Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 10 (7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
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No. 10 Juli 1937 Seite 7 Dr. iur. Hugo Hoff mann 'WHy&li1 Versicherungen aller Art tung auf die große städtische, staatliche, menschliche Gesamtheit. Als völlig ebenbürtig sollte sie neben den anderen städtischen Schulen bestehen können. Zum andern aber mußte der Abspaltung der orthodoxen Gemeinde und der neugegründeten Schule dieser Richtung begegnet werden. Bei der reichen Abstufung religiöser Anschauungen innerhalb der alten Hauptgemeinde konnte eine stärkere Betonung des liberalen Charakters der Schule viele Kreise abstoßen und ins andere Lager treiben, konnte den Fortbestand der Schule gefährden. Diese Gefahr erkannte Stern sehr wohl, und er ist ihr begegnet durch „Toleranz" im positiven Sinne. — „Die Schule ist bestimmt, den Bildungsinteressen der jüdischen Gemeinde nach a 11 e n Richtungen zu dienen!" — Und wie stark er den besonderen religiösen Interessen Rechnung trug, bezeugt die Stundentafel des Lehrplans 1859/60. Hier sind für Religion und biblische Geschichte in jeder Klasse je zwei Stunden, in den oberen Klassen zudem noch je eine Stunde für Geschichte des Judentums eingesetzt, für Hebräisch außerdem in den Klassen der Oberstufe je 2 Stunden, der Mittelstufe je 3 und 4, der Unterstufe sogar je 5 Stunden; insgesamt waren in den 9 Klassen des Philanthropins für diese Fächer 48 Stunden vorgesehen, während die Musterschule zu jener Zeit in der gleichen Klassenzahl für Religion alles in allem nur 12 Stunden — den 4. Teil — festgelegt hat. Aber das geschah nicht etwa auf Kosten anderer Fächer. Im Gegenteil! Für deutsche Sprache weist die Musterschule 48 Stunden, das Philanthropin 84 auf, dort werden 33 Rechenstunden, hier 42 erteilt, dort 26 Stunden im Schreiben, hier 37. — Die Stundenzahl der Woche betrug in der Musterschule 285, die im Philanthropin dagegen 357. Es wurde eben insgesamt ein Mehr an Arbeitsleistung von Schülern und Lehrern des Philanthropins verlangt in der klaren Erkenntnis, daß der Daseinskampf vom jüdischen Menschen auch ein Mehr an Wissen und Können erfordert. Aber nicht auf Anhäufung toten Wissensstoffes kam es Stern an, sondern auf wahrhafte Geistes- und Gemütsbildung, auf Erziehung zum sittlichen Menschen. Diesem Ziele sollten auch drei Mittel organisatorischer Art dienen: Disziplin als Unterordnung unter ein Gesetz, das Institut der Klassenlehrer und ein festgefügter Lehr- und Lektionsplan. Die von ihm geschaffene Diszipinarordnung ist sittlich fundamentiert. („Die Schule muß in ihrem sittlichem Walten ein Bild des Lebens sein"), der Klassenleiter ist ihm „das lebendige stets gegenwärtige Organ für die gleichmäßige Verbreitung eines einheitlichen Geistes über die ganze Schule", und der einheitliche Lehrplan dient ihm zur Zentralisation aller an der Schule wirkenden Kräfte. Festumrissene Aufgaben werden jeder Stufe, jeder Klasse zugewiesen, bis der junge Mensch für Leben und Beruf vorgebildet ist. Zu dieser Vorbildung gehört auch die sittlich-religiöse Erziehung. Daß Stern, die tief religiöse Persönlichkeit, auf diese besonderen Wert legt, ist begreiflich. Er fordert „Verständnis und Aneignung der religiösen Lehren und Vorschriften des Judentums, wie sie zur Aufrichtung und Befestigung einer sittlichen Lebensgrundlage erforderlich ist, Bekanntschaft mit den heiligen Büchern, eingehende Kenntnis der Entwicklungsgeschichte des Judentums. Verständnis seiner geschichtlichen Bedeutung für die Gegenwart, Bewußtsein von dem Wert des dauernden Zusammenhangs mit einer so großen Vergangenheit". Er fordert „positive Religion", die geschichtlich in bestimmter Form und Erscheinung gewordene und gewonnene Erkenntnis göttlicher Wahrheiten und menschlicher Pflichten; sie muß dem_ Kinde als die seiner Väter lieb und teuer Am 26. Juli erscheint die grosse Sommer- Schlußverkauf Nummer des Gemeindeblatts Ueber 7000 Frankfurter Familien lesen das Gemeindeblatt. Deswegen inserieren Sie vor allen Dingen im Stark der Motor - formschön die Linie des neuen OPEL s#*r * J 1 2,5 LITER - VON RM 3850 an ab Werk Autor. Opel-Händler Westeoil-6arfloe Inhaber: Ludwig L. Straass LeiDzioersirasse 32 Telefon 7325t wm m ^MB V ■ V ■ ■ ■ m ■ ■ ■ m m ■ Gemeindeblatt Munden aus ßeffen durch eine Anzeige im Hessischen Gemeindeblatt. Die Anzeigen*Verwaltung des Israelifischen Gemeindeblatt M. ISAAC & Co. Reineckstrasse 17-19 Telefon 24888 Radio Jetzt die \* Umtauschaktion _ ^— ^Z&izF^ <^Ä»* Photo I <&&^^^^^ I Leica u. Contax spezialisiert