Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 11 (8.1937)
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 August 1937 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 23 Ausführung aller Ola i«r a rbelten wie: Reparaturen von Fensterscheiben. Verkittungen, Instandsetzung von Glasdächern, Einrahmungen, Autoscheiben. Glaserei Clemens Kahns? ffechn»tflraben«tr. 10 T.20141 W* * * W ' W * " * 1877 heisst noch heute Judenhohle, worin von Zeit zu Zeit der meist versiegte Judenborn wieder zum Vorschein kommt. Einige Juden sollen sich nach dem wohl im Bauernkrieg zerstörten Dorf „Ratzerod" zwischen Hohenzell und dem Willingshof gerettet haben. Ein Waldgrundstück hier heisst noch amtlich die „Judenschul e". Auf dem uralten Sammelfriedhof für preussische und bayrische Gemeinden bei Altengronau lVa Std. südöstl. von Steinau finden sich noch Grabinschriften mit dem Ortsnamen „Razzerod". Von Steinau auf prächtigem, aber aufsteigendem Weg der Kinzigquelle entgegen in 1% Std. nach Schlüchtern. Jüdischer Sport in Frankfurt Die wichtigste sportliche Veranstaltung des letzten Monats war zugleich ein Ereignis von allgemein-jüdischer Bedeutung. Der palästinensische Landesmeister im Handball, Makkabi Abschalom Petach Tikwah, kam auf seiner Deutschland- Tournee nach Frankfurt und fügte seiner Siegesserie einen neuen Erfolg gegen die Frankfurter Bar Kochbaner an. Zweitausend Zuschauer waren an der Sonderhauserstrasse Zeugen eines erbitterten Kampfes, dessen Ablauf und technische Feinheiten immer wieder fesselten. Die Frankfurter hielten sich trotz der drückenden Ueberlegenheit der Palästinenser sehr wacker, zum Schluss sah es sogar beinahe wie ein Unentschieden aus. Von den jüdischen Sportlern in Frankfurt und ihren Makkabifreunden wurden die Gäste ungemein herzlich empfangen. Auf einem Begrüssungsabend sprachen Dr. H. Pomeranz, Kaczalski u. a.; beim Spiel selbst sprach Sanitätsrat Dr. Ettlinger für den Gemeindevorstand, Dr. H. Pomeranz für die Gemeindevertretung, Rabbiner Dr. L e m 1 e für den Makkabi; Handballfachwart M. Flörsheim überreichte eine Dankadresse der „Hata" Deutschland und Makkabi Schliesser überbrachte einen Wimpel des Bar Kochba Frankfurt mit einer Ansprache in Iwrith- Nach fünfjähriger Pause hielt der Bar Kochba Frankfurt zum erstenmale wieder eine Generalversammlung ab. Ueber den eigentlichen Anlaß hinaus hatte die Versammlung wegen einiger grundsätzlicher Klärungen besonderes Interesse. Als Vertreter der deutschen Kreisleitung war der Generalsekretär des Makkabi Siddy Goldschmidt (Berlin) erschienen. Julius Schick erstattete den Bericht des Vorstands und nahm in einer Erklärung Stellung zum Verhältnis des Makkabi zum „Schild"; der Makkabi, so legte er dar, stehe an der Peripherie der Zionistischen Organisation mit dem Ziel, ausserhalb stehende Menschen aufzunehmen, sie zu schulen und den zionistischen Gruppen zuzuführen. Aus dieser Aufgabe resultiere die Pflichtfür denMakkabi, auch in den Kreisen des „Schild" zu werben. Der von sogenannten „Nur-Sportlern" angeregte Freundschaftsvertrag könne nie Zustandekommen, solange es in Deutschland zwei weltanschaulich verschieden geführte Sportverbände gibt. Der Makkabi sei eben mehr als eine reine .Sportbewegung. Aus dem Bericht ergab sich weiter, dass der Bar Kochba eine erfreuliche Aufwärtsentwickelung genommen hat. Der Verein sei schuldenfrei und seine finanzielle Grundlage für die nächste Zukunft gesichert. Die Tarbutarbeit und die Heimabende hätten in letzter Zeit bedauerlicherweise nicht das nötige Verständnis gefunden. Der Vorstand erklärte geschlossen seinen Rücktritt, um der Mitgliedschaft Gelegenheit zu geben, Männer ihres Vertrauens zu wählen. Max Flörsheim erstattete dann einen sehr aufschlussreichen Bericht über die sportliche Arbeit der letzten 5 Jahre. Große