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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-07-01 · 10 (7.1937) · p. Seite 2

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
10 (7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 No. 10 Juli 1937 SOfie ROSSbaCh KaiSerstr.25 8f!"f!Ä Neueste Modelle für Sommer u. Sport D3!HGnKlGldGr Umarbeitungen nach denselb. billigst Die Auswanderung nach erfolgter Ausbildung muß sichergestellt werden. Die Planung der Wanderung durch die Eeichsvertretung in Zusammenarbeit mit dem Palästinaamt der Jewish Agency, dem Hilfsverein der Juden in Deutsehland und den Gemeinden musste von einer Untersuchung über Umfang und Ziele der Wanderung ausgehen. Eine statistische Untersuchung schuf hierfür die Grundlagen. Bis zum 1. 4. 1936 sind 22.000 Menschen nach westeuropäischen Ländern und 18.000 Juden ausländischer Staatsangehörigkeit in ihre Heimatländer gewandert. 31.000 Menschen gingen nach Palästina, 22.000 nach Uebersee, sodaß insgesamt 93.000 Menschen bis zu diesem Zeitpunkt Deutschland verlassen haben. Das Jahr 1936 stellte an die Wanderungsorganisationen mit einer Gesamtauswanderung von etwa 24.000 Menschen ungewöhnliche Anforderungen. 9000 von ihnen gingen nach Palästina, 10.000 nach Uebersee, während die Europa-Wanderung nur noch 1500 und die Rüekauswanderung 3500 betrug — ein eindruckvolles Ergebnis einer planmässigen Vorbereitung und Durchführung der Wanderung. Für die vom Palästinaamt betreute Palästina-Wanderung und die vom Hilfsverein durchgeführte Uebersee-Wanderung mussten aus Mitteln des Zentralausschusses 1,4 Millionen Mark aufgebracht werden. Der Ueberblick über das Geleistete gibt zugleich die Grundlage für die Darstellung der Aufgaben des Zentralausschusses in diesem Jahr. Alle Gebiete der Arbeit, die wir hier in einigen Stiehworten andeuteten, erfordern auch in diesem Jahr gewaltige Mittel. Insbesondere sind es die Arbeiten der Berufsumschichtung und der Durchführung der Auswanderung, die immer grössere Aufwendungen benötigen. Es wird von der Höhe der der Eeichsvertretung zur Verfügung gestellten Mittel abhängen, wievielen jungen Menschen Gelegenheit zur Ausbildung in einem aussichtsreichen Beruf gegeben werden kann, wieviele Wanderungspläne zur Durchführung kommen können. In dem Masse, in dem die wirtschaftlichen Kräfte der Juden in Deutschland abnehmen, steigen die Anforderungen an die öffentlichen Mittel, die für Wohlfahrtspflege und Wirtschaftshilfe zur Verfügung stehen. Es ist nötig, noch ein Wort über die Quellen der Mittel zu sagen, die von dem Zentralausschuß bei der Beiehsvertretung aufgewendet werden. Die Jüdischen Gemeinden in Deutschland leisten durch ihre Landesverbände einen regelmässigen Beitrag zu den Arbeiten der Reichsvertretung. Däneben haben die ausländischen jüdischen Hilfsorganisationen: der Council f or German Jewry in London, das American Joint Distribution Committee und die Jewish Colonisation Association (ICA) seit 1933 grosse Beträge für die Arbeiten des Zentralausschusses gegeben. Diese Hilfe, die unsere Arbeit erst ermöglichte und die uns auch in diesem Jahr zur Seite stehen wird, kann nicht dankbar genug anerkannt werden. Es muß aber gesagt werden, daß die Höhe der ausländischen Hilfsgelder entscheidend von dem Ausmaß der Opferbereitschaft der Juden in Deutsehland selbst