jüdischen Schulen 181 Somit waren im Schuljahr 1936 181 Schüler (innen) jüdischen Religionsbekenntnisses auf nichtjüdischen höheren Schulen unter insgesamt 25 183 Schülern (innen), das sind 0,7 Prozent (1935: 2,0 Prozent). Vergleich mit dem Jahre 1935 jüdische Schüler auf nichtjüdischen höheren Schulen 1935 506 jüdische Schüler auf nichtjüdischen Schulen 1936 181 . Rückgang 325 Der Rückgang um 325 64,2 Prozent hat seinen Grund in verschiedenen Ursachen: Neben der Auswanderung und (nur geringen) weiteren Umschulung von Schülern und Schülerinnen auf jüdische Schulen ist zu berücksichtigen, daß bei vielen jüdischen Schülern ein vorzeitiger Austritt aus den höheren Schulen und Eintritt in eine Lehrstelle oder Besuch der Grundlehre zu vermerken ist. Ferner muß hinzugefügt werden, daß die stärkeren Geburtenjahrgänge die Schule verlassen und nur schwache Jahrgänge nachfolgen. - D) Höchststand der jüdischen Schulen in Frankfurt a. M. (1936) Zum Schluß sei noch hinzugefügt, daß die jüdischen höheren Schulen in Frankfurt im Jahre 1936 wohl ihren Höchststand erreicht haben dürften. . Nachstehende Tabelle zeigt die Schülerbewegung für das Philanthropin für eine Reihe von Schuljahren. (Erhebungs^ termin ist jeweils Ostern zu Beginn des Schuljahres). Tabelle 5 1930 1933 1934 1935 1936 1937 Reformrealgymnasium 221 321 397 393 424 369 Lyzeum ._155 , 228 304 311 290 237 Zusammen 376' 549 701 704 714 606 Englische Abendunterhaltung in der Arnold Lazarushalle Das Wort „Lernen" hat für den jüdischen Bezirk eine mehrfache Bedeutung; es wird vorwiegend für die Beschäftigung mit religiösen Dingen, mit dem immer erneuten Versuch, die Schrift tiefer und gründlicher kennen zu lernen, angewandt. Aber seit sich uns die Bildung6C[uelleh der Umwelt erschlossen haben, haben wir allem Lernen;-d. h. der geistigen Aneignung von praktischem und theoretischem Wissensstoff gesteigerten Wert zugemessen. r" Es ist ein verhängnisvoller Trugschluß, wenn manche Eltern, glauben, den härteren Anforderungen der heutigen Zeit dadurch begegnen zu sollen, daß sie jede gf ist ige. und ideelle Bereicherung ihrer Kinder, soweit sie nicht unmittelbar praktischen Zwecken dient, als ,,Kulturballast" über Bord würfen. „Was Häuschen' nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", und daß gerade Dinge, die nicht ohne weiteres für den Existenzkampf nutzbar gemacht werden können, mitunter die reinsten und schönsten Freuden des Daseins verbürgen (z. B. die Musik), ist hier schon gelegentlich betont worden. „Lernen" soll und muß die junge Generation, so sehr wir auch ihre sportliche Betätigung begrüßen und fördern; lernen muß sie eher mehr als weniger! - Besonders intensiv wird von unseren jungen Menschen, und nicht nur von ihnen, das Eng Iis che, die führende Weltsprache, betrieben. In Kursen und t Einzelunterricht bietet sich hierzu mancherlei Gelegenheit, und die-jüdischen Stellen haben durch Einrichtung leicht zugänglicher, Unterrichtsmöglichkeiten weitere Wege geöffnet. . „Englisch lernen ein Vergnügen", das ist nicht nur der Titel eines verbreiteten Ucbungsbuches, es sollte überhaupt als unsichtbares Motto über all diesen Bestrebungen stehen, und es gilt mutatis mutandis für jede geistige Aneignung, ohne daß deshalb Konzentration und eifrige Mitarbeit innerhalb und außerhalb des Unterrichts in die zwete Linie verwiesen werden dürften. „Englisch lernen ein Vergnügen" — vielewerden das dank-' bar den Donnerstags-Kohyersationsstunden bestätigen, die, von der Jüdischen Beratungsstelle für Wirtsch'afts-, h i 1 f e mit deml Hinblick auf Auswanderer vor Jahresfrist ins Versicherungen sind Ver4rauenssGche! HANS GRÜNEBAUM VERSICHERUNGEN ALLER ABT HOHE NZOLLERN-STRASSE 12 TEL 34-138u7(W