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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-05-01 · 8 (5.1937) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
8 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Seite 7 Damen- und Herren-Wäsche Damenkleidung Strickwaren Kleiderstoffe Manufacturwaren JSSL öeligmann an der Bockenheimer Warte Leipzigerstraase 14 Strumpfwaren Unterkleidung Schürzen Berufskleidung Bettwäsche Haushaltswäsche sorgfältige Vorbereitungen der Etatberatung sehliesst sich der Redner an und dehnt diesen Dank auf die gesamte Beamtenschaft der Gemeinde aus, die jeder Zeit voll ihre Pflicht getan und somit zur reibungslosen Durchführung der Gemeindeverwaltung in hohem Masse beigetragen habe. Herr Felix Meyer hält es aber auch für eine Ehrenpflicht, bei dieser Gelegenheit der gewaltigen Arbeitsleistung des Vorstands der Gemeinde zu gedenken und ihm den Dank der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen. Da die wöchentlichen Vorstandssitzungen der Oeffentlichkeit nicht zugängig seien und auch im Gemeindeblatt keine Erwähnung finden, so könnten die Gemeindemitglieder die Fülle der ehrenamtlich geleisteten Arbeit des Vorstands überhaupt nicht ermeßen. Eine Anzahl der Vorstandsmitglieder bringe tagtäglich mehrere Stunden auf dem Gemeindebüro zu und habe jederzeit für die Nöte und Sorgen der Mitglieder ein offenes Ohr; es könne deshalb kein Wort, des Dankes causreichen, um diese Leistungen gebührend zu würdigen. So könne man nur wünschen, dass diese Männer, an ihrer Spitze unser verehrter Herr Justizrat Dr. B l a u, noch viele Jahre ihre segensreiche Tätigkeit zum Wohle der Frankfurter Gemeinde ausüben mögen. Der Etat in seiner vorliegenden Form sei von der gemischten Finanzkommission eingehend und sorgfältig geprüft worden. Das Hauptaugenmerk sei aixf irgendmögliche Einsparungen gelegt worden, und wenn die Bemühungen in dieser Richtung nicht allzuviel erreicht hätten, so liegt dies daran, dass die Zeit, in der wir leben, für die Gemeinde eine Reihe von zusätzlichen Aufgaben mit sich gebracht hat, die grosse, aber unvermeidliche Ausgaben im Gefolge haben. Man brauche nur an die Kapitel W o h lf a h r t s p i le g e und Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe zu erinnern. Letztere habe mit der Grundlehre und den Anlernwerkstätten einen Umfang angenommen, der einerseits die dringende Notwendigkeit ihrer Einrichtungen beweise, andererseits aber auch begreiflicherweise erhebliche Zuschüsse erfordere. Es müsse als eine dringliche Aufgabe der zuständigen Instanzen bezeichnet werden, dafür zu sorgen, dass hier die grösste Rücksicht auf die Finanzlage der Gemeinde genommen wird. Bei der Wohlfahrtspflege sei in letzter Zeit ein erheblicher Betrag für Zuschüsse zu Auswanderungskosten neu hinzugekommen, ganz abgesehen davon, dass die Anforderungen an die Wohlfahrtspflege infolge der täglich wachsenden Notlage der Gemeindemitglieder ständig im Ansteigen begriffen seien. Was das P h i l a nt b r o p i n betreffe, so dürfte das vergangene Schuljahr der Schule den, Höhepunkt der Frequenz mit ca. 1270 Schülern gebracht haben; für die Folge wird mit einer langsamen Abnahme zu rechnen sein. Die anlässlich der Abschiedsfeiern für Herrn Oberstudiendirektor Dr. Driesen gezeigten Leistungen der Schule auf geistigem und sportlichem Gebiet können mit hoher Befriedigung erfüllen. Die Ermächtigung zur Ablegung der englischen Reifeprüfung am Philanthropin werde der Schule neue Schüler zuführen. Es darf die sichere Erwartung ausgesprochen werden, dass auch unter der neuen Leitung durch Herrn Direktor Dr. Albert Hirsch die Schule ihre Bedeutung für das deutsche Judentum voll behaupten