Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-04-01 · 7 (4.1937) · p. Seite 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
7 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 24 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3094266-3094439-3094446--5677-3100496
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 24 BETTEN-BING Matratzen Bettstellen Deckbetten und Kissen Steppu. Daunen- Decken, Koltern, Federn u. Daunen Inlet, Stahlrohrcouch Abteilung für Auswanderer REINECKSTR. 15 Neben Porzellan-Deeher den Gedankenaustausch mit denen, die an gleicher Stelle tätig sind; sie brauchen das Fluidum, den neuen Antrieb als Motor, der die ermüdeten, ja oft erschöpften Kräfte neu beleben soll. In dieser Erwartung kommen die Mütter, die Hausfrauen, die berufstätigen Frauen zu solcher Zusammenkunft und glauben fest daran, die Kraft, die sie sich holen, wird sich zum Besten ihrer lokalen Arbeit auswirken und sie neu und lebendig gestalten. Es ist selten, daß diese Erwartung sich nicht bestätigt, daß nicht irgendwie ein „Neues" wieder das Wollen nach einer Zusammenkunft im gleichinteressierten Kreise beflügelt. Die Gesamtvorstandssitzung des Jüdischen Frauenbundes, die vom 18.—21. Februar d. J. in Lehnitz bei Berlin stattfand, hat die Erwartungen, mit denen die Delegierten kamen, keinesfalls enttäuscht; im Gegenteil: jede einzelne musste von dieser guten, groß angelegten Tagung einen starken Antrieb zur Arbeit mit nach Hause bringen. Keine parteiliche Enge, keine einseitige Einstellung zu den zur Beratung gestellten Fragen war hier zu finden, sondern Aufgeschlossenheit und Verständnis und Miteinan* dergehen, wo immer es zum Besten der Arbeit notwendig scheint. Dieser Geist lag allen Diskussionen zugrunde und schuf eine Atmosphäre des Verständnisses und der Zusammengehörigkeit, jener Faktoren, die allein heute eine gedeihliche Arbeit sichern können. Die Referate behandelten Fragen der Auswanderung nach Palästina und Uebersee von Frauen und Kindern, Schul- und Erziehungsfragen, aktuelle Fürsorge, Berufsausbildung für die weibliche Jugend u. a. mehr; die Referentinnen, Frauen, die an verantwortlicher Stelle (Hilfsverein der Juden in Deutschland — Palästina-Amt — Reichsvertretung der Juden in Deutschland) arbeiten, versprachen sich viel von der tätigen Mitarbeit des Bundes und seiner Ortsgruppen. Das Gedenken an Bertha P appenheim s. A., der geistigen Führerin des Bundes, bildete den Auftakt der Tagung in der Ansprache der Bundesvorsitzenden Ottilie Schönewald. Begrüsst wurde die Tagung weiter vom Präsidenten der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Rabbiner Dr. Baeck, und vom Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde, Direktor Stahl. Rabbiner Dr. Baeck sprach von der Fähigkeit der Frauen ,,zu hören" und damit zu wissen und zu verstehen, wo man Hilfe braucht. Möchte diesem Hören-können immer das Tun-wollen folgen; die Lehnitzer Tagung hat ihren Teilnehmerinnen diese beiden Gedanken mit in die Arbeit gegeben. Cilly. Neuhaus Auf einer Farm in Afrika Endlich war es so weit! Die Reise nach Afrika wurde angetreten, trotz aller Bedenken- Als die Stunde der Abreise gekommen war, hatte ich alle Aengstlichkeit abgeschüttelt. Erwartungsvoll sah ich all dem Neuen entgegen und freute mich auf das baldige Wiedersehen mit meinem Sohne. Die erste Etappe der Reise. Marseille, war bald erreicht; mein Dampfer, ein kleines Passagier- und Frachtboot, machte die Seereise recht brav; bei herrlichem Sonnenschein, blauer See und schönen Mondscheinnächten segelten wir durch die Meere Port Said, Suez, Port Sudan und Aden legten wir an. Verwirrend die mannigfaltigen Eindrücke! Fremde Gestade, sehwarze Mensehen und fremdartige Laute! Endlich war Mombasa erreicht, der Hafen an der Ostküste Afrikas, von wo ich die Landreise antrat. In bequemem Schlafwagenabteil brachte uns der Zug ins Hochland von Kenya. Nach 16stündiger Fahrt kamen wir in Nairobi, der Hauptstadt von Kenya, an. Es war mir wie ein Traum, als ich dort auf dem Bahnsteig dann meinen Sohn sah; gesund und vergnügt sah er aus, fröhlich feierten wir unser Wiedersehen nach langer, banger Zeit.. Alles Gewesene war in diesem Augenblick versunken, nur die heitere Gegenwart erfüllte uns, wir waren glücklich, restlos glücklich. Unsere Absicht, sofort zur Farm zu fahren, konnten wir nicht ausführen, da unsere Nairobier Freunde uns dringend baten, noch einige Tage mit ihnen zu verleben. Hier lernte ich zum ersten Male die koloniale Gastfreundschaft kennen, die dem ganzen Leben in Kenya ihr Gepräge gibt. Die Stadt Nairobi hat ungefähr 40000 Einwohner, davon sind vielleicht 6—8000 Europäer. Breite Strassen, schöne Geschäfte und schöne Gebäude geben dem Stadtbild ein europäisches Gepräge. Es herrscht ein reger Autoverkehr, fast jede Familie besitzt ein Auto, da die sehr schönen Wohnviertel der Europäer etwas ausserhalb liegen. Das Klima ist sehr gut, am Tage mässig heiß, die Nacht ist fast immer kühl und angenehm. Moskitos gibt es kaum, man schläft ohne Moskitonetz. Jetzt ging es endlich zur Farm. Wir fuhren ungefähr 150 km. r Ihren neuen nur bei l Zeil 99 Liebfrauenberg 39 Ihre getragenen Hüte werden nach den neuesten Modellen umgearbeitet J Das Israelitische Mädchenheim v. Frankfurt-M., Taunusplatz 17 paßt sich allen Forderungen der Neuzeit an: Es nimmt auf: . Berufstätige Mädchen u. Frauen und solche, die sieb zu irgend einer Berufsausbildung In Frankfurt aufhalten. Haustöchter zur praktischen Anweisung in Küche u. Haushalt Aeltere Schülerinnen des Philanthropin von auswärts. Alleinstehende Frauen, die im Rahmen einer einfachen, streng rituell. Wirtschaftsführung eine ihnen das eigene Heim ersetzende Unterkunft suchen. Verlangen Sie bitte unsere Anzeigen - Preisliste Karl Gundlach■ Pralinen u. Gebäck Eigene Herstellung täglich frisch? Grosse Bockenheimer Strasse 52 im Hofe links Tel. 29337 Ihre Schuhe zu il D 3 kaufen Sie gut und billig bei HOHMANN & Co. nur Fahrgasse 89

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.