Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 9 (6.1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9 Juni 1937 Seite 5 Sanitätsrat Dp. Albert Ettlinger zum 75. Gebartstag fS'.f- * ■- xis^r^ j" v * y -i- - , "-"i - >■ räk ''" . -^SSW Nach einer Zeichnung von A. Galliner Am 23. Mai ds. Js. beging der stellvertretende Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde, Herr Sanitätsrat Dr. Albert Ettlinger, seinen 75. Geburtstag. EineWürdigung der Persönlichkeit des Jubilars wurde bereits anlässlich seines 70. Geburtstages an dieser Stelle versucht. Wenn damals geschrieben wurde, daß wenigen die Gnade zuteil wurde, sich in diesem Alter die Spannkraft eines auf der Höhe des Lebens stehenden Mannes zu bewahren, so mögen diese Worte heute ah Geltung nur noch gewinnen. In den letzten 5 Jahren ist die Arbeitskraft dieses Mannes nur noch gewachsen. Die vermehrten Aufgaben der Gemeinde haben den Einsatz seiner Persönlichkeit gefordert und erhalten. Die 1934 erfolgte Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands war ein Ausdruck des Vertrauens und der Anerkennung, die man ihm zollte.— Der neu gegründete Kulturbund Rhein - Main wählte ihn zum Vorsitzenden. Wenige wären fähig gewesen, diese Stelle mit soviel Takt und Feingefühl auszufüllen. Sein liebenswürdiges und herzliches Wesen hat hier stets ausgleichend gewirkt. — Die Wahl zum Vorsitzenden des Schulrats des Philanthropins zeigt die Vielseitigkeit seiner Interessen. Es ist wahrlich nicht leicht, diesem verantwortungsvollen Posten gerecht zu werden. Daß die Sdiule in den vergangenen Jahren den schweren und gesteigerten Aufgaben gewachsen war, ist nicht zuletzt sein Verdienst. Den zahlreichen Institutionen, denen Sanitätsrat Dr. Ettlinger seit langen Jahren vorsteht, ist er ein ausgleichender und beruhigender Leiter. Für die Wohlfahrtspflege und die ihr angeschlossene jüdische Winterhilfe ist er der stets unermüdliche Vorsitzende und Förderer; dem Freisinnigen Verein für jüdisches Gemeindeleben ist er der Extremen abholde Führer. Seine Tätigkeit in den zahlreichen anderen Institutionen der Gemeinde, sowie in den Stiftungen, im Erwerbslosenheim, im Budgeheim, in der Flersheimstiftung und in anderen Stellen läßt uns immer wieder seine Vielseitigkeit bewundern.— ELie Neugestaltung der letzten Jahre ist ihm jedoch besonders ans Herz gewachsen: Er, der erfahrene Arzt, dessen Verdienste einst im Krieg durch seinen hohen militärischen Rang und in der Rettungsgesellschaft vom Roten Kreuz Anerkennung fanden, war es, der massgebend an der Einrichtung von Fortbildungskursen für jüdische Ärzte beteiligt war. Ihre Bedeutung für die jüdischen Ärzte Frankfurts und der weiteren Umgebung kann nicht. hodi genug bewertet werden. So ist es unsere ganze Gemeinde, die voll Anerkennung und dankbaren Herzens ihre Glückwünsche darbringt. Sie sind mit dem herzlichen Wunsche für sein und seiner Familie Wohlergehen verbunden. Möge es ihm vergönnt sein, in ungebrochener Kraft und Gesundheit noch viele Jahre segensreich zu wirken/ G. K.