und den erheblichen Zusehuss rechtfertigen wird, den die Gemeinde beizusteuern hat. Die Leistungen des Krankenhauses, seines Pfegamts, seiner Aerzte und seiner Schwesternschaft werden allseits gern anerkannt Die Kosten für die rituelle Fleischbeschaffung des Krankenhauses seien nicht höher als in früheren Jahren auch. Wenn es auch richtig sei, dass der Fehlbetrag des Krankenhauses im Steigen begriffen ist, so sei dies in erster Linie auf die Abwanderung der Patienten in die niedrigeren Zimmerklassen des Krankenhauses zurückzuführen, ebenfalls ein Zeichen für den Rückgang der Einkommensverhältnisse der Gemeindemitglieder. Die gemischte Finanzkommission sei einstimmig der Ansicht gewesen, dass eine Steuererhöhung unter keinen Umständen in Frage kommen dürfe. Die Gemeindemitglieder dürfen die Ueberzeugung haben, dass ihre Steuerkraft auf das äusserste geschont würde und daß eher an einen Abbau der Gemeinde-Einrichtungen, so nötig diese atich sein mögen, herangetreten werde, als an eine Steuererhöhung. Das Gemeindeblatt erfreue sich einer immer stärkeren Beliebtheit bei den Gemeindemitgliedern und erfülle somit in hohem Masse seine Zweckbestimmung. — Mit der Einsetzung der geplanten Kommission zwecks erneuter Durchprüfung sämtlicher Ausgabeposten sei die konservative Fraktion gern einverstanden, zumal nach ihrer Ansicht in dieser Beziehung alles versucht werden müsste, um Ersparnisse zu erzielen. — Die Aufgaben, die heute an die Gemeindiverv altung gestellt seien, hätten eint>n derartig grossen Umfang angenommen, daß sie den vollen Einsatz aller Kräfte verlangten. Herr Felix Meyer beendet seine Ausführungen, indem er der Ueberzeugung im gleichen Sinne Ausdruck gibt, daß die altehrwürdige Gemeinde Frankfurt trotz der Nöte der Zeit bestehen wird, wenn alle, die dazu berufen sind, ihre volle Kraft für die Gemeinde einsetzen. Herr Dr. Pomeranz dankt namens der Fraktion der jüdischen Volkspartei allen denen, die sich in dem letzten Jahr um die Gf-meindeverwaltung bemüht haben und bei der Aufstellung des Etats tätig gewesen sind. Er weist darauf hin, daß die Probleme des Gemeindelebens und die Fragen des Etats im Zusammenhang mit der Situation der deutschen Juden gesehen werden müssen. Die Auswanderung der letzten Jahre habe nicht nur die Zahl vermindert, sondern eine grosse Anzahl der für das deutsche Judentum repräsentativen Menschen in andere Lä ider geführt. Indem im ganzen die seelische Spannkraft nachgelassen habe, sei es doppelt unsere Aufgabe, den Prozess grandioser Selbsthilfe, durch den die gesamten organisatorischen Verhaltnisse der deutschen Juden zur Zeit gekennzeichnet sind, vu unserem Teile in unserer Gemeinde durchzuführen. So sei es zu verstehen, was vielleicht draussen nicht verständlich ist, wenn man die erheblichen Etat-Zahlen, die hier bewilligt werden, ansieht, daß zu dem gleichen Zeitpunkt, in dem wir ein tragisches Stück unserer Geschiehte erleben, die produktiven Ausgaben für sozi-lp«Tu "sehe und pädagogische Massnahmen gestiegen sinrl — b( . rittsprechend unserer Gegenwartssituation. Die Beratungsstelle als Organisation der Umschichtung und beruflichen Schulung verdiene Dank für die verhältnismässig glückliche Lösung, die sie im Tnteresse der Jugend gefunden hat und insbesondere scheine die Grund lehre, die ihr erstes Schuljahr abgeschlossen hat, ein wichtiger und erfolgversprechender Versuch handwerklicher und geistiger Ausbildung zu sein. JUWELEN * GOLD * SILBER DECTEAlfl Silber PC9IE%llC und versilbert Uhren/ Trauringe Anu. Verkauf aus Privatbesitz Stets Gelegenheiten in Juwelen POSENiDOSEN SILBERSCHMIEDE § ^^^S^5 1 ■ FRANKFURT AM MAIN

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