abhängen wird. An die jüdischen Hilfsorganisationen im Auslande werden heute von allen Seiten grosse Ansprüche gestellt. Vor allem hat die wirtschaftliche Not der Millionen Massen unserer Brüder in Osteuropa so unvorstellbares Ausmaß angenommen, daß die ausländischen Hilfsorganisationen ihr Ohr den von dort kommenden Hilferufen nicht verschliessen können. Nur dann, wenn die führenden Persönlichkeiten des Hilfswerks der Juden in Deutschland mit gutem Gewissen darauf hinweisen können, daß unsere. Freunde hier in ihrer Opferbereitschaft bis an die Grenze des Möglichen gegangen sind, werden sie auf eine nennenswerte Hilfeleistung des ausländischen Judentums rechnen können. Das imponierende Ergebnis der Sammlung, die in allen Gemeinden für die blaue Beitragskarte in pfennigweisen Beträgen durchgeführt wird, hat gezeigt, welches Mass Von jüdischem Verantwortungsgefühl in-den Schichten der wirtschaftlich Schwächeren vorhanden ist, die wissen, daß der Weg vom Subjekt zum Objekt der Hilfe heute oft ein sehr kurzer ist. Die Sammlungen des Zentralausschusses wenden sich an diejenigen Menschen unserer Gemeinschaft, denen ein günstigeres Geschick noch die Möglichkeit wirtschaftlichen Erfolges ihrer Arbeit gibt. Die Reichsvertretung der 1 Juden in Deutschland darf erwarten und muß verlangen, daß jeder, sich heute der Pflichten gegenüber seiner Gemeinschaft so sehr "bewusst ist, daß er nur ein wirkliches und fühlbares Opfer für die Gemeinschaft als ausreichende Pflichterfüllung ansieht. Wir wissen, welche Lasten jedem einzelnen wirtschaftlich Stärkeren innerhalb seiner Familie, seines Freundeskreises und seiner Gemeinde auferlegt sind. Das grosse Hilfs- und AufbauwerkderJuden in Deutschland kannsein e, für die Gemeinschaft lebenswichtige Arbeit nur fortsetzen, wenn jeder Einzelne die Verpflichtung zum Opfer für die Schwachen seiner Gemeinschaft anerkennt und betätigt. Aus der Tätigkeit der jüdischen Winterhilfe Frankfurt/M. 1936/37 Es wurden betreut: hilfsbedürftige Parteien........ hilfsbedürftige Personen . . . .' . . Diese Personen gliederten sich nach 2226 4765 Altersstufen l: ........ männlich weiblich ledig .... 1228 1056 verheiratet . 927 908 verw., gesch., getr. 101 372 ohne Angaben . 70 103 2326 2439 männlich weiblich Inländer . ... 1449 1602 Ausländer . . 650 598 Staatenlose . 227 239 2326 2439 männlich weiblich bis 6 Jahre 124 110 6—14 Jahre; 286 274 14-21 , 440 206 21-35 „ 316 360 35-45 , 344 442 45-65 . 638 758 ohne Angaben 178 289 2326 2439 Nach Berufen: Landwirte . . . Handwerker . . Gehilfen .• . Arbeiter. . . . Kaufleute . . . ' ■-, Angestellte . . Freie Berufe Hausangestellte ohne Beruf . . 72 201 52 312 514 329 302 211 688 (selbständige) 2681 Glaubenszugehörig-keit: männlich weiblich Juden .... 2274 2287 Nichtjuden . . 52 . 152 2326 2439 4765 Von den 2226 betreuten Parteien standen in Unterstützung öffentlicher stellen:. ... ........... 1168 Es wurden gewährt an Barbeihilfen ..... . ca. RM. 11.000.- „ „ „ , Lebensmitteln . . . . . . „ „ 82.000.- „ . n „ Speisungen in Höhe von . „ „ 60.000.- „ " " „ beschafft Kleider und Schuhe im W, von „ 65.000.- „ ausgegeben für Kohlen (ca. 13 000 Ztr.) 17.000.- Versicherungen sind Ver4rauenssGche! HANS GRÜNEBÄUM V . VERSICHERUNGEN ALLER ART HOHENZOLLERN-STRASSE12 TEL.34138u.70361

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