Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 11 (8.1937)
- Date
- 1937-08-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 8 JÜDISCHES GKEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT No. 11 August 1937 Amerika*Auswanderer u. Besucher Wenn Sie nach der letzten Mode das Richtige kaufen wollen, können Sie das am besten u. Sachgemäßesten in Frankfurts berühmten alten Amerika-Export-Geschäft SIEGMUND GOLDSCHMIDT Grösste Auswahl in Luncheon- und Bridge-Garnituren, sowie Tisch- und Bettwäsche in den in Amerika üblichen Qualitäten und Grössen GEGRÜNDET 1876 TELEFON 28290 KAISERSTRASSE 14 finden. Ueber 20jährige pers, Erfahrung im Lande selbst (früher eigene Firma in Philadelphia) u. direkter Export auch heute noch, geben Ihnen bestmögl. Garantie Instrumente zurechtlegt, flüstert Simon der Schwester ins Ohr: „Gidel, ich sage Dir, du wirst gesund. Ich habe Maser gegeben. Dein Bruder Mortche soll die zwanzigtausend Taler haben. Ich bin sie dem Allmächtigen schuldig, er wird gegenwärtig sein." So kann die Geschichte glücklieh enden: mit der Genesung Gidels, mit Simonszurückgekehrter Seelenruhe und stillem wohltätigöm Leben in seinem alten einfachen Kreis, mit der -grossen vergnügten Hochzeit, bei der Mortche, als jemand das Reparaturen in eig. Werkstätte llle DDioi Uhren nehme Ich hei Henkanl In Zahlung No. 2 Hoch auf die Eltern des Bräutigams ausbringen will, den Eedner höflich unterbricht und sagt: „Ein Hoch kommt zuerst: Mein Bruder Simon geht vor. Warum sollen wir das bestreiten, was jedermann weiss? Das ist sein Werk. Die Kinder meiner Enkel werden seinen Namen segnen."— Schon als Schöpfer der Erzählung Maser, deren psychologische Feinheit aus einer Inhaltsangabe nicht sichtbar wird, verdient Meier Aaron Goldsehmidt, daß man an ihn erinnert. Er war ein interessanter Mann. Das Besondere seiner Art ist, daß dieser Schriftsteller, den die nordische Literaturgeschichte wegen seiner Schilderungen aus dem dänischen Volksleben so hoch hält, auch Geist und Stimmung jüdischen Brauchs und jüdischer Ueberlieferung mit Liebe und dichterischer Kraft wiedergab. Goldschmidt Somer-Schluss-VeU HRISS in Damensloffen Rossmarkt 8 1 (Lifi) war, so hübsch er auch die Wirklichkeit zu gestalten wusste, im Grunde eine romantische Natur; die Romantik beeinflusste das Schaffen seiner Jugendjahre, aber sie ließ ihn. nie aus ihrem Bann. Goldschmidts früher grosser Roman „Ein Jude" hat seine Stärke in den Kapiteln, in denen die geheimnisvolle Macht jüdischer Mären lebendig wird. Begierig trinkt der Knabe, dessen Entwicklungsgang in dem Buch dargestellt ist, aus dem Born jüdischer, Weisheit und Fabulierkunst; er lauscht mit Spannung den Geschichten von dem kleinen Moses und der Krone Pharaos, vom Golem, von der hohen Kunst und der Demut des Arztes Rambam. Nach alter Ueberlieferung, nach einem Midrasch, zu . dem es Seitenstücke in manchen dichterischen Werken gibt, hat Goldschmidt seine wunderhübsche kurze Erzählung „Rasclii" gestaltet, die als Probe seines Schaffens in die 1876 erschienene umfassende Uebersetzungsauswahl „Die National-Literatur der Skandinavier" aufgenommen worden ist. Der grosse Weise Raschi hat, als er alt geworden, den Wunsch zu wissen, mit wem er dereinst im Garten Eden an demselben Tische sitzen werde. Seinem Gebet wird Erhörung; er erfährt im Traum, daß Abraham ben Gerson, mit. dem Beinamen Zadik, der in Barcelona lebt, sein zukünftiger Nachbar im Paradies sein werde. Raschi zieht nach Barcelona; er will den Zadik sehen und stellt sich ihn als einen langbärtigen, abgemagerten, blassen Mann vor, der Tag und Nacht das Gesetz studiert, der viel gefastet und gebetet habe. Aber siehe, Abraham ben Gerson ist ein Reicher, der in einem Palast wohnt, kein Mensch der Entsagung und äusseren Frömmigkeit. Raschi glaubt, diesen Verächter des Gesetzes zur Busse und Besserung anhalten zu dürfen. Doch er erlebt es mit, weshalb Abraham der Zadik heisst und sein Tischbruder in der zukünftigen Welt werden soll: die Trauung der Tochter des Reichen soll unter dem Andrang vieler vornehmer Gäste stattfinden. Weil aber Abraham kurz vorher hört, daß sein zukünftiger Schwiegersohn ein armes Mädchen geliebt und nur, um den Seinen zu helfen, sich zu der reichen Heirat entschlossen hat, verzichtet der Grossmütige auf seinen Plan, führt die beiden Liebenden wieder zusammen und gibt dem Mädchen dieselbe Mitgift, die er seiner Tochter zugesichert hat. In seiner heiteren Art schliesst Goldschmidt mit den Worten: „Es sind seitdem achthundert Jahre verflossen. Um kurze Zeit kann sich jeder unserer Leser selbst davon überzeugen, ob Raschi und Don Abraham wirklich zusammen im Paradies sitzen". Goldsehmidts jüdische Erzählungen bringen noch heute Freude; sie haben ausserdem durch ihre geschickte Verwendung von vielfältigem Gut jüdischer Volkskunde einen eigenen Reiz. Auch in dramatischen Werken hat sich dieser Meister des feinen Selbstgesprächs und der lebendigen Unterhaltung natürlich versucht. Auf den jungen Menschen wirkte Hebbels Judith so stark, daß er unter diesem Kunsterlebnis an einem Judas Maccabäus arbeitete. Später hat er mehrfach jüdische Stoffe für die Bühne gestaltet, aber seine Dramen haben nicht die Wirkung der schlichten Geschichten erreicht, in denen er jüdisches Leben vergangener Tage oder seiner eigenen Zeit vorführte. Bohner ■ Brotröster ■ Bügeleisen ■ Fön * Grill ■ Heizkissen ■ Herde Höhensonne, Original Hanau ■ Kaffee-Maschinen — Mühlen ■ Kochplatten Kodier ■ Kühlschränke ■ Staubsauger ■ Tauchsieder ■ Teemaschinen p Waschmaschinen ■ Venlilatoren ■ Beleuchtungskörper usw. Nähmaschinen ■ Adler ■ Phoenix ■ Singer ■ Veritas Schallplatten ■ Elektrola ■ Grammophon ■ Telefunken ■ Koffer-Apparate * Plattenspieler Radio-Apparate ■ Alle gangb. Fabrikate ■ Umtausch aller Geräte geg. Weifempfänger ■ Ständig Gelegenheitskäufe von 15 — an ■ Reparaturen erstklassig, schnell, billigst ■ Anfennenbau " Dach-, Hochu. abgeschirmte FOTO ■ Contax ■ Contaflex ■ Leica usw. FQr Palästina ■ Haller-Petroleumherde—0«fen Rufen Sie mich bitte an, Ich komme zu Ihnen ins Haus! <— ELEIOR© EHRMANN Bockenheimerlandstr. 71 / Ruf 73837