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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-06-01 · 9 (6.1937) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
9 (6.1937)
Date
1937-06-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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No. 9 Juni 1937 Seite 7 Zahlt den Schekel—Werbt für ihn! SSSSr ■■■■■■■^■■■^■■■^■■■■■^■■■■^■■■■■■■■■■^■■■■■■MiHHa so geschieht das in der für Schnitzler typischen Weise nicht wegen der Judenfrage, sondern im Zusammenhange allgemeiner soziologischer oder politischer Betrachtungen. Doch wenn er sich über Tageswirren und Zeitläufe seiner Gegenwart auslässt, so ist es geistiger Niederschlag jener Eeligiosität, die den tieferen Sinn des Bösen in der Welt als eines göttlichen Werkzeugs begriffen hatte. Ja, einmal stellt er ein Diagramm über die Berufs Veranlagungen des Menschen auf, in dem u. a. der Politiker und der Staatsmann, der Literat und der Dichter Typen und Gegentypen sind. Dass Schnitzler das Geschehen der Welt methaphysisch betrachtet, lehrt diese kleine Arbeit: diese menschlichen Anlagen bilden sich für ihn in einem Kräftesystem zwischen Gott und Teufel.... darum die Vielfalt der Zwischenformen. Am Typus des Literaten übt Schnitzler die schärfste Kritik. Es sind die eigenen Gefahren eines Dichters, der sich der göttlichen Einsichten gewiss ist. Der Typus des „Literaten" kommt in seinem Werke immer wieder, nicht nur der Literat aus Beruf, sondern als menschlicher Typus. Mit anderen jüdischen Schriftstellern des Donau-Raums hat sich Schnitzler mit dieser Frage zutiefst beschäftigt. Schnitzlers Seelenkunde nahm dichterisch Erkenntnisse des österreichischen Juden Sigmund Freud vorweg. Ziehen wir die geistesgeschichtliche Linie der Generationen Freud-Schnitzler-Wassermann-Werfel, so kristallisiert sich das Bleibende an der Erscheinung Schnitzlers heraus: als Jude im donau-europäischen Kulturkreis der Jahrhundertwende. Aufruf zur Schekelaktion Die Frankfurter Zionistische Vereinigung verbreitet mit der heutigen Nummer unseres Blattes einen Aufruf zur Schekelaktion. Das Ergebnis dieser Aktion wird für die Arbeiten des im Aiigust dieses Jahres in Basel zusammentretenden XX. Zionistenkongresses von weitreichender Bedeutung sein. Die Aktion soll bekunden, wie weit der Geist des Zionismus in der deutschen Judenheit wirksam ist. Wir verweisen unsere Leser auf den Aufruf. Literarische Rundschau n Die Torczyner-Bibel beendet Es ist — mit vieler Freude — anzuzeigen, daß der vierte Band der von Torczyner geleiteten, aus Veranlassung der Jüdischen Gemeinde Berlin besorgten Uebertragung der Bibel erschienen ist. Er enthält die Ketubim benannten Bücher; damit ist die Gesamtübersetzung beendet. ( J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M.) Ueber ihre Art und Anlage ist jeweils beim Erscheinen eines Bandes das Notwendige hier gesagt worden. Man weiß, daß jedes Buch seinen Uebersetzer hat, sodaß eine Vielfalt der Kunst des Uebertragens sich bezeugen könnte, daß aber durch die in die Hand eines Einzelnen gelegte unumschränkte Leitung eine Einheitlichkeit des Gesamtbildes erzielt ist. Die Bearbeiter der einzelnen Bücher bleiben anonym, man kennt nur die Namen der Mitarbeiter im ganzen, ohne zu wissen, wer für das einzelne Buch die Verantwortung trägt; die Gesamtverantwortung liegt so auf den Schultern Torczyners. Es ist ein Stück Selbstbesinnung, daß gerade Uebersetzungen .der Bibel im Mittelpunkt des Interesses der Juden in Deutschland stehen. Jede Konfrontation mit dem Wort der Bihel ist eine Konfrontation mit der Sendung, ist eine Rückkehr zur Quelle, zum Ursprung. Es ist naturgemäss unmöglich, das Besondere einer Uebersetzung klarzulegen. Ein Beispiel aus der Uebertragung der Psalmen — mit „Preislieder" ist hier das hebräische Tehillim wiedergegeben — mag die Schwierigkeit veranschaulichen; der Vergleich mit der Buber'schen Uebersetzung der „Preisungen" mag zeigen, wie um das Bibelwort gerungen wird. In dem, so besonders schwierigen, 68ten Psalm finden sich die Worte: nachalosscho weniloh atoh kaunannto. Buber übersetzt: „Dein Eigentum, das erschöpfte, du selber richtest es auf". Hier ist nachaloh traditionell mit Eigentum, Erbe wiedergegeben, aber da bleibt das "\ des nächsten Wortes, wie übrigens auch bei den mittelalterlichen Kommentatoren, schwierig, sogar unübersetzt, als ob es geheissen hätte hanilo. In der Torczyner'schen Uebersetzung ist der Satz wiedergegeben mit: „Dein Krankes, Dein Erschöpftes, Du hast's gefestigt". Hier ist nachalo als ein zum Stamm chalo-krank sein gehörendes Wort gefasst, so kommt es z. B. auch Jeschaj. 17 ,14 vor; damit ist die Parallele zum nächsten Wort, das } . hätte ohne Anstand mit übersetzt werden können, ist nur aus Rhythmus- Gründen weggelassen, hergestellt; und es ist die Gelegenheit gegeben, im nächsten Satz das schwierige chajosscho wiederzugeben mit „Dein Aufgelebtes" — vom Stamme chajim Leben — es so von dem Kranken, Erschöpften abzuheben; Buber übersetzt: „Dein Rudel"; so alle Erklärer: Dein Erbe, Deine Herde. Man kann nicht fragen, wer recht hat? Bibelwort ist schwer und vieldeutig. Hingewiesen sei z. B. auf die Uebersetzung des schwierigen lau jodati in Kap. 6 Vers 12 von Schir haschirim, das als eingeschobener Nebensatz „wie, weiss ich nicht" gefasst ist. Dass das eine Mal „Ewiger" und das andere Mal „Ewgev" gesagt wird, ist störend; auch wenn man dem Rhythmus der gebundenen Sprache dient, der Gottesname sollte nie verändert werden. Eine Gesamtausgabe, die alle vier Bände in einem Dünndruckband vereinigt, ist kurz vor dem Erscheinen, man darf sich schon heute auf sie freuen. Dass die sachliche Arbeit weiter Ein Besuch bei LUDW/Q Hlndenburgplaff 12 gegenüber dem Hauptbahnhof zeigt Ihnen, was der gut angezogene Herr im Sommer trägt und dabei alles in Qualitäten, modisch und preiswert STRASSEN. SPORT¬ LEINEN» KNABEN¬ REGEN» Auswanderer- BERUFS* KLEIDUNG KLEIDUNG KLEIDUNG KLEIDUNG KLEIDUNG KLEIDUNG KLEIDUNG

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