Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 11 (8.1937)
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 August 1937 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 9 Die gute Tasse Kaffee Die vorzüglichen Torten, Kuchen u. Eisspezialitäten erhalten Sie In dem vollständig renovierten Bestellungen werden prompt und auf das sorgfältigste ausgeführt Kaffee Rothschild Inh. F. Birnbaum Telefon 26325 u. 26925 Der jüdische Handwerker und die jüdische Gemeinschaft „Die Exaktheit bei den kleinsten Arbeiten formt nicht nur den Handwerker, sie greift auch bei richtiger Anleitung und gewissenhafter Führung auf den ganzen Menschen über. Es ist in dieser Frage, in der Erziehung unseres Nachwuchses viel gesündigt worden, und wir haben hier die Gelegenheit, in Verbindung mit praktischer Arbeit unserer Jugend eine strenge Erziehung geben zu können, aber eine Erziehung, die ihnen, sobald sie den Sinn erfasst haben, Freude bereiten und sie zu ganzen Kerlen machen wird. Sie müssen selbst kleinste Fehler und Ungenauigkeiten sehen lernen und nicht, wie man es so oft hört, Beanstandungen mit einem „na wenn schon" abtun. Sie dürfen nicht eher ruhen, bis sie jeden Fehler verbessert haben. Wir müssen das Versäumte nachholen und aus einer, wenn auch oft nur kleinen Dingen gegenüber, laschen und trägen Haltung herauskommen. Pünktlichkeit und Ordnung sind dabei die wichtigsten Erfordernisse. Der Lehrling muß zur strengsten Einhaltung der Arbeitszeiten angehalten werden, selbst der geringste Verstoß dagegen ist zu rügen.- Die Werkzeuge und die Werkstatt sind in peinlichster Ordnung zu halten. Es fehlt uns eine Handwerkertradition, aber wir haben jetzt die beste Möglichkeit, den Grundstein dafür zu legen." (Aus einem Beitrag von Poldi Kuh über „Grenzen und Mög- lichkeiten der Ausbildung in Lehrwerkstätten" in der von der Keichsvertretung der Juden in Deutschland zur Eröffnung der Ludwig Tietz-Lehrwerkstätte in Jagur herausgegebenen Gedenkschrift.) Die Entwicklung der letzten Jahre hat für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland auf vielen Gebieten die Erkenntnis gebracht, daß das Zusammengehörigkeitsgefühl auch bei der Betätigung im eigenen Raum seinen praktischen Ausdruck finden muß. Wenn auch manche Vorgänge im öffentlichen jüdischen Leben Zweifel an der Echtheit dieses Gemeinschaftsgefühls haben aufkommen lassen, so ist doch in den täglichen Beziehungen von Mensch zu Mensch eine stärkere Aufgeschlossenheit und das Bewusstsein des Aufeinanderangewiesenseins festzustellen. Die bekannte Berufsgliederung der jüdischen Gemeinschaft ist nach dem Umschwung abgelöst worden durch eine radikale Umwendung und die Tendenz, nahezu ausschliesslich handwerkliche und landwirtschaftliche Berufsausbildung der jüdischen Jugend zuteil werden zu lassen. Wie bei jeder plötzlichen Wendung in den Anschauungen einer Menschengruppe, ist auch hier über das Ziel hinausgeschossen worden. Wir haben durch die Erfahrungen gelernt, das System der Kurz- und Schnellausbildung durch sachgemässe berufliche Ausbidungslehrgänge zu ersetzen. Geblieben ist uns die Erkenntnis, daß nur eine qualitativ und sachlich erstklassig vorgebildete Gruppe handwerksmässig arbeitender Juden im Stande sein wird, wo es auch immer sei, sich durchzusetzen. Deshalb kommen den zitierten Aeusserungen des erfahrenen Leiters jüdischer Ausbildungsstätten in Niederschönhausen besondere Bedeutung zu, und wir glauben, daß sievon besonderer Bedeutung sind für jeden handwerklich arbeitenden Juden. Besondere Gelegenheiten finden Sie bei mir im Sommer -Schluss -Verkauf Am Schauspielhaus 2—4 Tel. 29335 Der jüdische Handwerkerstand hat lange Zeit in der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland nicht die Stelle eingenommen, die seiner Bedeutung entspricht. Vorurteile und berechtigte Kritik an einzelnen Gliedern dieser Berufsgruppe haben sich für die Gesamtheit nachteilig ausgewirkt. Das jüdische Handwerk hat im Laufe der Jahre sich ergänzt. Neben den alten erfahrenen Kräften sind auch jüngere handwerklich erstklassig vorgebildete Kräfte in allen Sparten des Handwerks hinzugekommen. Der Begriff einer neuen Werkfreudigkeit, die Hochschätzung und Anerkennung des durch der eigenen Hände Arbeit Geschaffenen setzt sich allmählich durch. Es bedarf keines weiteren Hinweises, daß an das Leistungsniveau des jüdischen Handwerkers, bestimmt aber auch jedes anderen jüdischen Gewerbetreibenden, die schärfsten Anforderungen zu stellen sind. Es darf im Rahmen des Wettbe,!•• * 1;einen anderen Maßstab geben, als den der Leistung. Ebenso muß aber erwartet werden, daß die jüdische Gemeinschaft bereit und willens ist, dem jüdischen Handwerker und OfewerbelQfi*ner-Sch!uss-Verkauf 4 Deisßffliistei^^g^^' ^^^SkAtfi^?^^^^^^"anderem: ^-"^"^A^V^— Damenpm ^fSF*^0^ Nachthemden, ^Zfit^l^--- Waschseide, \ ap JW^^^ Mille ffleurs u. uni, ■■ MJ1 moderne Form v Radio Jetzt die ^s^Z. V» Neuheiten ^< < ^ti v^v^ VtgP^ Photo ^pJ^X*^ für Leica u. Contax spezialisiert Auswanderer! Betten-Reinigen. SCHÖNFELD 1 Steppdecken, sowie Umarbeitung Reineckstr. 13 Tel. 25330 |