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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-05-01 · 8 (5.1937) · p. Seite 4

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
8 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 Sofie Rossbach k*«*.» BSSHSEiar Neueste Modelle für Frühjahr u. Sport Umarbeitungen nach denselb. billigst Ewigen sündigte. So erfuhr das Gold, warum Gott aus ihm nicht die Gesetzestafeln machen wollte. Michael brachte den Rubin an die Stätte der Schau zukünftigen Geschehens. Der Edelstein sah ein niederbrennendes GS äude und rauchende Trümmer, fliehende Männer, die allerlei Geräte, kleine Kästchen und Behälter trugen; aber er vermochte nicht, sich das Bild zu deuten, in dessen Vordergrund ein Greis, auf einer gestürzten Säule sitzend, weinte und klagte. Fragend sah der Eubin den Engel an, der ihm mit zitternder Stimme das Bild deutete: _____ „Das Heiligtum, das Israel seinem Gotte errichtet, wird von Feinden zerstört. Sie plündern seine Schätze und schleppen das Brustschild des Hohenpriesters mit sich, samt allen Juwelen, die das Innere des Tempels schmücken. Der klagende Greis ist einer der grossen Propheten des Volkes, welcher den Untergang des Reiches betrauert. Was würden die Feinde wohl mit den Tafeln der heiligen Lehre machen, die in der Bundeslade aufbewahrt sind, wenn sie aus Edelstein gemeisselt wären--!" Der Rubin vermochte dem Engel nicht zu antworten, denn er erkannte mit Schmerz und Trauer, daß keiner seiner Art für die Gesetzestafeln auserwählt werden konnte. Dem Eisen bot sich in der Wolkerihalle wohl die seltsamste Schau der Zukunft. Ein Bild jagte das, andere, auf allen aber war das Gleiche zu sehen, wenn auch immer anders gekleidete Männer, andere Länder und eine andere Umgebung mit anderen, oft den wunderlichsten und herrlichsten Bauten gezeigt wurden: es war der Krieg aller Zeiten und Völker, dessen Not undj Entsetzen sich in den fliehenden Wolkengebilden enthüllte. Immer und überall waren es Instrumente aus Eisen, welche den Menschen- Wunden schlugen und Tod brachten. Gedemütigt und zerknirscht versteckte sich das Eisen im hintersten Winkel der Schar, die vor Gottes Thron versammelt war. Es war nicht der Gram, als Material für die Tafeln verworfen zu sein, der das Eisen niederdrückte: das Leid der Erkenntnis seiner Bestimmung auf Erden ließ dieses Metall sich verbergen. Es sollte nur töten, was vom Schöpfer ins Leben gerufen war, sollte nur vernichten; was göttliche Liebe erschaffen hatte! Da erglühte das Eisen und zerfloß vor Weh zu feuerflüssiger Masse. Aber der Ewige gebot ihm Einhalt, ließ es wieder erstarren und erkalten. Als-sein Stoff wieder wie vordem war, da hatte er-eine andere Form von Gott erhalten, als all die Formen waren, die sich in den Wolkenbildern gezeigt hatten. „Mit diesem Gebilde aus deinem Stoff wirst du dem Leben und dem Frieden dienen; denn das Geschöpf in meinem Ebenbilde wird damit den Leib der Erde auflockern, und er wird Samen aufnehmen und Frucht hervorbringen", also tröstete der Allmächtige das Eisen. Nun nahm Gott alle Metalle und Minerale in seine Schöpferhände., und von allen löste er Hartes und Körniges los, von einem mehr, vom andern weniger. Langsam ließ er kleinere und grössere der grauweissen Stücke, die seine Hände abgebrochen hatten, zu Boden fallen, wo sie bald einen unansehnlichen, formlosen Haufen bildeten: es waren — Steine... Gott aber sprach zu all denen, die gekommen waren, ihn um die Gunst zu bitten, aus ihrem Stoffe die Gesetzestafeln zu formen: „Ihr habt gefühlt, daß ich von euch Stücke und Teilchen entfernte, die anders beschaffen sind als euer Ganzes, und die ihr nun hier liegen seht, zu meinen Füssen. Es ist S t e i n. Er glänzt und gleisst nicht, er ist nicht kostbar und nicht wertvoll genug, als daß er je zu teuren Gefässen verarbeitet werden, oder als Schmuck in irgendwelcher Form die Menschen zieren würde. Um den Stein werden nicht Neid und Verderben auf Erden herrschen, zur tödlichen Waffe wird er nicht verarbeitet werden. Und doch ist er Vater und Erzeuger von euch allen, denn