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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-05-01 · 8 (5.1937) · p. Seite 9

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
8 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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Seite 9 Orchester-Konzerte im Kulturbund . Die beiden letzten Veranstaltungen des Kulturbund-Orchesters hgten ehrendes Zeugnis ab für die stetige, unter der autoritativen Führung Professor Priiwers erreichte Aufwärtsentwicklung der Instrumentalgemeinschaft. Das März-Konzert brachte ein erlesenes, gut aufgebautes Programm klassisch-romantischer Meisterwerke. Mendelssohns wundersame Ouvertüre „D ie schöne Melusine", die den zauberischen Klang musikalischer Romantik in reinster Form'widerspiegelt, erfuhr eine liebevolle gerundete Wiedergabe, die ebenso den poetischen wie den (milde angedeuteten) dramatischen Werten gerecht wurde. Ein gewisses Wagnis für ein junges Orchester bedeutete die Aufführung der grossen C-Dur-Symphonie von Schubert. (Nebenbei bemerkt: dieses Werk wurde, nach Schuberts Tod von Schumann entdeckt, zum ersten Mal von Mendelssohn im Leipziger Gewandhaus aufgeführt.) Die Bewältigung der schwierigen Aufgabe durch die Musiker verdient angesichts der kurz vorher beendeten, anstrengenden Tournee eine doppelte Anerkennung. Prüwer hat zu Schubert ein besonderes enges Verhältnis. Er verstand es,. den melodischen und klanglichen Reichtum in seiner ganzen Schönheit auszubreiten. Durch deutliche Hervorhebung des Formgerüsts bewahrte er die weiträumige Sinfonik vor dem Zerfliessen und ließ uns die „himmlischen Längen" kaum bewusst werden. — Als Solist des Abends vermittelte Ernst Drucker Beethovens Violinkonzert. Die schlichte Selbstverständlichkeit, mit der Drucker musiziert, ist nur einem Instrumentalisten möglich, der ganz über der Sache steht. Wieder durfte man sich des hohen geigerischen Könnens und der sicheren, natürlichen Musikalität des jungen, aufstrebenden Künstlers erfreuen. Die Aussensätze könnten an Grösse des Tons und an „Beethovenscher" Prägung noch gewinnen. Die Nachgestaltung des Laighetto jedoch war schlechthin meisterhaft. Prüwers feinsinnige Begleitung mit dem Orchester sei eigens vermerkt. Die Vortragsfolge des abschliessenden, zum Besten der Orchesterhilfskasse veranstalteten Konzerts konnte nicht ganz die wünschenswerte Geschlossenheit erreichen. Gerne begegnete man wieder dem Concerto grosso von Ernest Bloch, das in der subtilen Ausführung (mit Prüwer am Flügel) von neuem fesselte. D v o r a k s slavische Tänze, die musikalisches Volksgut Böhmens in die Sphäre des Konzertsaals verpflanzen, erscheinen zum Teil etwas langstielig, da ihnen eine eigentliche sinfonische Verarbeitung fehlt. Aber Prüwer wusste die leichtwiegende Musik so gemütvoll und feurig nachzuzeichnen, daß die Wirkung nicht ausblieb. Auch die Zweite Rhapsodie von L i s z t, die uns heute nur noch bedingt anspricht, machte er durch eine noble, nicht aufs Reisserische ausgehende Art der Darbietung genussreich. Tschaikowskys Streicherserenade brachte der (um das Orchester ebenfalls sehr verdiente) Dirigent Richard K a r p mit äusserst lebhafter Gestik und dem ganzen Einsatz seines . Temperaments in satten Farben heraus. — Den solistischen Teil bestritt eine unserer besten Sängerinnen, die Berliner Altistin Paula Salomon-Lindberg. Edel und grosslinig, mit tiefer BJEKXEE Kaiseistrasse 4 Bridgetische ab 7.30 Porzellan Feuerfestes Glas Keramik Kühlschränke aller führenden Fabrikate / ERSTKLASSIGE DAMENSTOFFE HRISS ROSSMARKT 8.1 Lift Erfassung des Stils ließ sie einige erstklas3ische Stücke erstehen. Noch stärkeren Eindruck erzielte sie mit zwei Mussorgsky- Liedern. Alle Mitwirkenden wurden mit reichem Beifall bedacht. Der ungewöhnlich gute Besuch der Veranstaltung lässt entgegen früheren Beobachtungen erwarten, daß das jüdische Publikum zu seinem Orchester steht. Hoffen wir, daß der Abschied nur ein vorübergehender sein wird. Dr. N. Ehrenreich Liederabend Hermann Schey Die hohe Gesangskunst von Hermann Schey, des Berliner Baritons, auch in diesen Blättern schon mehrfach gewürdigt und anerkannt, und die nachgestaltende pianistische Begleitung Paul Meyers machten einen Liederbend im Kulturbund zum dankbar aufgenommenen Erlebnis. Ein vornehm zusammengestelltes Programm führte von Mendelssohn, dessen Paulus-Arie Hermann Schey mit warmem Ausdruck vortrug, bis zu dem sehr interessanten, kräftig bewegten 22. Psalm des zeitgenössischen Ernest Bloch. Ausserdem hörte man tiefernste wie feinhumorvolle Hugo Wolf-Lieder, eine kleine Mahler-Gruppe, zwei zarte, von Schumann und Mendelssohn befruchtete Lieder Ottmar Schoecks und zuletzt Carl Loewes bekannte Vertonung von Theodor Fontanes herrlicher Ballade „Archibald Douglas". Das Publikum wusste die schlichte, vorbildlich „sachliche" Auffassung des von seinen Aufgaben erfüllten Sängers und seines ebenbürtigen Partners am Flügel nach Gebühr zu schätzen und war für eine Reihe von Wiederholungen herzlich dankbar. Georg Schott Persianer, Fohlen usw. Oroße Auswahl. Mäßige Preise! MUHLGAY Kirchnersfrasse Telefon 26202 Samstags geschlossen 8 Zwei Frankfurter Komponisten bei den Jüdischen Tonkünstlern Wieder einmal setzten sich die „Jüdischen Tonkünstler Frankfurts" für das sympathische, der Romantik verpflichtete Schaffen von Rosy Geiger-K ulimann ein. Lieder und kleine Opernscenen gaben, geschickt gewählt und in durchaus angemessener Weise vermittelt, guten Begriff vom sicheren Können und der dem Wohlklang dienenden Satzkunst der Komponistin, die selbst, am Flügel den Sängern aufs beste assistierte und zu Beginn . einen sehr hübschen, einfachen, dabei rhythmisch lebendigen „Bauerntanz" spielte. — Max Wolff, ebenfalls einer der „Jüdischen Tonkünstler Frankfurts", von dem vor dem Kriege eine reizvolle komische Kurzoper „Das heisse Eisen" (nach Hans Sachs) im Opernhaus aufgeführt wurde, stellte am gleichen Abend Chansons, Terzette und Duette aus seiner Operette „Das Urteil des Paris" zur Beurteilung und zeigte auch für den \ 1837 (log) 1932 «raff Sodjner & $orfyetmer £tebfraueit&erg39, 1. 6to& - Sei. 29298 ^errenffotffe in freti olffretannterften Qualitäten Das jüdische Blumengeschäft A. HENDLISCH Bockenheimep bandstrasse 17 (geg. Rothschild-Palais) Telefon 79554 Markenbestecke echt Silber u.schwerversilbeit. Kompl. 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