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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-07-01 · 10 (7.1937) · p. Seite 4

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
10 (7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 No. lÖ Juli 1937 Damenand Herren-Wäsche Damenkleldung Strickwaren Kleiderstoffe Manufacturwaren Alles preiswert V jm f 2 j*g tum ^«M undgu.in, Ö ß llü Ul UTlfl Textil-Kauf haus U W W WIV W¥ 9 T 9 T an der Bockenheimer Warle Leipzigersirasse 14 Strumpfwaren Unterkleidung Schürzen Berufskleidung Bettwäsche Haushaltswäsche Vorbildliche Bescheidenheit Rabbi Schimon ben Lakisch gibt dem Vers eine andere Deutung. Er sagte: „Mosche wusste tatsächlich die rechte Entscheidung sofort, aber die Mädchen kamen zuerst an die unterste Instanz, die Führer der Zehnschaft. Die sagten, das ist eine Entscheidung in Erbbesitz-Sachen, das ist Sache Höherer. So kamen sie vor die Führer der Fünfzigschaft. Als diese sahen, daß die Führer der Zehnschaft sie ehrten, sagten sie, auch über uns stehen Höhere. So kam's an die Führer der Hundertschaft, die wollten den Führern der Tausendschaft die Ehre der Entscheidung nicht verweigern, diese nicht den Fürsten. Keiner wollte dem Grösseren vorgreifen. Man kam vor Elasar, den Priester, der verwies auf Mosche, und alle kamen vor ihn. Als er sah, daß •jeder den Grösseren ehrte, sagte er sich, wenn ich jetzt von mir aus die Entscheidung gebe, nehme ich alle Würde für mich in Anspruch, darum sagte er, ich bin nicht der Massgebende, über mir ist ein Höherer, darum (V. 5) „brachte er ihre Rechtssache vor Gott". Und Gott antwortete, recht sprachen die Töchter Zlafchads, und erwies damit den Niedersten die Ehre." So wird das Ganze zu einer Mahnung zur Bescheidenheit, daß man nicht die Würde und die Macht an sieh ziehen soll, sondern sowohl das Recht des Höheren wie die Würde des Einfachsten wahren und betonen soll. Ludwig Fulda von Dr. Siegmund-Hirsch Erinnerungen an frohe Theaterabende, an unterhaltsames Miterleben von Gesellschafts- und Familienkonflikten, die nicht aufrüttelnd, aber immer fesselnd auf der Bühne abrollten — ein leiser Nachklang glücklich geprägter Worte, feiner Verse über Leben und Menschen — das ist die Stimmung, in der die Aelteren des Dichters Ludwig Fulda gedenken, der vor 75 Jahren, am 15. Juli 1862, in Frankfurt am Main geboren wurde. Früh und schnell ist er zum Erfolg aufgestiegen; schon dem Gymnasiasten, dem Studenten strahlte das zarte Morgenlicht des ersten Ruhmes. Aber dass sich seinen Jugenddichtungen das Theater erschloss, das beeinträchtigte nicht sein Forschen und Schaffen auf dem Fachgebiet, das er sich erwählt hatte. Der Germanist Ludwig Fulda zeigte sich schon während seines Studiums als gediegener Kenner und einfühlend abwägender Beurteiler des älteren deutschen Schrifttums; er wurde Mitarbeiter der grossen historisch-kritischen Ausgabe der Deutsehen National-Literatur, die damals unter der Leitung von Josef Kürschner erschien. Die beiden Bände, die der junge Ludwig Fulda mit trefflichen Einleitungen und Anmerkungen ...herausgab, brachtendie Werke von Dichtern des endenden siebzehnten:und des beginnenden achtzehnten Jahrhunderts. Liebevoll hatte sich Fulda in die Schöpfungen eines Zeitabschnitts vertieft, der ihn zu den Begründern der modernen Lyrik führte, zu Männern, in denen sich bereits manches regt, das „uns aus der Stickluft ausgelebter Formen und Anschauungen unmittelbar in die Frische geistigen Werdens und Wachsens versetzt". Besonders fühlte sich Fulda zu dem unglücklichen Johann Christian Günther hingezogen, weil er in diesem feurigen, leidenschaftlichen Menschen einen wirklichen Dichter erkannte, der, wie keiner vor ihm,. . sein Leid und seine Lust offen aussprach und so der'deutschen Lyrik das Gebiet des Menschenherzens und seiner unmittelbarsten Empfindung erschloss. Ludwig Fulda hatte als ganz junger Student die Persönlichkeit Günthers zum Helden eines Trauerspiels gemacht; besser und dauernder als dieses Bühnenwerk war seine Ausgabe von Günthers Gedichten in Kürschners Deutscher National-Literatur. Aber es war kennzeichnend für die Künstlernatur Fuldas: Gestalten vergangener Zeit, denen seine philologische Arbeit galt, gewannen bei ihm in eigenen Dichtungen Leben; aus den weiten Reichen der germanischen und der romanischen Literatur strömte ihm mit dem Wissen eine Fülle von Anregungen -zu, und immer mehr reifte er zu einer Meisterschaft der Form heran, die auch seine Verse, besonders seine hübschen Sinnsprüche,-auszeichnete. Das Theater zog schliesslich den klugen Kenner der grossen Dramatiker, der selbst heiter zu beobachten und wirksam zu gestalten wusste, ganz an sich. Jahrzehnte hindurch ist Ludwig Fulda ein erfolgreicher Bühnendichter gewesen, und die Zahl der Stücke, die er geschaffen hat, ist sehr gross. Aber seine Kunst hatte ihre Grenzen: sie konnte die Tragik schwerer Probleme ebenso wenig zeigen wie die Abgründe und Geheimnisse der menschlichen Seele. Am besten gelang Fulda das Lustspiel, mit der liebenswürdig witzigen Kritik von allerlei Mängeln und Torheiten des Lebens. Wie der jungen Frau die Äugen geöffnet werden.für das stille Glück der Häuslichkeit, das tausendmal mehr wert ist als die üblichen Gesellschaftsabende mit ihrem hohlen, langweiligen Geschwätz — wie die wilde Jagd nach Ehren um äussere Güter zerstörend für die Seelenruhe des Einzelnen und der Familie überall ergötzlich ihr Wesen treibt — wie alte Freundschaft von Männern in ihrer Fortdauer bedroht ist, sobald ein anziehendes weibliches Wesen auftaucht — das, und manches andere satirische Spiel von menschlichen Schwächen, haben Ludwig Fuldas Stücke in lustigen Einfällen, geistvoller Unterhaltung und gelungenen Personen vorgeführt. Ohne nach dem Beifall des Tages zu haschen, traf der Dichter den Geschmack seiner Zeit, die nicht immer im Theater die Düsterkeit des Daseins schauen, sondern auch in. nachdenklich erquicklicher Form unterhalten und angeregt Annahme sämtliche Reparaturen und Anfertigungen JUWELEN /GOLD /SILBER BCSteCKe edit Silber und versilbert Trauringe « Uhren .».'^QC£ft ^sö**-5 An- und Verkauf aus Prlvafbesltj, sl*fs Gelegenheiten OB 11/29301

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