ihr stammt aus seinem reizlosen, kräftigen Leibe, der euch allesamt umschließt, ehe ihr zu Glanz, Beachtung und Verwertung kommt. Die friedlichen Wohnstätten der Lebenden wird man aus ihm bauen, wie die Denkmale der Schönheit und der Erinnerungen. Aus ihm werden Männer des Volkes meiner Lehre die Stätte zur Verehrung meines Namens' errichten. Zwei gewaltige Kräfte werden zum Segen der Menschheit aus ihm hervorbrechen: des Feuers zündender Funke und " des Wassers sprudelnder Quell. Sie beide sind lebenbewahrend Darum will ich die Worte, welche auf ewig das Lebenin der Gemeinschaft der Menschen bewahren und erhalten sollen, in den Stein einmeisseln, als dem Geringsteh und doch dem Besten unter euch allen." Henry Göldmann Henry Goldmann starb am 4. 4. 1937 in NewYork kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahrs. Sein Vater, der aus Deutschland nach Amerika ausgewandert war, gehörte zu den Begründern des Bankhauses Goldmann, Sachs & Co. Henry Goldmann hatte als Teilhaber der Firma, der er bis kurz nach dem Kriege angehörte, den Aufstieg der Firma,, die an der Entstehung grosser amerikanischer Unternehmungen massgebend beteiligt war, mitgeleitet. Seit seinem Rücktritt aus der Leitung des Hauses hatte er sich in grosszügigster Weise philanthropisch betätigt. Mit Deutschland, das er sehr liebte und bis vor wenigen Jahren regelmässig besuchte, stand er auch in seiner philanthropischen Arbeit in engen Beziehungen. Insbesondere hatte er in den Jahren nach dem Kriege zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten in zahlreichen Fällen in stiller und grosszügiger .Weise Hilfe geleistet,. In den letzten Jahren hatte Henry Goldmann immer wieder" besonderen Anteil durch tätige Hilfe an den Arbeiten des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland genommen. Das Hilfswerk der Juden in Deutschland verliert mit Henry Goldmann einen seiner besten und warmherzigsten Freunde. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland hat an die Witwe Henry Goldmanns folgendes Beileidstelegramm gesandt: In inniger Teilnahme trauern wir mit Ihnen um den Heimgang: des edlen gütigen Menschen, des grossen vorbildlichen Wohltäters,. des treuen immer bewährten Freundes. Reichsvertretung der Juden in Deutschland Hirsch Sitzung vom 4. April 1937 Sitzungsbericht von Bürodirektör.I. Meyer Der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Mer z b a ch, eröffnete in Anwesenheit von 33 Gemeindevertretern und 13 Mitgliedern des Gemeindevorstandes die Sitzung. Es werden gewählt: In den Vorstand der Westendsynagoge anstelle zweier turnusmässig ausscheidender .Mitglieder des Synagogenvorstands sowie für das vorzeitig ausgeschiedene Vorständsmitglied, Herrn Arthur Forchheimer, Frau Dorä Stern- Bing und Herr Adolf Landauer bezw. Herr Karl Forchheimer. In den Vorstand der Hauptsynagoge anstelle der turnusmässig ausscheidenden Mitglieder Adolf Rosenfeld und Bertram Schulhaus sowie für das infolge Auswanderung vorzeitig ausgeschiedene Mitglied Dr. Georg Simon, die Herreh Ferdinand Stiefel und Ludwig Ermann.bezw. Max R o senstoc k. ••'In-die Kommission für Unterrichts-und Erziehungsiwesen "Sowie in die :^Hgiöii^i^temcbjsitpn^iBsion' werden auf Vorschlag der WaMvorsehlagskohnnission gewählt: anstelle der durch Wegzug ausgeschiedenen Frau Gertrud -Mainz, Frau Dr. Rüth W e y 1 und anstelle des infolge Pensionierung ausgeschiedenen Herrn Oberstudiendirektor Dr. Driesen, Herr Direktor Dr. Albert Hirsch. Es folgt die Bewilligung von 2 Etatzwölfteln auf Grundlage des vorliegenden Etatentwurfes für 1937, nachdem die gemischte 'Finanzkommission sieh hiermit einverstanden erklärt hat. Zur Beratung gelangt der Haushaltsplan der Israelitischen Gemeinde für das Rechnungsjahr 193 7, welcher von der gemischten Finanzkommission an Hand des von den Herren Konsulenteh Dr. Geiger und Bürodirektor -Meyer vorgelegten Entwurfs nebst Erläuterungen vorberaten Versicherungen sind Ver-lrauenssoche! , HANS GRÜN EBAVM P VERSICHERUNGEN ALLER ART L HOHENZOLLERN-STSASSE12 TEL3m38»70361 -

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