Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 15 (1936-1937)
- Issue
- 7 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
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Seite 25 ins Bergland, vorbei an blühenden Kaffeeplantagen und grossen Sisalanlagen. Allmählich änderte sich der Charakter der Landschaft. Nichts mehr von tropischen Pflanzen, dafür grosse Strecken mit Weideland, umgeben von einem Kranz von Bergen, unterbrochen von schönen Seen, deren Oberfläche rosa schimmerte von den tausenden Flamingos, die sie bevölkerten. Die Landschaft scheint wie unberührt, es ist, als sei sie gerade aus der Hand Gottes neu geschaffen. Unser Einzug in das Farmerhäuschen gestaltete sich zu einem Fest, die schwarzen Hausboys erschienen vor dem Hause, als sie die „autocar" hörten. Diensteifrig eilten sie mit dem Gepäck voraus, öffneten alle Türen — wir traten in den blumengeschmückten traulichen Wohnraum. Wir waren zu Hause und verlebten nun zusammen im stillen Bergland eine glückliche, zufriedene Zeit. Trotz der Primitivität des Farmerlebens, trotzdem ich auf manche Errungenschaften europäischer Zivilisation verzichten musste, war ich doch beglückt zu sehen, daß der Wirkungskreis, den sich mein Sohn geschaffen, ihn voll befriedigt. Die Wandlung des „College boy" in den rauhen Farmer, der trotzdem sein mitgebrachtes geistiges Gut niemals vergisst, ist eine Erscheinung, von der ich oft gelesen, die kennen zu lernen mir in diesem Falle natürlich eine persönliche und daher grössere Freude bereitete. Die Farmen jener Gegend sind sogenannte gemischte Farmen. Trotz der beträchtlichen Höhe ihrer Lage, etwa 2500 m. hoch, gibt es dort fruchtbaren Weizenboden und schöne Weiden, auf denen das Vieh Tag und Nacht verbringt. Man könnte sich in ein mitteleuropäisches Land versetzt glauben. Nicht europäisch sind ausgedehnte Pyrethrumfeider, deren weisse Blüten (es handelt sich um eine grosse Margueritenart) einen schönen Anblick bieten. Aus dem Pressaft dieser Blüten wird Flit fabriziert. Der Farmarbeiter, wie überhaupt der Arbeiter dieses Landes, ist der Neger. Er ist der Koch, der Feldarbeiter und .Viehhüter, der in seiner Geschwätzigkeit, seiner Unselbständigkeit und Harmlosigkeit den Charakter eines Kindes hat, deshalb aber auch der ständigen Ueberwachung und Anleitung bedarf. Der Tag des Farmers beginnt um 6 Uhr früh und endet um 6 Uhr abends, da Sommer wie Winter die Sonne um diese Zeit auf und unter geht. Nach Sonnenuntergang ist es kalt, so dass man die Abende beim gemütlichen flackernden Kaminfeuer verbringt. Duftendes Zedernholz ist das Brennmaterial. Um noch etwas von den Schönheiten des Landes kennen zu lernen, machten wir, ehe ich endgültig Abschied nahm, eine Fahrt rund um den Mount Kenya, dessen schneebedeckter Gipfel das MÖBEL AUCH FÜR AUSWANDERER' H. ZIM M ER HANAUERLANDSTRASSE W Land ringsum beherrscht. Wir fuhren durch den afrikanischen Busch, zahlreiches Wild kreuzte unseren Weg, Rudel Zebras galoppierten beim Herannahen unseres Wagens davon, Grasaffen hüpften von Busch zu Busch, Straussenpaare spazierten gemächlich am Rande der Strasse, Rudel Böcke ergriffen die Flucht, es war wie im Paradies. Paradiesisch lebt auch der Neger in den von der Regierung geschützten Reservatgebieten. Er hat dort bestes Land zum Anbauen seiner Produkte, er lebt dort in seiner Hütte, beschattet von haushohen Bananen, arbeitet nur das Allernötigste, da für seine bescheidenen Lebensansprüche die gütige Natur sorgt. Hier sahen wir das Negervolk in seiner Ursprünglichkeit, ZerürocIieiieFensKsrsclieilien? _ Bildereinrahmungen ßaim nwLlßlllßDSllullD OlaSCrei Rechneigrahenstr. 10 Tel. 2014t Gegr. 1877 keine Spur der umgebenden Civilisation, nicht einmal in der Kleidung der „ladies". Den Schluss unserer Fahrt bildete Nairobi, wo wir noch einige Tage verlebten. Ich hatte Gelegenheit, eine Reihe von Mitgliedern der dortigen jüdischen Gemeinde kennen zu lernen, die annähernd 300 Köpfe zählt. Sie haben eiae schöne Synagoge mit einem Rabbiner als Seelsorger. Ein grosser Teil der Gemeinde und zugleich die Hauptträger der jüdischen Interessen sind östlicher Herkunft, aber teilweise schon in der 2. und 3. Generation im Lande. Der andere Teil besteht aus englischen und wenigen deutschen Juden. Das Gemeindeleben ist ausgesprochen liberal, doch besteht ein inniger Zusammenhang zwischen den Juden. Selbst die jüdischen Farmer, die vielfach stundenweit von der Stadt entfernt leben, gehören als Mitglieder der Gemeinde an, werden zu allen Gelegenheiten eingeladen und besuchen an hohen Feiertagen die dortige Synagoge. Das Schicksal der europäischen Juden wird mit grosser Teilnahme verfolgt. Erwähnenswert und zugleich charakteristisch ist noch die Existenz eines jüdischen Tennisklubs inmitten des rein englischen Sportmilieus. Selma Minkel Wolle u. Landarbeiten ^Meta öimenauer cKaihatinQnpforh 2 RMelien Auto-Garagen nmo-Oeie Hoto-Zoiieiiör 9iralunb SBcn^m* Sanfftellen. 3. ffaufmanu & (So., Große Geeffraße 40. Zefcfon 79633, närfjft $ßalrneng. — 33o<fenI). SEBarte. ©em.*2HirgI. Altbekannt f ü r.g ute KoffGT u. Lederwaren zu niedrigen Preisen ist Loewenherz, Goethestr, 21 M. KIEFER Strümpfe - Trikotagen - Wäsche (seither Reineckstr. 19) jetzf Baumweg 38. E. KRIEGER jetzt Friedbergerldstr. 25 Einziges jfld. Geschäft am Phüanthropin Sämtl. Schulartikel f. d. Philanthropin Papier-Schreibwaren-Kurzu.Merceriewaren Bestellen Sie das Gemeindeblatt dele Spitz Corsets nach Maß Großes Lager in fertigen Corsets, Qummischlüpfer Büstenhalter Goethestraße 20 I. T. 23195 (i. Hause David & Meyer) Konstgewerbestolie]. WESTHEIM Eckenheimerlandstrasse 3 (am Scheffeleck) Tel. 52626 | Jüdische u. andere Spiele I | Geschenke Gelegenheiten | Anfertigung v. Berchesdecken Tallis- und Tefillinbeutel Thermosflaschen für alle Speisen E. 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