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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-04-01 · 7 (4.1937) · p. Seite 23

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
7 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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Corsets, Corselettes S. LÖHREN irnnjinniiniii in 11 iniiin i iniiiuimiiiiinuuiiiiiiiiiiiuiiiHiiiiiiiiiitiuiiiiiiu!^ ZEIL 85 nm Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forehheimer. Frankfurt a. M.. Schumannstr. 9 Büftenhalter.Damenwäfche S. LÖHREN llll!l!ltllill!lllilllllllllll!ll!llll!IIIIIIIIIIIW nur ZEIL 85 nur Ein Besuch im Isenburger Heim Die Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes veranstaltete am Montag, den 15. Februar, eine Besichtigung des Heims des Jüdischen Frauenbundes in Isenburg. Die Vorsitzende des Heims, Frau Paula Nassauer, führte in ihrer Ansprache aus, dass die „unsichtbare Arbeit" im Heim grösser und bedeutungsvoller sei als die „sichtbare". Aus demselben Grunde können wir auch kaum von einer „Besichtigung" sprechen. Das, was man sehen kann, tritt zurück gegen das, was man empfinden muss, wenn man den Geist des Hauses auf sich wirken lässt, wenn man die sittlichen Forderungen zu verstehen sucht, wenn man das Mass von Liebe und Fürsorge, die hier so selbstverständlich gespendet werden, abzuschätzen versteht. In diesem Erziehungswerk und bei seiner Durchführung sind Kämpfe ausgefochten worden; hartnäckige Kämpfe gegen alte Vorurteile, gegen manchen Unverstand. Heute steht dieses Haus da, wie es vor Jahrzehnten bezogen wurde, wie wir Alten es noch in Erinnerung haben. Nur äusserlich ist es mit der grossen Zahl seiner Insassen — etwa 100 — gewachsen. Man hat eingebaut und ausgebaut, man hat viel Gartenland erworben,; man hat einer modernen Hygiene gern grössere Opfer gebracht. Das Grundsätzliche blieb. Der Geist des Hauses hat sich nicht verändert; kein Zurückweichen vor Hindernissen, kein Zurückstecken der als richtig erkannten Ziele. Die einzelnen Häuser, aus denen sich dieses Heim zusammensetzt, sind nicht nach ihrer Bestimmung benannt. Unterschiede sollen nicht bestehen, deshalb werden die Häuser mit Nummern genannt. (Haus 1, 2, 3.) Den Grundstein zu der Entwicklung, in der wir seit Jahrzehnten ein wichtiges Stück jüdischen Kulturstrebens erkennen, legte Haus 1. Hier spielt sich das Leben der gefährdeten Jugendlichen ab, die von selbst kommen oder für welche andere Organisationen Schutz und Hilfe suchen. In ruhigem, geordnetem Betrieb, verständnisvoll geleitet und zur Arbeit herangezogen, müssen! sie sich in das Ganze einfügen. Ans erzieherischen Gründen hat man hier eine ganz besondere Schlichtheit beibehalten: das einfache Bett, die Emailwaschschüssel. Keine unnützen Stücke. Der wieder ins Leben hinaustretende, von einer nachgehenden Fürsorge betreute Schützling, wird dann draussen keinerlei Komfort entbehren. Im gleichen Hause sind auch die Schulkinder untergebracht. Auch sie sind schon zu kleinen Pflichtleistungen erzogen, besuchen die städtische Schule in Isenburg mit Erfolg und ohne Schwierigkeiten. Am Samstag und an den Feiertagen sind sie vom Unterricht befreit. Durch den Garten erreichen wir Haus 2, das eigentliche Mutterschutzheim. Es beherbergt die jungen Mütter mit ihren Kindern, ausserdem eine grössere Anzahl eingewiesener Säuglinge. Hier sind vielleicht die schwierigsten pflegerischen und erzieherischen Aufgaben zu lösen, in Bezug auf übertriebene Mutterliebe und ernste Mutterpflichten. Auffallend ist das gesunde und kräftige Aussehen der Kinder. Und wieder führt der Weg durch den Garten nach Haus 4, in dem Kinder der verschiedenen Altersklassen untergebracht sind. Aus der Säuglingsabteilung entlassene Krabbelkinder, schwächliche Kinder, Kinder, die zur Entlastung ihrer Mütter eingewiesen wurden, und solche, die zur Beobachtung besonderer Eigentümlichkeiten Aufnahme fanden. Sie spielen. Auch sie sehen blühend und gepflegt aus. Durch die grossen Fenster und Glastüren haben Sonne und Licht freien Zutritt; wo sie sich noch nicht genügend auswirken können, hilft die „künstliche Höhensonne" gründlich nach. Müssen wir nicht jetzt die Erziehungsmittel begreifen lernen, von denen die Vorsitzende in ihrer Ansprache nur 3 erwähnte, um die weite Umrisslinie nicht zu verlassen? Sie sind: 1.) die Arbeit; 2.) das Kind; 3.) das Streben zur jüdisch-religiösen Durchleuchtung des Lebens. In der Nähe von Haus 4, im Garten, steht ein Brunnen. Ein humorvoller Gedanke der Gründerin des Heims schuf den Entwiirf zu dem Kunstwerk „der vertriebene Storch", der vom Bildhauer K o r m i s ausgeführt wurde. Es ist inzwischen trübe und dunkel geworden. Wir wollen und können uns aber von Isenburg nicht trennen, ohne die Wohnstätte von Bertha Pappenheim besucht zu haben, die jetzt nach ihrem Tode erholungsbedürftige Berufstätige aufnimmt. In idyllischer Ruhe und Abgeschlossenheit, umgeben von allem, was höchste Kultur einem so feinfühlenden Menschen zu geben vermag, schied sie auch von ihrem Werk „I s e n b u r g". Nicht nur ihren verdienstvollen Mitarbeiterinnen, sondern auch allen denkenden und mitfühlenden Menschen bleibt die schwere Aufgabe, dieses bedeutende soziale Werk weiterzuführen im Sinne des Gründungsgedankens: ..Erziehung den Erziehungsbedürftigen, Schutz den Schutzbed luftigen". Martha Schlesinger Eindrücke über eine Frauenbundstagung in heutiger Zeit Die Verantwortung jeder jüdischen Organisation, heute zu einer Tagung aufzurufen, ist eine grosse; in erhöhtem Masse aber trifft dies zu, wenn an Frauen der Ruf ergeht, die zum großen Teil neben ihren beru fliehen Pflichten solche im Haus und in der Familie haben und daher doppelt schwer sich von ihrem Wirkungskreis frei machen können. An der Tatsache, daß die Gesamtvorstandssitzung des Jüdischen Frauenbundes im Lehnitzer Erholungsheim die Vertreterinnen seiner Gruppen und Verbände fast vollzählig zusammensah, erkannte man das Bedürfnis der in der Arbeit stehenden Frauen nach Anregung und Aussprache. Wie der Kaufmann alljährlich zur Messe fährt, um zu sehen tind um zu „hören" und dann hinterher „tun" zu können, so geht es auch den für die Sozial- und Gemeinschaftsarbeit sich einsetzenden Menschen; sie brauchen neue Gesichtspunkte für ihre Arbeit und ZA rLJy\ Füllhalter / Papier / Drucksachen / Schulartikel Füllhalterklinik LEO NATHAN Schillerst!-. 1a. d. Hauptw. Telefon 24326 L E LEONA N A

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