Bedeutung fand die Bekanntgabe, daß durch den Zugang von 20 Aktiven eine neue Fechtabteilung im Enstehen ist. Die neuen Statuten wurden einstimmig gutgeheissen; der engere Vorstand setzt sich aus Jul. Schick, Max Flörsheim und Heinz Kaufmann zusammen, während dem erweiterten Vorstand Rabbiner Dr. Lemle, Hugo Hecht, Schliesser, Manko, Bergmann, Blum, Goitein, Gochsheimer, Dr. Moser, Junker und Silbermann angehören. Nach einer kurzen Aussprache wurde die Versammlung mit der „Hatikwah" geschlossen. Indessen ist auf den Sportplätzen die praktische Arbeit mit Energie fortgesetzt worden. Der Bar Kochba hat auf seiner Platzanlage eine neue Laufbahn anlegen lassen, sodass jetzt unter dem neuen, mit besonderen Vollmachten ausgestatteten Obmann Lolles Metzger die Leichtathletik wieder zu ihrem Recht Kommen Kann. Im Tennis waren die Frankfurter Vereine in allen Turnieren siegreich. Der Schild Frankfurt gewann hoch-gegen Köln und Krefeld, Bar Kochba Frankfurt errang ebenfalls gegen Köln einen knappen Sieg. Im Tischtennis geht auch im Sommer der Betrieb weiter. Das alljährliche Damen-Blitzturnier der Frankfurter Vereine gewann diesmal Schild, dessen Mädels kein Spiel verloren und sich damit den Wanderpreis sicherten. Tm Rasensport gehen die Pokalspiele des „Spielausschusses" zu Ende. Im letzten Monat ergaben sich aus den Ausscheidungskämpfen für Fussball als Endspielteilnehmer Schild und Bar Kochba Frankfurt. Im Handball wird bei den Herren ebenfalls das Frankfurter „Derby" die Entscheidung bringen, während sich bei den Damen einige Ueberraschungen ergeben haben. In Finale sind hier Schild Frankfurt und die Hakoah Frankfurt. Die Einheit dieses jungen Makkabivereins hat in allen Spielen einen bewunderungswürdigen Eifer bewiesen und konnte nach ihrem Pokalspielerfolg gegen Hanau im Juli sogar auch Bar Kochba Frankfurt überlegen schlagen. Ausserhalb der Pokalspiele, im Wettbewerb um die Handball-Reichsmeisterschaft, errangen die Frankfurter Schild-Mädels in München-Gladbach einen glatten Sieg gegen die westdeutsche Elf und haben sich damit für das Endspiel gegen denselben Gegner wie im Vorjahre, die JSG. in Berlin, qualifiziert. Im Fussball schied Schild Frankfurt durch seine Niederlage in Karlsruhe aus dem weiteren Wettbewerb aus. Die Makkabi-Pokalspiele brachten im Juli einen glänzenden Sieg der hauptsächlich aus Spielern des Bar Kochba Frankfurt bestehenden südwestdeutschen Auswahlmannschaft in Leipzig gegen Mitteldeutschland, sodaß dieselben Sportler auch ins Endspiel gegen Berlin-Brandenburg kommen. Im Kegelsport sind die Klubmeisterschaften des „Schild" in vollem Gange. Das bemerkenswerteste Ereignis des letzten Monats war das Frankfurter K e g 1 e r - „D e r b y" zwischen den beiden ewigen Rivalen „Fidelio" und Schild I. Beide Mannschaften lieferten sich diesmal einen erbitterten Kampf, der erst nach einem energievollen Endspurt von Schild mit 1677 :1665 Holz gewonnen werden konnte. Die Weihe eines neuen Vierer-Ruderbootes des S liild Frankfurt am Bootshaus Niederrad gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den jüdischen Wassersport. Über 100 Wassersportler waren mit ihren Booten und Geräten angetreten und Vereinsleiter H. Grünebaum gedachte in seiner Weiherede der Arbeit, Opfer und Verdienste des Abteilungsleiters Hans Bäsch und seiner Mitarbeiter. Der neue Skiff stand indessen, mit Guirlanden umkränzt, an der Front des Aufmarsches. In besonderer Würdigung der Verdienste des Landessportleiters Loewenherz 21 Goethestraße 21 Verlangen Sie unsere Anzeigen - Preisliste Versicherungen aller Art WALTER JOSEPH Bürgerstr. 8 Tel. 32620 Priv. Am Tiergarten 2, Tel. 44870 E. Ehrlich üäftB-, Goldwiria n. J ti w I n nur ZEIL 111 (gegenub.Hauptpost) gegr. 1902 Spulalgasehüft f. 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